Transport Fever 2 im Test

Test Matthias Dammes 34,99 €
Transport Fever 2 im Test
Quelle: PC Games

Wir schauen uns im Test zu Transport Fever 2 die Weiterentwicklung der Wirtschaftssimulation an, die in vielen Belangen verbessert wurde.

Verkettete Wirtschaft

Wie im Vorgänger bestehen Städte aus drei Bereichen für Gewerbe, Industrie und Wohnen, die jeweils unterschiedliche Ansprüche stellen, um zu wachsen. Allerdings spezialisieren sich die Städte nun. Das bedeutet, dass Industrie- und Gewerbegebiet nur noch mit jeweils einer bestimmten Ware versorgt werden wollen. So lassen sich deutlich effizientere Versorgungsnetze aufbauen und das Wachstum einer Stadt gezielter steuern. Dabei hilft auch die verbesserte Info-Ansicht der Städte, die detailliert aufschlüsselt, welche Faktoren wie stark Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen.

Neben der Belieferung von Industrie und Gewerbe wollen die Einwohner von ihren Wohngebieten auf ihre Arbeit und zum Einkaufen gelangen. Wenn wir dafür keine entsprechenden Angebote mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen, nehmen die Bewohner ihr eigenes Auto, was uns natürlich nichts einbringt. Weitere Faktoren sind die Qualität der Stationen, die nicht überfüllt sein dürfen, der Verkehrsfluss und neuerdings auch die Lärmemissionen. Je mehr Krach in der Stadt verursacht wird, umso stärker wirkt sich das negativ auf das Wachstum aus. Ein großer Bahnhof mit regem Verkehr ist daher mitten im Wohngebiet eher weniger gut aufgehoben.

Transport Fever 2 im Test. (10) Quelle: PC Games Transport Fever 2 im Test. (10) Die Warenwirtschaft besteht in einem freien Spiel aus den sechs Endprodukten Werkzeug, Maschinen, Baumaterial, Waren, Treibstoff und Lebensmittel und ihren dazugehörigen Fertigungsketten. Das entspricht grob dem gleichen Aufbau wie im Vorgänger. Allerdings wurden die Warenketten ein wenig nachvollziehbarer gestaltet. So gibt es keine alternativen Versorgungsstränge mehr. Eine Maschinenfabrik benötigt jetzt immer zwingend Stahl und Bretter, diese werden wiederum von Stahlwerk beziehungsweise dem Sägewerk geliefert, die wiederum mit ihren jeweiligen Rohstoffen Erz und Kohle sowie Baumstämmen beliefert werden müssen.

Gerade bei diesen langen Warenketten mit drei Stufen bis zum Endprodukt, kommt es auf eine Abdeckung der einzelnen Lieferwege an. Die Produktion einzelner Betriebe hängt stark von der Nachfrage im nächsthöheren Glied der Kette ab. Anders als noch im Vorgänger sind jetzt aber auch die Ausbaustufen von Betrieben je nach Position in der Produktionskette gestaffelt. Rohstofflieferanten lassen sich nicht ausbauen und arbeitet stets mit maximaler Produktivität. Weiterverarbeitende Betriebe wie das Stahlwerk verfügen über zwei Stufen und Fabriken für Endprodukte über vier Stufen. Damit sich ein Betrieb weiter entwickelt, muss über einen konstanten Zeitraum eine hohe Produktion, Auslieferung und Abtransport der Waren gewährleistet sein.

Geschichte des Transports

Im neuen asiatischen Fahrzeugset darf der legendäre Shinkansen natürlich nicht fehlen, der schon in den 60er-Jahren in Japan das Zeitalter der Hochgeschwindigkeitszüge einläutete. Quelle: PC Games Im neuen asiatischen Fahrzeugset darf der legendäre Shinkansen natürlich nicht fehlen, der schon in den 60er-Jahren in Japan das Zeitalter der Hochgeschwindigkeitszüge einläutete. Mit den festen Regeln der Warenketten des freien Spiels nimmt es Transport Fever 2 in seinem Kampagnen-Modus nicht ganz so ernst. Hier bekommen wir es immer wieder mit an das jeweilige Szenario angepassten Industrien und sogar Gütern zu tun. Während der Vorgänger zwei Kampagnen für jeweils das europäische und amerikanische Setting im Angebot hatte, haben sich die Entwickler diesmal eine andere Aufteilung überlegt. So führt die Kampagne unterteilt in drei Kapitel mit jeweils sechs Missionen einmal quer durch die Transportgeschichte auf der gesamten Welt.

Im ersten Kapitel begleiten wir die Anfänge der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, verhelfen Großbritannien bei der Industrialisierung erneut die Oberhand zu gewinnen und errichten die Transsibirische Eisenbahn. Danach geht es im zweiten Kapitel in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, wo wir die Anfänge der Luftfahrt erleben, der Schweiz helfen während des zweiten Weltkriegs ihre Neutralität zu wahren und in China bauen wir das Reich nach der kommunistischen Revolution wieder auf. Im dritten Kapitel geht es dann schließlich in die Moderne, wo wir unter anderem Japan mit seinem berühmten Shinkansen-Schnellzug erschließen.

Die Missionen und Aufgaben sind dabei sehr ordentlich vertont und versuchen stets eine gewisse kleine Geschichte zu erzählen. Sehr gut gefallen hat uns die vielfältige Abwechslung der unterschiedlichen Aufgaben. Haben wir uns in einer Mission sehr viel mit Luftverkehr beschäftigt, stehen wir als nächstes vor einem Szenario, in dem es vor allem um Straßentransporte geht. Schön ist auch, dass man sich vom Konzept nerviger Zeitlimits innerhalb der Missionen verabschiedet hat. Erneut lassen sich pro Mission bis zu drei sogenannte Bonusaufgaben mit speziellen Zielsetzungen abschließen. Ein wenig schade ist jedoch, dass die Kampagnenmissionen nie wirklich eine wirtschaftliche Herausforderung darstellen. Das Spiel stellt uns so viel Geld zur Verfügung, dass es im Grunde nur um die Erfüllung der logistischen Zielstellung geht.

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