Total War Warhammer 3 im Test: Fazit und Wertung
Test 53,99 €
Es ist mal wieder Zeit für ein neues Total War! Creative Assembly beendet seine Warhammer-Trilogie und versucht nebenbei, auch Einsteigern eine Chance zu geben. Wir klären im Test zum Strategiespiel, ob das Vorhaben aufgeht.
Fraktionen-Overkill
Natürlich haben die Entwickler auch an ihre treuen Fans gedacht und beeindrucken zunächst mit einem enorm großen Umfang, der ebenfalls zum Festplattenhunger des Spiels beiträgt. So gibt es acht eigenständige Rassen, mit denen ihr die Hauptkampagne "Das Reich des Chaos" bestreitet. Die bereits erwähnte Rasse der Kislev orientiert sich grob an unserer hiesigen russischen Kultur, während die Cathay entfernte Verwandte der Chinesen darstellen. Habt ihr keine Lust auf menschliche Einheiten, dann entscheidet ihr euch am besten für die Untergebenen der vier mächtigen Chaosgötter Khorne, Nurgle, Tzeentch oder Slaanesh. Abgerundet wird das Oktett von den Chaosdämonen und den Bewohnern der Ogerkönigreiche. Letztere sind allerdings Teil eines DLCs, den nur Erstkäufer, die Total War: Warhammer 3 bis zum 24. Februar 2022 erwerben, gratis erhalten. Die Geschichte der Kampagne knüpft nebenbei erwähnt direkt an das Ende des Prologs an. Demzufolge wurde Yuri Barkov vom Dämonenprinzen Be'lakor in die Irre geführt und dazu manipuliert, den Bärengott Ursun tödlich zu verwunden. Je nachdem, welche Rasse ihr spielt, verfolgt ihr entsprechend andere Ziele: Während die Menschen von Kislev und Cathay Ursun retten wollen, möchten die Untergebenen der Chaosgötter ihn endgültig tot sehen.
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Jede Rasse besitzt überdies ein paar eigene Spielmechaniken, was für eine ganze Menge an Abwechslung sorgt. So sind die Slaanesh in der Lage gegnerische Einheiten zu verführen und auf die eigene Seite zu ziehen, während die Tzeentch mithilfe der Wandlung der Wege den Gegner manipulieren und einen Krieg zwischen zwei befreundeten Fraktionen erzwingen können.
Quelle: PC Games
Während einer Kampagne werdet ihr regelmäßig mit Story-Fragmenten konfrontiert und müsst im Zuge dessen die eine oder andere Entscheidung treffen.
Einige Rassen glänzen sogar mit richtig innovativen Ideen, die von euch ein komplettes Umdenken bezüglich eures Armeeaufbaus abverlangen. Bestes Beispiel: die Cathay, die für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Kräften Yin und Yang leben. Sprich: Der Bau von Gebäuden, das Rekrutieren von Einheiten oder das Erforschen einer neuen Technologie verschiebt den Kompass entweder in Richtung Yin oder in Richtung Yang. Und je ausgeglichener dieses Verhältnis ist, desto effizienter agiert euer Reich.
Ein weiteres einmaliges Feature der Cathay-Rasse sind Karawanen, mit denen ihr Handelsrouten zu den Kislevs aufbauen könnt. Doch Vorsicht: Die Karawanen marschieren wie eigenständige Einheiten über die Spielwelt und sind demzufolge Überraschungsangriffen des Gegners ausgeliefert, die ihr im Zweifelsfall abwehren müsst.
Quelle: PC Games
Für jede Stadt gibt es verschiedene Bauoptionen, wie ihr sie mit neuen oder besseren Gebäuden ausstatten könnt.
Mehr Diplomatie wagen
Ansonsten hat sich Creative Assembly vornehmlich auf den Diplomatie-Aspekt gestürzt und diesen um sinnvolle Features erweitert. Besonders wichtig: Führt ihr mit einer anderen Fraktion ein militärisches Bündnis, dann sammelt ihr automatisch sogenannte Verbundenheit-Punkte. Diese wiederum könnt ihr auf mehrere Arten ausgeben, um euch beispielsweise eine Einheit des Bündnispartners zu leihen oder ihn um die Verteidigung einer eurer Städte zu bitten.
Quelle: PC Games
Gerät eine Schlacht außer Kontrolle, dann wird es im Tumult schwer, Freund von Feind zu unterscheiden.
Richtig interessant wird es, sobald ihr Außenposten in den Städten eurer befreundeten Fraktion einrichtet: Danach stehen euch nämlich deren Einheitentypen zur Verfügung, die ihr fortan rekrutieren und mit euren eigenen Truppen kombinieren dürft.
Weitere Diplomatie-Neuerungen beziehen sich auf das Tauschen von Siedlungen oder den bereits in Total War: Three Kingdoms eingeführten schnellen Handel, dank dem ihr auf einen Blick sämtliche Erfolgschancen mit allen zur Verfügung stehenden Fraktionen angezeigt bekommt.
Jetzt mit bis zu acht Spielern gleichzeitig
Wer lieber mit Freunden spielen möchte, der kann die Hauptkampagne natürlich auch online spielen. Diesbezüglich hebt sich Total War: Warhammer 3 erneut in zwei Punkten von seinem Vorgänger ab: Zum einen können diesmal bis zu acht Spieler gegeneinander antreten, zum anderen führen auch auf der Weltkarte alle Teilnehmer ihre Aktionen gleichzeitig anstatt nacheinander aus. Das verleiht dem rundenbasierenden Part einen gewissen Echtzeit-Faktor, weil ihr regelrecht vor den Einheiten eines anderen Spielers wegrennen und euch in eine eure Städte flüchten dürft.
Quelle: PC Games
Jeder Kommandant besitzt eigene Fähigkeiten und kann ähnlich wie ein Rollenspielheld mit Rüstungen sowie Waffen ausgestattet werden.
Obendrein gibt es noch zwei weitere Bonus-Kampagnen, die vornehmlich für Multiplayer-Sessions gedacht sind. Während sich in "Dunkelheit und Zwietracht" ebenfalls bis zu acht Spieler bekriegen, ist "Etwas ist faul im Staate Kislev" deutlich kompakter gestaltet. Creative Assembly hat die Mini-Kampagne explizit für einen langen Nachmittag konzipiert, in der bis zu drei Kontrahenten ein komplettes Abenteuer durchziehen können.
Habt ihr keine Lust auf eine der Kampagnen und wollt einfach nur ein paar Schlachten ausfechten, dann messt ihr euch wahlweise mit der Computer-KI oder erneut mit ein paar Freunden. Ein Großteil der Spielmodi wie "Landgefecht" oder "Belagerung" kennt der Veteran bereits aus den vorhergehenden Total-War-Spielen. Neu hingegen ist der sogenannte "Überlebenskampf": Hier rückt ihr mit eurer Armee von einem Knotenpunkt zum nächsten vor und müsst euch gegen mehrere Wellen von Gegnern zur Wehr setzen. Als Ausgleich dürft ihr direkt auf dem Schlachtfeld frische Einheiten rekrutieren und Schutzwälle errichten, um den Ansturm eurer Feinde zu bremsen.
Meinung
Mehr Infos zu Total War Warhammer 3 findet ihr auf unserer Themenseite. Wollt ihr mehr über die Story und die Lore-Hintergründe wissen, dann schaut gern in den Preview-Artikel von buffed-Kollegin Tanja.
