Total War Saga - Thrones of Britannia im Test: Neuerungen auf der Kampagnenkarte, Fazit und Wertung
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TW-Veteranen dürfen sich dieses Jahr gleich doppelt freuen: Creative Assembly bringt gleich zwei historische Ableger der renommierten Echtzeitstrategie-Reihe heraus. In unserem Test erfahrt ihr, was sich im neuesten Teil gegenüber den Vorgängern verändert hat und ob Thrones of Britannia dank der Neuerungen das beste Spiel der Reihe ist.
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Total War Saga - Thrones of Britannia im Test: Abwechslungsreiche Kampagnen
Quelle: PC Games
Die Grundbesitze von Total War: Medieval 1 sind wieder mit an Bord. Wir müssen sie gerecht unter unseren Heerführern und Statthalten aufteilen.
Die größte Stärke von Total War Saga: Thrones of Britannia sind tatsächlich die unterschiedlichen Herausforderungen je nach Fraktion auf der Strategiekarte. Wie bereits in den Vorgängern lenken wir unsere Armeen und bauen unsere Städte Runde für Runde auf einer riesigen Übersichtskarte aus. Je nach geographischer Lage müssen wir uns etwa mit den frostigen Wintermonaten auseinandersetzen oder mit Nahrungsmittelknappheiten. Eine viel größere Rolle spielt aber die Loyalität der Untergebenen sowie die diplomatischen Beziehungen zu den Nachbarn. Mit der Großen Wikingerarmee von Northumbria bekommen zum Beispiel bereits nach wenigen Runden Probleme mit unseren Statthaltern, die eine Rebellion anzetteln wollen. Um dagegen vorgehen zu können, stehen uns mehrere Optionen bereit. Wir können auf die von Total War: Medieval 1 wieder eingeführte Mechanik der Grundbesitze zurückgreifen und so loyale Vasallen mit Gütern beschenken. Stattdessen können wir unzuverlässige Untertanen aber auch bestechen oder gar ermorden lassen. Aufseiten der Angelsachsen haben wir es wiederrum nicht so sehr mit unzuverlässigen Untergebenen zu tun als viel mehr mit der Kriegsmüdigkeit der Bevölkerung. Große stehende Heere sorgen für Unmut und falls wir mehrere Gefechte hintereinander verlieren, kann es schnell zu einem Bürgerkrieg kommen. Insgesamt bieten alle Fraktionen sehr unterschiedliche Herausforderungen, wodurch unserer Meinung nach der Wiederspielwert trotz der recht zähen Echzeitgefechte hoch ist. Zudem ist die Neuerung, dass es nun keine kurze oder lange Kampagne mehr gibt, mehr als willkommen. Stattdessen müssen wir zuerst die Bedingungen für einen kurzen Sieg erreichen und können dann optional bis zum langen Sieg weitermachen. Für die kurze Variante müssen wir 40 Siedlungen sowie 10 Provinzen beherrschen, für den langen wiederum 100 oder mehr Städte - zudem können wir auch durch Ruhm oder das Erobern von bestimmten Provinzen gewinnen. Sobald wir den kurzen Sieg erreicht haben, verändert sich der Name unserer Fraktion (etwa von den West-Sachsen zu Angelsachsen) und wir bekommen zusätzlich Boni in Form von höheren Steuereinnahmen oder einer besseren allgemeinen Einheitenmoral. Ganz am Ende der Kampagne erwartet uns dann noch ein Kampf gegen eine riesige Wikingerarmee, die an den Küsten Englands landet. Sobald man die Nordmänner zurückgeschlagen hat, hat man auch den ultimativen Sieg errungen.
Total War Saga - Thrones of Britannia im Test: Im Schneckentempo zum Sieg
Doch ganz ohne Makel ist auch die Strategiekarte nicht. Zum Beispiel sind die Dimensionen der Karte nach unserem Empfinden etwas zu groß geraten. Vor allem hat uns der Umstand gestört, dass unsere Einheiten sich deutlich zu langsam bewegen. Wenn wir etwa von der Südküste Englands nach Schottland möchten, benötigen wir dafür circa zehn Runden - sprich in Spielzeit 2 ½ Jahre! Natürlich haben sich mittelalterliche Armeen nicht gerade schnell bewegt, aber unserer Meinung nach ist es einfach unglaubwürdig, wenn man für die Strecke von rund 800 Kilometern mehr als einige Monate braucht. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn eine Runde nicht ein Quartal, sondern lediglich einen Monat beanspruchen würde. Durch die überdimensionierten Karte ergibt sich auch ein zweiter Nachteil: die Berechnung der Runden dauert wieder relativ lange. Zwar müssen wir uns nicht so ewig wie etwa in der ersten Fassung von Rome 2 gedulden, aber auf schwächeren PCs kann die Berechnung schon mehr als eine Minute dauern. Positiv und historisch glaubwürdig dagegen ist, dass nun nur die Hauptsiedlungen einer Provinz befestigt sind und die Nebensiedlungen lediglich aus wenigen Häusern bestehen. Ebenso realistisch ist es, dass nun neu angeheuerte Einheiten erst nach einigen Zügen die volle Mannstärke erreichen. Auch schön ist, dass wir Technologien erst erforschen können, wenn wir ein bestimmtes Ziel erreicht haben. Um die Schwert- und Axtkrieger verbessern zu können, müssen wir zum Beispiel zehn Einheiten des Typs angeheuert haben.
Die zweite Sache, die uns auf der Kampagnenkarte gestört hat, sind die fehlenden Agenten. Die Entwickler haben sich entschieden, komplett auf die reihentypischen Spione, Meuchelmörder, Priester und Krieger zu verzichten, die bei allen bisherigen Teilen der Serie eine immens wichtige Rolle gespielt haben. Nun können wir die Zufriedenheit der Bevölkerung lediglich durch unsere Gebäude, Statthalter und Generäle beeinflussen - nach neuen Optionen sucht man vergebens. So kommt es uns eher vor, dass man - aus welchen Gründen auch immer - auf dieses wichtige Feature verzichtet hat und wir Spieler nun das Nachsehen haben. Unserer Meinung nach hätte das Feature sehr gut zum Setting gepasst, vor allem weil eines der großen Konflikte der Zeit sich um die Christianisierung der Wikinger drehte. Immerhin bleibt uns aber - wie mitunter in den Vorgängern - der massive und wirklich nervenaufreibende Einsatz der Agenten durch die KI so erspart.
Quelle: PC Games
Fans der Bücher von Bernard Cornwell dürfen sich freuen: Im Spiel können wir Bebbanburg erobern!
Auch wenn wir so einiges an Total War Saga: Thrones of Britannia zu bemängeln haben, müssen wir zugleich sagen, dass unsere Kritik auf einem sehr hohen Niveau liegt. Dem Wikinger-Ableger merkt man an vielen Stellen an, dass es von einem kleinen Entwicklerteam gemacht wurde. Trotzdem hat Thrones of Britannia auch die Stärken der Hauptserie und punktet mit einer grandiosen Präsentation, historischer Genauigkeit und abwechslungsreichen Kampagnenzielen. Wer sich für TV-Serien wie Vikings oder die Uthred-Romane von Bernard Cornwell erwärmen kann, wird die spannende Zeit der Wikingereinfälle glaubwürdig nachspielen können. Trotzdem erwarten wir von Total War: Three Kingdoms ein wenig mehr, vor allem in puncto Abwechslung.
