Tony Tough 2 im Test

Test Susanne Braun

Fiese Sprüche und knifflige Rätsel sind das Markenzeichen des Meisterdetektivs Tony Tough. Der muss sich diesmal nämlich mit Entführungen und Aliens herumschlagen.

Hilfe!

Die vielen Schauplätze sind detailliert gestaltet, die 3D-Charaktere gut animiert. Die vielen Schauplätze sind detailliert gestaltet, die 3D-Charaktere gut animiert. Warum Tony beispielsweise an eine blonde Echthaarperücke kommen will, wird erst im späteren Verlauf des Adventures klar. Dadurch wirken manche Rätsel unlogisch. Das Problem: Das erste Viertel des Spiels verbringen Sie damit, das falsche Haarteil zu besorgen. Aber Sie haben keine Ahnung, warum. Und da Sie, wie erwähnt, ziemlich viel Freiheit haben, stehen Sie von Beginn an ratlos in der Stadt und wissen nicht so recht, was Sie eigentlich machen sollen. Eine Notizbuchfunktion wie in Ankh hätte erheblich weitergeholfen. Erst in den vielen Dialogen und obskuren Selbstgesprächen des Meisterdetektivs erfahren Sie, wie Sie weiter vorgehen sollten.

Laberbacke

Apropos Dialoge und Selbstgespräche: Gleich zu Beginn des Adventures kommen uns einige dicke Brocken an Fäkalhumor unter, die relativ schnell nur noch nerven und keineswegs witzig sind. Wenn uns Tonys bester Freund Seymour zum Beispiel sagt, dass wir uns eine Tankstellenzapfsäule rektal einführen sollen. Also bitte!

Da hilft auch die hervorragende Sychronisation nichts -- schlechte Witze bleiben schlecht, selbst wenn ein Herbert Feuerstein sie intoniert. Glücklicherweise sind die »Gags« im späteren Verlauf des Adventures nicht mehr so platt -- die Klasse von Monkey-Island-Situationskomik oder Ankh-Frotzlern erreichen sie aber nie. Leider, denn dann hätte uns Tonys Jugend-Abenteuer gleich sehr viel mehr Spaß gemacht.

Comicbürschchen

Wie schön, dass Tony grafisch schon in der Neuzeit gelandet ist, während er sich auf seinen dürren Beinen noch durch das Amerika der fünfziger Jahre rätselt. Denn die Comic-Charaktere sind allesamt in 3D und haben aufgrund ihres eigenwilligen Aussehens einen niedlichen Charme. Zusätzlich gibt es Rendersequenzen, die sehr gut gelungen sind -- allerdings könnten es mehr sein, um die Geschichte in den richtigen Momenten voranzutreiben. Nämlich dann, wenn wir wieder völlig ratlos in der Pampa stehen. Und das tun wir in der Gesamtspielzeit von rund neun Stunden recht häufig.

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