Was Tomodachi Life aber wirklich von anderen Spielen abhebt, sind nicht seine Systeme oder Möglichkeiten - sondern die Figuren selbst. Denn genau hier entfaltet das Spiel seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Charme.
Gerade deshalb fühlt sich Tomodachi Life auch weniger wie ein Spiel an, das man aktiv "spielt", sondern eher wie etwas, das man alleine oder eben auch gemeinsam mit Freunden erlebt. Mit der Fortsetzung auf der Switch ist das jetzt zumindest schon mal um einiges komfortabler als noch auf dem kleinen 3DS-Bildschirm.
Die Miis als Herzstück des Wahnsinns
Ein großer Teil des ganzen Tomodachi-Charmes steht und fällt aber mit den Miis selbst. Auf den ersten Blick sind sie extrem simpel. Böse Zungen würden fast schon behaupten, sie seien ausdruckslos. Ein paar Bausteine aus dem Editor, ein paar Regler, fertig ist die Figur. Und trotzdem schaffen sie eine persönliche Nähe.
Das liegt natürlich hauptsächlich daran, dass sie echte Menschen repräsentieren können: Freunde, Familie, Personen des öffentlichen Lebens, aber auch fiktionale Charaktere, mit denen man einfach gerne mal sein Umfeld teilen möchte.
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Doch was Tomodachi Life daraus macht, geht noch einen Schritt weiter. Denn die Figuren benehmen sich eben nicht immer unbedingt so, wie man es erwarten würde. Sie besitzen ein Eigenleben, sagen Dinge, treffen Entscheidungen und reagieren auf Situationen, die oft gleichzeitig vertraut, manchmal aber auch völlig daneben wirken. Es sind diese unberechenbaren Handlungen, die Tomodachi Life so absurd komisch machen.
Quelle: PC Games
Jedes Mii hat eine eigene Persönlichkeit, die ihr durch Attribute festlegen könnt.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der massiv zum Unterhaltungswert der Spiele beiträgt, ist die Sprachausgabe. Während Nintendo bei vertonten Dialogen sonst eher zurückhaltend ist, geht Tomodachi Life hier einen komplett anderen Weg und setzt auf eine elektronisch generierte Sprache. Eigentlich klingt das erstmal total seltsam. Teilweise sogar leicht unangenehm.
Diese künstlichen Stimmen, die Namen aussprechen, Sätze zusammenbauen und dabei eine ganz eigene Betonung haben, sind sprachlich nicht ansatzweise auf dem Level von aktuellen KI-Modellen. Müssen und sollen sie aber auch gar nicht. Denn so unverständlich es auch klingen mag: Gerade diese Stimmen verleihen jeder Situation eine zusätzliche Ebene von Absurdität und unterstützen so den Witz.
Quelle: PC Games
Manchmal benötigen die Miis unsere direkte Hilfe. In diesem Fall durch kitzeln.
Es ist die Mischung aus Vertrautheit und künstlicher Distanz, die den Humor so einzigartig macht. Du erkennst die Person hinter dem Mii, aber gleichzeitig wirkt alles wie aus einer anderen Realität.
Wenn ein Mii plötzlich mit leicht verzerrter und emotionsloser Stimme einem anderen ein Liebesgeständnis macht, wird diese eigentlich ernstzunehmende Situation so komisch, dass man einfach nur darüber lachen kann.
Reality Show statt Simulation
Gerne wird Tomodachi Life auch mit einer Reality Show oder Seifenoper verglichen. Das kommt nicht von ungefähr. Tomodachi Life ist in seiner gesamten Inszenierung darauf ausgelegt, Situationen so absurd, theatralisch und teilweise auch übertrieben dramatisch wie möglich darzustellen. Selbst die kleinsten Konflikte wirken plötzlich wie riesige Dramen, während Liebesgeständnisse oder Freundschaften eine Bühne bekommen, als würde es um alles gehen.
