Vor sieben Jahren verlor die junge Kurierfahrerin Lara ihren Vater. Da taucht plötzlich eine geheimnisvolle Videobotschaft auf, die sie auf gefährliche Abenteuerpfade führt. Wie schlägt sich der schwedische Hollywood-Export Alicia Vikander in der Rolle der Lara Croft, in die vor 15 Jahren das letzte Mal Angelina Jolie schlüpfte?
Sie war eine der ersten für die große Leinwand adaptierten Videospielheld(inn)en der Geschichte. Nun erhält die Tomb Raider-Saga (jetzt kaufen ) rund um Spiele-Ikone Lara Croft genau hier eine Frischzellenkur. Regie führte Roar Uthaug, der sich nach einer Reihe von kleineren Genrefilmen erstmals im Big-Budget-Hollywoodbusiness versuchen darf. Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander (2016 für The Danish Girl) kämpft in der Hauptrolle um ihr Leben und die Ehre ihres Vaters, und muss sich dem Fluch einer sagenumwobenen Todesgöttin in den Weg zu stellen. Das Ergebnis erinnert auf der einen Seite an die Indiana Jones-Reihe - nur eben mit weiblicher Hauptfigur - und ist auf der anderen ein die Luft der Videospiele atmender Jump&Run-Actioner, der nostalgisches Abenteuerflair mit hochmodernen Trickeffekten kombiniert.
Anders als ihre Leinwand-Vorgängerin in der Rolle, Angelina Jolie, überzeugt die neue Lara nicht primär durch ihr Aussehen. Schon in der allerersten Szene von Tomb Raider gibt Vikander ihre ganz eigene Marschrichtung vor: Ihre Lara macht schon als ganz normaler Teenager keine Gefangenen, boxt, fährt wie der leibhaftige Teufel Fahrrad und hat obendrein richtig was im Köpfchen.
Darüber hinaus werden in Rückblenden ihre Fähigkeiten mit Pfeil und Bogen etabliert; ein später noch äußerst wichtiges Überlebensutensil. Die Drehbuchautoren Geneva Robertson-Dworet (Captain Marvel) und Alastair Siddons (Das Gesetz der Familie) spinnen rund um das Abenteuer eine simple, aber stimmungsvolle Grundgeschichte über den Weggang von Laras Vater (Dominic West) und sein von ihr anzutretendes Erbe, das sie von London nach Hong Kong und schließlich zu einer geheimnisvollen Insel führt.
Indiana-Jones-Action trifft auf den Geist der Spiele
Quelle: Warner Bros.
Lara entschlüsselt das Geheimnis der Grabstätte ihres Vaters.
Eine wilde Verfolgungsjagd mit drei chinesischen Halbstarken und eine abenteuerliche Schiffsreise später, muss sich Lara mit neuen Gegnern arrangieren, die hinter etwas her sind, womit sich auch ihr Vater vor seinem Tod beschäftigt hat. Darüber hinaus hält Roar Uthaug für sein Publikum viele spannende Action-Passagen bereit, die auch darüber hinwegtäuschen, dass manche Storyentwicklung ganz schön vorhersehbar ist. Spektakuläre Setpieces wie ein altes Flugzeugwrack oder der mit jeder Menge tödlicher Fallen gespickte Todestempel (ja, die begriffliche Ähnlichkeit zu Indiana Jones und der Tempel des Todes ist hier wohl bewusst gewählt!) sorgen für Abwechslung und in Kombination mit fast ausnahmslos starken Effekten und einer energetischen Kameraarbeit für das Gefühl, die Macher hätten sich hier zumindest aus atmosphärischer Sicht ordentlich am Spiel orientiert.
Quelle: Warner Bros.
Um in die sagenumwobene Tempelanlage zu gelangen, muss Lara Croft ein riesiges Schloss knacken.
Vereinzelte Shots aus der First-Person-Perspektive oder die bereits im Trailer zur Schau gestellten Sprünge, für die Lara Croft (unter anderem) so berühmt ist, verfeinern das Actionabenteuer zusätzlich. Und wer ihre letzten Spiele gespielt hat, erlebt spätestens in der finalen Szene einen sympathischen Aha-Moment.
