Tomb Raider 4-6 Remastered im Test: Entwickler haben nicht aus Fehlern gelernt - Diese Steuerung frustet mich

Test Matthias Dammes
Tomb Raider 4-6 Remastered im Test: Entwickler haben nicht aus Fehlern gelernt - Diese Steuerung frustet mich
Quelle: Aspyr Media / PC Games

Matthias stellt sich im Test von Tomb Raider 4-6 Remastered der Herausforderung einer frustrierenden Steuerung und altbackenem Spieldesign.

Ziemlich genau ein Jahr nach der Remaster-Collection der ersten drei Tomb-Raider-Spiele folgt nun auch eine Neuauflage der Teile vier bis sechs. Die ersten drei Spiele waren die legendären Grundsteine, die für mich und viele andere Spieler in den 90er-Jahren Lara Croft zu einer Videospiel-Ikone gemacht haben. In Tomb Raider 4-6 Remastered finden sich jetzt jedoch Titel wieder, mit denen die Serie damals erste Rückschläge hinnehmen musste.

Ab Tomb Raider 4: The Last Revelation begannen Kritiker, der Reihe zunehmende Ideenlosigkeit vorzuwerfen. Auch die Entwickler waren von einem Lara-Croft-Spiel nach dem anderen ausgelaugt, was sich in der Story des Spiels niederschlug. Das darauffolgende Tomb Raider: Chronicles konnte dann auch viele Fans nicht mehr abholen und ist bis heute eines der am schlechtesten verkauften Spiele der Serie.

Als sechster Teil folgte schließlich The Angel of Darkness, das eigentlich eine neue Ära einläuten sollte. Doch der Titel erhielt vernichtende Kritiken und bedeutete das Ende der Entwicklung von Tomb Raider bei den Erfindern von Core Design.

Lara mit Frischzellenkur

Ich war mir daher auch nicht sicher, ob ich unbedingt Remaster dieser eher durchwachsenen Ära von Tomb Raider brauche. Dennoch habe ich mir die drei Titel in ihrer Neuauflage angeschaut, um zu sehen, ob sie mit gut umgesetzten Modernisierungen vielleicht doch noch eine Art nostalgischen Charme entwickeln.

Wie schon bei der vorjährigen Sammlung gelingt das auch hier wieder hauptsächlich im Hinblick auf die hübsch aufpolierte Grafik. Mit neuen hochauflösenden Texturen, verbesserten Objektdetails und schicken Lichteffekten holen die Entwickler noch erstaunlich viel aus der antiken Engine heraus.

Dabei schaffen sie es auch, das stilistische Gefühl des Originals nicht zu sehr zu verfälschen. Davon kann ich mir jederzeit ein Bild machen, denn erneut kann ich einfach per Knopfdruck zur alten Grafik zurückschalten. Die Unterschiede fallen dabei vor allem bei Tomb Raider 4 und 5 sehr deutlich auf.

Angel of Darkness kommt dann bereits in seiner ursprünglichen Fassung deutlich näher an das heran, was die Remaster heute leisten. Beim sechsten Teil der Reihe profitieren daher vor allem die mit mehr Polygonen und Details ausgestatteten Charaktermodelle von der Auffrischung.

Bildergalerie

Aber wie auch schon bei den ersten drei Teilen hat die alte Engine ihre Grenzen. Hübschere Texturen helfen nämlich nicht wirklich, über den altbackenen, blockigen Levelaufbau hinwegzutäuschen. Das gilt auch für Angel of Darkness. Das hat seinerzeit zwar als erstes Spiel der Reihe ein Engine-Upgrade erhalten, aber die Grundbausteine des auf Blöcken basierenden Leveldesigns, die Core Design seit dem ersten Teil verfolgt hat, sind auch hier noch sehr deutlich zu sehen.

Frustrierende Steuerung

Mit dem heute antiquierten Leveldesign einher geht für mich auch das größte Problem der Remaster: die Steuerung. Hier muss ich leider konstatieren, dass die Entwickler von Aspyr offenbar nichts aus der Kritik an der Remaster-Collection vom letzten Jahr gelernt haben. Erneut steht mir neben der klassischen Panzersteuerung eine moderne Alternative zur Verfügung, die sich mehr an heutigen Standards orientiert. Aber beide Formen der Bedienung haben so ihre Vor- und Nachteile. Die Probleme beginnen für mich schon damit, dass sich für beide Varianten die Tastenbelegung sehr stark voneinander unterscheidet.

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