Ist der Release von XDefiant in Gefahr? Das wäre auch für CoD-Spieler katastrophal
Kolumne
Der Release von XDefiant verzögert sich erneut. Was ist da bei Ubisoft los? Redakteur Michael Grünwald macht sich ernsthafte Sorgen um das Shooter-Genre.
Der Annäherung ans traditionelle Gameplay der CoD-Reihe kann ich etwas abgewinnen, doch das ewige Hin und Her in der Entwicklungsphase schadet dem Endprodukt mit Sicherheit. Darüber hinaus hat Ubisoft in den letzten Jahren viel von meinem Vertrauen verspielt. Wenn ich an Reihen wie Far Cry und Assassin's Creed denke, läuft es mir bereits eiskalt den Rücken herunter. Früher einmal innovativ, zehren die Titel mittlerweile nur noch vom großen Namen. Von Skull and Bones fange ich gar nicht erst an, denn das ist schließlich eine AAAA-Vollkatastrophe mit Ansage.
Ausgerechnet zur aktuellen Zeit bräuchte es aber einen kleinen Hoffnungsschimmer à la XDefiant, denn viele Shooter-Marken enttäuschen auf ganzer Linie oder kommen mittlerweile doch in die Jahre.
Ein erschreckender Zustand
Was mich zurück zu meinem verlängerten Osterwochenende in Call of Duty bringt. Schon weit vor dem Release von Modern Warfare 3 habe ich einen Meinungstext geschrieben, in dem ich infrage stelle, ob das Spiel als Vollpreistitel auf den Markt kommen sollte.
Zur Veröffentlichung sollte ich Recht behalten. Eine kurze, schwache Kampagne und ein verbuggter Multiplayer-Bereich schmälern die Spielerfahrung vom ersten Moment an. Es ist mir wirklich unbegreiflich, wie Activision seit beinahe zwei Jahren den Zustand von CoD rechtfertigen kann.
Bereits in der Lobby gibt's häufig Probleme beim Joinen von Freunden. Manchmal versperrt ein Schloss das Beitreten einer Gruppe, und nachdem der Host den Trupp verlässt, fliegen regelmäßig Spieler aus der Party. Nicht selten dauert es also mehrere Minuten, bis ich mit meinen Leuten ein Spiel starten kann.
Auch die Performance in den Runden schwankt stark. Nachdem seit mehreren Wochen nicht einmal die optionale Ping-Anzeige funktioniert, stellt sich mir die Frage, ob die Entwickler überhaupt auf Feedback der Community eingehen. Ich möchte schließlich wissen, warum sich das Spielgefühl in manchen Runden anders anfühlt als zuvor. Ohne den Verbindungsvergleich bleibe ich recht ratlos zurück.
Schon bei Modern Warfare 2 gab es beispielsweise Probleme beim Erstellen einer Gruppe, die wochenlang nicht behoben wurden. Das ist für eine Marke der Größe von Call of Duty ein absolutes Unding. Schließlich gibt's die aktuelle Modern-Warfare-Anwendung inklusive MW2, MW3 und Warzone bereits seit weit über einem Jahr.
Ping is King
Versteht mich nicht falsch, ich möchte sicher nicht, dass sich die Entwickler überarbeiten, aber eine klare Kommunikation wäre wünschenswert. Andere Unternehmen schaffen das schließlich auch einwandfrei.
Selbst das Statement rund um Skillbased Matchmaking, das im offiziellen CoD-Blog veröffentlicht wurde, zweifle ich stark an. Dort wird geschrieben, dass die Verbindung an oberster Stelle der Spielersuche steht. Und dennoch kommen meine Gegner in einer Regelmäßigkeit aus den USA, was schlichtweg bedeutet, dass der Ping für ein Team nachteilig sein muss. Die unterschiedlichen Regionen und die unzähligen Effekte der Operator und Waffenskins ziehen die Performance komplett in den Keller. Ein fairer Shooter sieht anders aus. MW2 hatte zwar ebenfalls mit Problemen zu kämpfen, doch die Verbindung war im Spiel größtenteils stabil.
