25 Jahre Tom Clancy's Rainbow Six: Ein wegweisender Militär-Shooter

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25 Jahre Tom Clancy's Rainbow Six: Ein wegweisender Militär-Shooter
Quelle: Ubisoft

Rainbow Six ist ein Wegbereiter des Taktik-Shooter-Genres. Doch die Entwicklung dieses Meilensteins verlief vor 25 Jahren alles andere als reibungslos.

Allerdings kosteten die Anpassungen Zeit und Geld. In der zweiten Jahreshälfte konnte das Team Deadlines nicht mehr einhalten. Laut Upton folgten von Februar bis Juli 1998 lange Monate des sogenannten Crunches - also langer Arbeitstage ohne Urlaub oder Zeit für Freunde und Familie. Viele Teammitglieder schliefen in den Büroräumen. Weinstein erinnerte sich gegenüber Eurogamer sogar daran, dass er einmal von der Polizei wegen seiner unsicheren Fahrweise auffiel. Der Grund war aber nicht Alkohol, sondern die schiere Übermüdung des Entwicklers!

Trotz dieser ungesunden und überaus problematischen Arbeitszeit näherte sich Rainbow Six der Fertigstellung. Auf der Electronic Entertainment Expo 1998 in Atlanta, Georgia präsentierte das Team erstmals einen Gameplay-Abschnitt. Während der Vorführung machte sich die Soldaten-KI allerdings selbstständig und löste die Ingame-Geiselnahme nach nur einem kurzen Kommando auf. Lead Artist Jonathan Peedin meisterte die Situation souverän und erwiderte, dass die KI so etwas vor einer Woche noch nicht beherrscht habe. Danach erschoss er kurzerhand seine virtuellen Teamkollegen. Die Presse war begeistert und die Berichterstattung entsprechend positiv.

Erfolgreicher Release, aber schlechte Stimmung

Die unruhige Entwicklung und die persönlichen Probleme hinterließen auch bei Brian Upton Spuren. Zu der traditionellen Party anlässlich des Erscheinens von Rainbow Six erschien auch Tom Clancy in den Red-Storm-Büros.

Eine in rotes Licht getauchte Landschaft Quelle: Moby Games Als Dankeschön für die Mühen bot der Autor eine signierte Fassung seines jüngsten Buchs an. Eine gut gemeinte Geste, die bei Upton das Fass beinahe zum Überlaufen brachte, wie er im Interview mit Eurogamer ausführte:

"Jeder in diesem Raum hatte über ein Jahr lang gecruncht. Die Leute hatten sich praktisch umgebracht, um dieses Spiel auf den Markt zu bringen. Obwohl sein Name auf der Schachtel stand, war es nicht sein Spiel. Es war unser Spiel. Er hätte uns bitten sollen, eine Kopie für ihn zu signieren! Ich war so sauer, dass ich allein in mein Büro ging, um nichts zu sagen, für das ich später gefeuert würde."

Nichtsdestotrotz wurde Tom Clancy's Rainbow Six ein Erfolg - trotz starker Konkurrenz in Form von Titeln wie Half-Life, Starcraft oder Unreal. Die Kritiken fielen zum Release wohlwollend aus. Während Grafik und KI-Verhalten bei den Testern für Unmut sorgten, überzeugten vor allem Spieltiefe und Mehrspieleroptionen.

Rainbow Six ging im ersten Jahr weltweit über 200.000 Mal über die Ladentheken. Die 1999 veröffentlichte Gold Edition verkaufte sich in diesem Jahr ebenfalls über 300.000 Mal. Rainbow Six fand somit eine Nische und diente fortan als Aushängeschild für Taktik-Shooter.

Red Storm Entertainment veröffentlichte 1999 dazu die Erweiterung Eagle Watch und 2000 den Nachfolger Rainbow Six: Rogue Spear. Im August 2000 übernahm Ubisoft das Studio; im gleichen Zeitraum erschien Tom Clancy's Ghost Recon.

Aus heutiger Sicht wirkt Tom Clancy's Rainbow Six recht archaisch. Seine Quintessenz allerdings findet sich in dem E-Sport- und Multiplayer-Erfolgstitel Rainbow Six Siege (2015) ebenso wieder wie in Taktik-Shootern à la Ready or Not oder Squad. Rainbow Six definierte ein Genre und zeigte im Jahr 1998, dass First-Person-Spiele längst nicht nur Action-Festivals sein müssen, sondern auch Strategie und Planung spannend in den Mittelpunkt stellen können.

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