PC Games exklusiv bei The Witcher 4: Die Entwickler beantworten unsere Fragen!

Special Antonia Dreßler
PC Games exklusiv bei The Witcher 4: Die Entwickler beantworten unsere Fragen!
Quelle: CD Projekt Red

Wir waren bei der Enthüllung von The Witcher 4 dabei und konnten die Entwickler von CD Projekt Red im Interview mit unseren Fragen löchern.

PC Games: Kann man etwas zur Spiellänge und den angesprochenen Ambitionen sagen?

Sebastian Kalemba: Nein, noch nicht. Wir wollen neue Regionen auf der Karte bereitstellen, um die Möglichkeit zu geben, neue Länder zu erkunden. Die Art und Weise, wie wir Welten erschaffen, dreht sich immer um diese einzigartige Identität, die mit bestimmten Orten der Welt einhergeht. Das ist insofern wichtig, als diese Identität auch den Kontext gibt, um den herum wir alles anderen bauen, wenn wir die Welt ausgestalten. Das ist also definitiv etwas Cooles für erfahrene Spieler, aber auch etwas Großartiges für neue Spieler.

Małgorzata Mitręga: Und weißt du, das ist bei jedem unserer Spiele so, nicht nur bei The Witcher. Es war auch bei Cyberpunk so. Wir wollen mit jedem neuen Spiel an die Grenzen gehen, um spannendere Spiele zu entwickeln. Und wir finden jedes Mal neue Ansätze und Lösungen, um etwas weiterzukommen und die Spiele etwas besser zu machen. Das ist auch unser Ziel für The Witcher 4.

PC Games: Wie verhindert ihr, dass sich das Release-Fiasko von Cyberpunk noch einmal wiederholt?

Małgorzata Mitręga: Der Release war eine echte Lehre für uns, durch die wir uns auf vielen Ebenen weiterentwickelt haben, wenn es darum geht, wie wir produzieren. Das betrifft die Entwicklung selbst, die Prozesse, die Pipelines, aber auch wie wir zwischen den Abteilungen kommunizieren, genauso wie innerhalb der Teams und auch mit dem Vorstand.

Ich würde sagen, das Klima ist inzwischen sehr viel ehrlicher und es ist ein größeres Bewusstsein dafür da, was im Rahmen der Qualitätsverbesserung machbar ist. Denn das ist etwas, was man im kreativen Bereich immer zu viel macht, man will immer mehr und mehr haben.

Artwork zum Spiel Cyberpunk Quelle: CD Projekt RED Ich denke, das Bewusstsein, dass alles seinen Preis hat, ist wirklich wichtig. Deshalb kommunizieren wir jetzt in jedem Zwischenstadium, bevor wir entscheiden, die Entwicklung weiterzubewegen. So können wir sicherstellen, dass sich immer alle sicher fühlen mit einem Produktionsschritt, bevor wir weitermachen.

Wir sprechen mit unseren Teams auch viel mehr über Verantwortlichkeit. So werden die Leute befähigt und verstehen die gesamte Vision. Sie wissen so viel genauer, was eigentlich erwartet wird. Wir haben viele funktionsübergreifende Teams, deshalb sind sie zusammen verantwortlich, wenn sie gemeinsam an einem Teil arbeiten.

Was sich auch geändert hat, ist, dass wir das Spiel von Anfang an auf der Konsole spielen und dass es die ganze Zeit stabil und spielbar ist. Wir iterieren also sehr schnell, um zu sehen, woran akut gearbeitet werden muss. Und da hilft auch die Unreal Engine sehr, und das, was Sebastian gesagt hat. Sie erlaubt es uns, die Produkte viel schneller zu iterieren.

Der Release von Cyberpunk hat auch Einfluss darauf genommen, wie wir The Witcher 4 angekündigt haben. Was wir jetzt mit dem Trailer machen, ist, dass wir der Welt sagen: "Hallo, wir sind hier. Wir sind zurück mit der The Witcher-Franchise." Das ist großartig, aber das ist absichtlich noch nicht der Beginn der Kampagne.

Das richtige Marketing schieben wir näher an die Veröffentlichung, sodass wir alle sicher sind, dass das Spiel genau so machbar ist, wie wir es zeigen, und dann wird auch das Tempo der Kommunikation anders sein.

Wir arbeiten dabei sehr eng mit den Marketingteams zusammen, sodass wir uns alle abstimmen können. Für The Witcher 4 muss das jetzt alles gut laufen als erstes Spiel nach Cyberpunk. Aber ich denke, Phantom Liberty hat bereits gezeigt, dass wir uns gebessert haben. Und das ist die Richtung, die wir weiterhin einschlagen wollen.

PC Games: Wenn wir schon bei den Details des Spiels sind - ist es jetzt klar, welches Ende von The Witcher 3 als canon zählt?

Sebastian Kalemba: Nein, das können wir nicht sagen.

Małgorzata Mitręga: Aber alle Enden sind wichtig.

Sebastian Kalemba: Was wir sagen können, ist, dass wir bei der Entwicklung von The Witcher den Canon jederzeit im Hinterkopf haben - also sowohl, was in unseren Spielen passiert, als auch die von Texte von Sapkowski [Autor der Buchvorlage, Anm.], die sehr wichtig für uns sind. The Witcher 4 beginnt ein paar Jahre nach Wild Hunt, und ich kann versichern, dass wir uns der verschiedenen Enden von Wild Hunt sehr bewusst sind und sie in der Fortsetzung nicht ignorieren.

Aber um darauf einzugehen, was man im Trailer gesehen hat, also dass Ciri bereits mutiert ist, mit ihren veränderten Augen - dieser Zeitsprung kommt nicht am Anfang des Spiels. Zu Beginn sind wir aber schon auf dem Weg dahin, irgendwann zu mutieren, und man wird langsam erfahren, was es wirklich bedeutet, ein Hexer zu werden.

Wir werden den Spieler diesen Lore-Teil komplett erleben lassen, und das ist das allererste Mal, dass man zum Hexer wird. Aber wir geben den Spielern auch ein paar Werkzeuge an die Hand, mit denen sie ihren eigenen Weg erkunden können. Der Pfad ist also nicht komplett vorgegeben.

Die letzte Szene des the Witcher 4-Trailers Quelle: CD Projekt Małgorzata Mitręga: Vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass es sich um eine Art Ursprungsgeschichte handelt. Für ein neues Publikum, das mit der Witcher-Welt überhaupt nicht vertraut ist und auch nicht weiß, was jemanden zum Hexer macht, funktioniert das Spiel also auch.

Es kann mit Ciri das erste Mal sein, dass man die Witcher-Welt kennenlernt und man kann mit ihr zusammen auch ohne Vorkenntnisse auf dem Hexerpfad wandeln. Und dann natürlich zu den vorherigen Spielen zurückkehren, um mehr über die Geschichte zu erfahren.

Sebastian Kalemba: Dass Ciri den Pfad von Anfang an geht und dass The Witcher 4 einige Jahre später spielt, ist wirklich cool. Denn das gibt uns die Möglichkeit, eine wirklich geerdete und motivierende Geschichte mit vordefinierten Charakteren zu erzählen, ohne in bestehende Plots einzugreifen. Ciri ist gleichzeitig als Charakter wirklich interessant, mit all den inneren und äußeren Konflikten, mit denen sie zu kämpfen hat. Und das macht uns zuversichtlich, eine Geschichte zu erzählen, die sowohl für erfahrene als auch für neue Spieler funktionieren kann.

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