The Witcher: Geralt von Riva - Der Held wider Willen - Seite 2
Special
In unserem Charakter-Special zum Witcher Geralt von Riva erklären wir, was den Weißen Wolf ausmacht, und warum er so ein fantastischer Protagonist ist.
Geralt ist das ungewollte Kind einer Zauberin, die ihr Baby kurz nach der Geburt nach Kaer Morhen in die Festung der Hexer brachte. Dort unterzog man den Jungen der sogenannten Kräuterprobe, eines schmerzhaften Veränderungsprozesses. Nur zwei von zehn angehenden Hexern überleben die Kräuterprobe. Dank dieser Prozedur verfügt Geralt unter anderem über eine stärkere Muskulatur, verbesserte Reflexe, hört und sieht besser und kann weder verzaubert noch hypnotisiert werden. Außerdem altert er nach der Mutation viel langsamer als normale Menschen.
Allerdings sind auch alle Hexer steril und müssen sich weiteren Experimenten unterziehen. Eine Folge der Experimente ist Geralts Pigmentstörung, die sich in seiner bleichen Haut und den schlohweißen Haaren äußert. Vor allem aber leiden Hexer darunter, dass ein Zauberer ihnen einst völlige Emotionslosigkeit unterstellte und sich dieses Vorurteil in der Welt verbreitete. Schon wegen der Mutation werden die Hexer in der Welt als anders und unmenschlich wahrgenommen, und durch den Irrglauben bezüglich der Emotionslosigkeit gelten sie als eiskalte Schlächter.
In diesem Artikel
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- Seite 5 Bildergalerie
Quelle: PC Games
Geralt von Riva - Der Held wider Willen - Charakter-Special (5)
Geralt lebt also seit seinem Auszug als Hexer in die Welt damit, dass er als Mutant und Unmensch angesehen wird. Jemand, der nur temporär geduldet wird, wenn es ein Monsterproblem gibt, aber niemals akzeptiert oder als gleichgestellt behandelt wird. Das erleben wir auch in den Spielen. Hinter Geralts Rücken wird getuschelt, teilweise wird er auch direkt beleidigt. Fast überall trifft er auf Ablehnung, es sei denn es gibt ein Problem, um das er sich kümmern soll.
Das ist für Geralt sicherlich nicht schön, aber als Spieler nimmt man hier eine interessante Perspektive ein. Wie in vielen Filmen und anderen Spielen sorgt die Rolle des zu Unrecht Ausgestoßenen für Mitgefühl und Identifikation mit dem Charakter. Dadurch wird uns ein besserer Zugang zu der grausamen Welt von The Witcher gewährt.
Außerdem sorgt eben die Rolle als Ausgestoßener von vornherein dafür, dass es eine gewisse Distanz zwischen uns und dem oftmals brutalen Geschehen um uns herum gibt. Als Geralt gehören wir schließlich nicht dazu.
Undank ist der Welten Lohn
Dabei werden wir auch immer wieder mit einer Geschichte aus der Vergangenheit des Hexers konfrontiert, wenn Leute ihn abfällig den Schlächter von Blaviken nennen. Hier greifen die Spiele ebenfalls eine Geschichte aus den Werken Sapkowskis auf. Geralt tötete einst die junge Renfri und ihre Bande, weil diese vorhatte, den Zauberer Stregobor zu erpressen, indem sie nach und nach die Bewohner Blavikens ermorden.
Die Menschen in Blaviken erkannten jedoch nicht ihre Rettung, sondern sahen nur, wie Geralt eine Gruppe Menschen umbrachte. Der Spitzname Schlächter von Blaviken blieb am Hexer kleben und verbreitete sich. Das sorgt natürlich dafür, dass ihm noch mehr Verachtung entgegenschlägt. Geralt ist also eigentlich ein Held, erhält dafür aber keinerlei Anerkennung oder auch nur ein Dankeschön.
Quelle: PC Games
Geralt von Riva - Der Held wider Willen - Charakter-Special (13)
Diese prägende Geschichte wird nicht nur in Gesprächen thematisiert, wir erleben ähnliche Momente als Geralt auch in den Spielen. Als beispielsweise in The Witcher 3 eine Wirtin bedroht wird, schreiten Geralt und Vesemir ein. Dank erwartet die Hexer jedoch nicht.
Das angerichtete Blutbad sorgt dafür, dass die gerettete Wirtin sie beschimpft und sagt, sie sollen nie wiederkommen. Wir erfahren also selbst, wie es sich anfühlt, in einer Welt ohne Gerechtigkeit für ebendiese einzustehen. So gibt uns das Spiel einen guten Einblick in den Kopf Geralts und bringt uns gleichzeitig die Regeln der Welt des Hexers bei.
Alles andere als gefühlskalt
So hartnäckig sich in der Welt von The Witcher auch das Gerücht hält, Hexer seien gefühllose Schlächter und Geralt aufgrund der Geschichte in Blaviken der schlimmste von ihnen: Das stimmt natürlich nicht.
Geralt dachte selbst jahrelang, er könne nur anderen Hexern und vielleicht noch der Priesterin Nenneke vertrauen, doch er wird eines Besseren belehrt. Im Verlaufe der Kurzgeschichten und Romane von Sapkowski lernt der Weiße Wolf mehrere Personen kennen, die nicht nur sein Schicksal, sondern auch seinen Charakter maßgeblich beeinflussen und auch in den Spielen mehr oder weniger große Rollen spielen und ihm als Antrieb dienen.
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