The Witcher 4: Wen werden wir spielen? Die Zukunft der Hexer im Ausblick

Special Felix Schütz
The Witcher 4: Wen werden wir spielen? Die Zukunft der Hexer im Ausblick
Quelle: PC Games

Worum geht es in The Witcher 4? Wen werden wir spielen, welche Rolle spielen Ciri und Geralt? Und was hat es mit dem mysteriösen Luchsmedaillon auf sich? In unserem Was-wäre-wenn-Special überlegen wir uns, in welche Richtung The Witcher 4 gehen könnte.

Es ist schon jetzt eine der Ankündigungen des Jahres: CD Projekt hat offiziell die Arbeiten an einem brandneuen Spiel im Witcher-Universum aufgenommen. Bis auf die Tatsache, dass das Ding auf der topmodernen Unreal Engine 5 basieren soll, ist allerdings noch nicht viel bekannt. Das heizt natürlich die Diskussionen an und lädt zum fröhlichen Spekulieren ein. In unserem Special (plus Video) fassen wir die Faktenlage zusammen und überlegen uns, wie die Zukunft der Witcher-Serie aussehen könnte. Und dazu auch gleich eine kleine Spoiler-Warnung: Hier besprechen wir ausdrücklich wichtige Ereignisse aus den Büchern und natürlich aus allen drei Spielen.

Das Wichtigste zuerst: The Witcher 4 heißt wahrscheinlich gar nicht The Witcher 4. Das hat auch Radek Grabowski, der Global PR Director von CD Projekt, nochmal auf Twitter deutlich gemacht: Die Rede ist nur von einer "neuen Saga im Witcher-Franchise". Das bedeutet nicht nur, dass das Spiel keine 4 im Titel haben wird, sondern soll auch heißen: CD Projekts Witcher-Trilogie, die 2007 mit dem ersten Spiel begann, ist wirklich zu Ende erzählt. Und auch wenn CD Projekt hier noch nichts hundertprozentig ausgeschlossen hat, gilt es darum als wahrscheinlich, dass unser Lieblingshexer Geralt als Hauptfigur ausgedient hat. Vergleiche zu Mass Effect, das mit Andromeda seinen Neuanfang suchte, dürfen an dieser Stelle gerne gezogen werden.
Aber wer wird stattdessen in Geralts Fußstapfen treten? Wie könnte die Story aussehen? Und vor allem: Was hat das mit dem mysteriösen Medaillon auf sich, das - wie wir nun wissen - weder Wolf noch Katze, sondern einen Luchs darstellt?

Ende und Neubeginn

Wir erinnern uns: Nach dem gewaltigen Finale von The Witcher 3 bekam Geralt nochmal zwei DLCs spendiert - darunter auch die hervorragende Erweiterung Blood & Wine. Die entführte Geralt ins mediterrane Toussaint, wo er im Verlauf der Geschichte ein Weingut erhält und sich dort mit der Liebe seines Lebens zur Ruhe setzen kann. Es ist ein verdienter, würdevoller Abschluss für einen alternden Hexer, der des Kämpfens langsam müde ist und von all den politischen Ränkespielen der letzten Jahre die Schnauze gestrichen voll hat. Auch wenn sich Geralt theoretisch nochmal in ein völlig neues Abenteuer stürzen könnte, gehen wir nicht davon aus, dass er nochmal ein spielbarer Charakter sein wird. Damit würde sich CD Projekt nämlich ein paar wichtige Chancen verbauen, um die Reihe wirklich nach vorn zu bringen.
The Witcher 3: Blood and Wine Quelle: PC Games Hexer im Ruhestand: Blood & Wine markiert den (vorläufigen) Schlusspunkt von Geralts Saga. Was aber natürlich nicht heißt, dass Geralt deshalb gleich abgeschrieben ist. Im Grunde hat CD Projekt hier mehrere Optionen: Entweder man macht so einen großen Zeitsprung, dass Geralt mittlerweile verstorben ist, oder man verlegt den Schauplatz einfach weit weg von Geralt. Auch eine Möglichkeit: Der Hexer treibt sich immer noch in der Spielwelt herum. Ganz egal, wie alt er dann ist, könnte Geralt dann zum Beispiel eine neue Rolle übernehmen - nämlich die des Mentors. Geralt folgte sein Leben lang den Lehren von Vesemir, der in Wild Hunt allerdings den Heldentod stirbt. Danach bleiben nur noch wenige Mitglieder der Wolfsschule übrig, die das Zepter übernehmen könnten - und Geralt wäre zweifellos der geeignetste Kandidat, um in Vesemirs Fußstapfen zu treten.

Tritt Ciri Geralts Erbe an?

Was nun die Frage aufwirft, wer stattdessen die neue Hauptfigur wird. Viele haben bereits auf Ciri getippt, die seit Witcher 3 zu den absoluten Fan-Lieblingen gehört. Das halten wir aber eher für unwahrscheinlich, aus zwei Gründen. Erstens: In nur einem Ende von Witcher 3 begibt sich Ciri wirklich auf den Pfad der Hexer und durchstreift mit ihrem Ziehvater Geralt das Land. In einer anderen Endsequenz besteigt Ciri dagegen den Thron von Nilfgaard und in einer anderen Variante gibt sie den Löffel ab. Das sind keine guten Voraussetzungen, um sie als neue Hauptfigur zu etablieren - auch wenn Ciri zweifellos ein toll ausgearbeiteter Charakter mit beeindruckenden Fähigkeiten ist.
Erfahren und ungeheuer mächtig: Ciri ist eine tolle Figur. Aber macht sie das auch zur idealen Heldin?  Quelle: PC Games Erfahren und ungeheuer mächtig: Ciri ist eine tolle Figur. Aber macht sie das auch zur idealen Heldin?  Was uns aber zum zweiten Punkt bringt, der gegen Ciri spricht: Sie ist einfach viel zu mächtig und zu erfahren, um aus ihr noch eine wirklich spannende Spielfigur zu machen. Natürlich könnte man das Gleiche auch über Geralt sagen, weshalb der im ersten Spiel aber auch eine Amnesie verpasst bekam und sich sein Wissen erst wieder erarbeiten musste. Für die dimensionshüpfende Ciri könnte CD Projekt zwar einen ähnlichen Weg gehen und dafür sorgen, dass sie zu Beginn ihre Kräfte verliert - doch dann stellt sich schon die Frage, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt. Und wie das dann erst über mehrere Spiele hinweg funktionieren soll - schließlich gehen wir davon aus, dass The Witcher 4 nur der Startschuss für eine ganze Reihe neuer Spiele wird. Würde CD Projekt also gleich reinen Tisch machen und eine völlig neue, unverbrauchte Spielfigur etablieren, würde das den Entwicklern und Autoren viel Stress ersparen und gleichzeitig zig neue Möglichkeiten eröffnen.

Das Rätsel um den Luchs

Ein Grund, weshalb viele anfangs auf Ciri gehofft haben, ist übrigens dieses Bild hier, das CD Projekt zur Ankündigung veröffentlicht hat.
The Witcher Quelle: CD Projekt Red Das Luchsmedaillon ist der entscheidende Hinweis: Im nächsten The Witcher könnte eine völlig neue Schule im Mittelpunkt stehen. Anfangs wurde noch eifrig gerätselt, ob es sich dabei um ein neues Medaillon der Wolfsschule handelt - oder ob es vielleicht doch eher [url=hexer.fandom.com/wiki/Katzenschule]ein Symbol der Katzenschule sein[/url] könnte. In The Witcher 3 trägt Ciri nämlich ein Katzenmedaillon an ihrem Gürtel und auch im Interface links oben ist es zu sehen, sobald man Ciri spielt. Dieses Detail geht allerdings direkt auf die Buchvorlage von Sapkowski zurück. Darin gerät Ciri in die Fänge von Leo Bonhart, ein geschickter Kämpfer und Hexer-Jäger. Er trägt drei Amulette bei sich, die er getöteten Hexern abgenommen hat - einen Wolf, eine Katze und ein Greifen. Nach langem Hin und Her gelingt es Ciri schließlich, Bonhart im Zweikampf zu besiegen. Danach nimmt sie das Katzenmedaillon als Trophäe an sich. Das heißt allerdings nicht, dass sie sich der Schule der Katze deshalb zugehörig fühlt, im Gegenteil - sie hat schließlich an der Wolfsschule trainiert, ihre Hexer-Wurzeln liegen also eindeutig in Kaer Morhen.

Die Zukunft der Hexer

Schon kurz nach der Ankündigung hat sich die Sache aber ohnehin geklärt: Über Twitter bestätigte Robert Malinowski von CD Projekt, dass es sich bei der verschneiten Halskette um ein Luchs-Medaillon handelt. Die Schule des Luchses kam weder in den Büchern noch in den Spielen bislang vor, sie wäre also eine Neuschöpfung von CD Projekt. Und das wäre auch nicht das erste Mal: Die Witcher-Spiele basieren zwar auf den Büchern von Autor Sapkowski, doch die Lore wurde mit jedem Spiel erweitert und vertieft. So werden in den Büchern beispielsweise nur die Wolfs- und Katzenschule direkt erwähnt. Und mit dem Greifenmedaillon bestätigt Sapkowski indirekt auch eine dritte Schule. Mit den Witcher-Spielen führte CD Projekt dann noch die Schulen der Viper, die Bärenschule und die Mantikorschule ein. Zusammen mit dem Neuzugang Luchs macht das also insgesamt sieben bekannte Schulen im Witcher-Spieleuniversum. Das schließt übrigens auch ein Prequel mehr oder weniger aus, denn von der Schule des Luchses war in den Vorgängerspielen schließlich nie die Rede.

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