The Walking Dead - das große Finale: Dreister geht's kaum!
Special
Seit 12 Jahren sorgt die immens erfolgreiche und mitreißende Zombie-Serie The Walking Dead für Aufregung, etliche Theorien zum Ausgang der Handlung und kontroversen Gesprächsstoff. Und das trotz starker Qualitätseinbußen, die mit jeder Staffel zugelegt haben, sowie wirren und gehaltlosen Story-Ideen, die nie ein wirkliches Ziel vor Augen haben. Das große Finale setzt jetzt noch einen obendrauf. Redakteur Maci verrät, warum der große Serienabschluss der AMC-Serie kaum dreister sein könnte.
Noch mehr Sinnlosigkeiten? Im finalen Sprint der Show werden hochintelligente Zombies eingeführt, die Leitern erklimmen und Fensterscheiben mit einem Stein einschlagen. Man wollte also am Schlusspunkt der Reise noch einmal dem Zentrum der Sendung Gewicht geben. Und, viel wichtiger, das übergreifende Thema erneut aufheizen und mit neuen Spannungselementen füttern, so, dass es zum fulminanten Abschluss - passenderweise - zum lodernden Riesenbrand kommen kann. Die gar nicht mal so frischen und smarten Zombie-Varianten brechen ins Commonwealth, abertausende Menschen sind in Gefahr. Au Backe!
Eine Straße ... sorry, eine Stadt brennt!
Eigentlich müsste in jeder Straße der riesigen Stadt, genauer gesagt in der einen Straße, die man ständig zu sehen bekommt, wortwörtlich die Hütte brennen. Kinder, die auf dem Heimweg angefallen werden, Kranke und Schwache, die kaum eine Chance haben, sich zu wehren und Leichen auf blutüberströmten Gehwegen. Doch bevor es ernst wird, schafft es das Ensemble der Show, alle verstreuten Zombies mit taktischem Super-Know-how in ein und dasselbe Areal, das Reichenviertel, zu schicken und hochzujagen. Bäm, eat the rich!
Quelle: AMC/Disney
The Walking Dead - das große Finale: Dreister geht's kaum! (8)
Die Truppe übernimmt nach erfolgreicher Revolution das Commonwealth und macht "irgendwie alles besser" als die bösen, habgierigen und steinreichen Leute, die das vorher versucht haben. Ex-König, Ex-Tiger-Dompteur und Ex-Freund von Carol, Ezekiel, wird zum Obermacker ernannt, weil der das "ja schon mal irgendwann gemacht hat", außerdem vertreten die 50.000 Menschen im Commonwealth anscheinend exakt dieselben politischen und sozialen Ansichten wie unsere Protagonisten. Hach, herrlich!
Vize-Anführer wird der ehemalige Sicherheitschef des Commonwealths, weil der ja so hervorragende Arbeit dabei geleistet hat, Bürgerinnen und Bürger vor Gefahren außerhalb und innerhalb der Mauern zu schützen. Ferner hat er deutlich gemacht, dass er nicht für die Menschen im Commonwealth agiert, sondern für die Entscheidungsträger. Wenn ihr mich fragt, dann ist das eine goldrichtige Entscheidung! Jedenfalls aus Sicht der Entscheidungsträger. In der Vergangenheit wurde immer wieder der undemokratisch angehauchte Führungsstil von Rick kritisiert. Man könne nicht wie ein Diktator über Menschen herrschen, hieß es, ob mit oder ohne Zombies. Nun.
Um das Ende noch befriedigender und rosiger zu gestalten, werden nach dem großen Debakel die Städte Alexandria & Co. wiederaufgebaut. Wer lieber außerhalb des Commonwealths leben will, kann das also problemlos tun. Um hochintelligente Zombies muss man sich glücklicherweise keine Sorgen machen. Ende gut, alles gut?
Wenn Sterbliche unsterblich werden
Was für die meisten vermutlich am spannendsten am Finale war, ist die große Frage, was aus unseren lieb gewonnenen Charakteren wird, die wir seit nunmehr zwölf Jahren verfolgen. Stirbt Daryl beim verzweifelten Versuch, Ricks Tochter Judith zu beschützen? Was ist mit dem anderen Kind von Rick und Michonne, Rick Grimes Jr., das jeder ständig vergisst, weil es absolut irrelevant ist? Wird die extreme Entwicklung von Carol über den Verlauf der Serie mit einem passend-tragischen letzten Kapitel geschlossen? Erfahren wir endlich, was aus Rick Grimes geworden ist? Und was ist eigentlich mit Michonne, die ihre Kinder verlassen hat, um genau diese Frage aufzuklären? Das war schließlich vor knapp zwei Staffeln ein großes Thema, wird also langsam Zeit, oder nicht?
