The Thaumaturge: Traumabewältigung mit (inneren) Dämonen - Preview
Special
Neben dem Remake von The Witcher hat das polnische Studio Fool's Theory noch ein heißes RPG-Eisen im Feuer: The Thaumaturge entführt euch in ein politisch instabiles Polen des Jahres 1905, wo ihr als spiritueller Detektiv Menschen auf den Zahn fühlt, um ihnen zu helfen - oder sie zu manipulieren. Wir durften uns das Spiel vorab ansehen und verraten euch, was wir zu RPG-Gameplay, Story und Entscheidungen herausgefunden haben!
Auch hier kommt uns unser sechster Sinn zugute, es wird nämlich angezeigt, welcher Gegner in welcher Reihenfolge mit welchem Angriff am Zug ist. Neben Wiktor, der sich mit den Fäusten und psychologischen Tricks zur Wehr setzt, können wir auch die Salutors herbeirufen, die je nach ihrer "Heimatdimension" für unterschiedliche Dinge zuständig sind. Upyr, ein schwebendes Skelett mit markanter Kleidung und Gehstock, entstammt etwa der Herz-Dimension, weswegen seine Angriffe mit Wiktors Gesundheitszustand zusammenhängen. Der Salutor Bukavac, den wir der Tochter abgenommen haben, ist dagegen für Flüche zuständig, die den Gegnern jede Runde schaden.
Diese Fähigkeiten lassen sich natürlich aufwerten. Mit verdienten Erfahrungspunkten schalten wir Perks frei, mit denen wir einzelne Angriffe erweitern, um etwa die Chance auf einen kritischen Treffer oder auf das Unterbrechen einer gegnerischen Aktion zu erhöhen. Im gezeigten Material wirkten die Upgrades mächtig, die Talentmenüs und Kämpfe aber recht überschaubar.
Ein Gameplay-Komplexitätsmonster erwarten wir bei The Thaumaturge also nicht unbedingt, auch wenn wir in den gezeigten Anfangsszenen natürlich bei weitem nicht alles gesehen haben und mögliche Synergien zwischen den Salutors und ihren Kräften noch unbekannt sind.
Quelle: Fool's Theory / 11 bit Studios
Rollenspieltechnisch wirken bisher die Entscheidungen in Dialogen deutlich interessanter, als die beim Kämpfen - auch, weil wir begonnene Kämpfe beispielsweise nicht mit unseren Psychotricks "friedlich" beenden können, sondern schlicht gezwungen sind, alle Feinde zu töten. Manche Gefechte von vornherein per Dialog und Skill-Check zu vermeiden wird aber möglich sein.
No doubt this Rasputin had lots of hidden charms
Nach dem kurzen Einblick sind wir vor allem von der spannenden Prämisse von The Thaumaturge überzeugt: Das Rollenspiel zeichnet eine düstere, erwachsene Welt voller psychologischer und politischer Pulverfässer, die wir mit (hoffentlich) schwierigen Entscheidungen beeinflussen dürfen. Die Systeme des Spiels wirken dabei unkompliziert genug, um der Geschichte nicht im Weg zu stehen.
In puncto Dialoginszenierung sollte Fool's Theory allerdings noch nachbessern, damit wir nicht zu sehr zum Durchskippen verleitet werden. Daran scheitern zwar die meisten Spiele, bei diesem wäre es aber ein besonders großer Störfaktor, immerhin gehen eine emotionale Story und roboterhaft gespielte Charaktere kaum zusammen.
Offenbar wollen sich die Entwickler die nötige Zeit auch nehmen, denn ein Release-Fenster oder gar ein Datum hatten sie zur Preview noch nicht parat. Als Plattform ist aktuell nur der PC bestätigt. Weil die Tutorial-Fenster im Gameplay aber auch schon Controller-Tasten anzeigten, sind wir guter Dinge, dass The Thaumaturge für Konsole erscheint.
