The Thaumaturge: Traumabewältigung mit (inneren) Dämonen - Preview
Special
Neben dem Remake von The Witcher hat das polnische Studio Fool's Theory noch ein heißes RPG-Eisen im Feuer: The Thaumaturge entführt euch in ein politisch instabiles Polen des Jahres 1905, wo ihr als spiritueller Detektiv Menschen auf den Zahn fühlt, um ihnen zu helfen - oder sie zu manipulieren. Wir durften uns das Spiel vorab ansehen und verraten euch, was wir zu RPG-Gameplay, Story und Entscheidungen herausgefunden haben!
Was wir dagegen schon feststellen konnten: Die Figuren gefallen in der Nahaufnahme mit detaillierten Modellen und thematisch passenden Charakterdesigns und Kostümen. Vor allem Rasputin haben die Entwickler authentisch eingefangen, aber auch Wiktor selbst sieht seiner Rolle entsprechend abgekämpft und zwielichtig aus. Schauspielerisch hat uns das Gezeigte aber noch nicht ganz überzeugt. Dialoge sind trocken inszeniert, die Figuren bewegen sich roboterhaft, und das, was wir von der (englischen) Synchro hinter dem Entwicklerkommentar hören konnten, klang vor allem bei Nebenfiguren eher vorgelesen als geschauspielert. Nun befindet sich The Thaumaturge natürlich noch im Entwicklungsprozess und Animationen und Inszenierung lassen sich bestimmt noch polieren. Bei der Vertonung sind wir uns da aber nicht so sicher, sollte sie denn schon fertig im Kasten sein.
In his eyes a flaming glow
Optisch hat das auf der Unreal Engine 5 laufende Spiel detailreiche, stimmungsvolle Umgebungen auf Lager, die immer wieder von der blutrot getünchten Geisterwelt überlagert werden. Die bekommen wir etwa zu Gesicht, als sich Wiktor von Rasputin unter die Motorhaube schauen lässt und dabei einen Teil seiner Kräfte zurückgewinnt.
In Wiktors Gedankenpalast wird dann auch deutlich, dass er schon innere Dämonen mitbringt, bevor er sich auf seinem Abenteuer auch noch die der anderen Menschen auflädt. Spannend!
Quelle: Fool's Theory / 11 bit Studios
Weil er danach eine spirituelle Macht in der Nähe wahrnimmt, begibt sich Wiktor auf Spurensuche im angrenzenden Dorf. Hier kam vor einiger Zeit der Dorfälteste bei einem ungeklärten Brand ums Leben. Das Trauma lastet noch immer auf der Gemeinde und ihren Bewohnern, wodurch ein böser Geist ins Dorf gelockt wurde. Diese "Salutors" genannten Wesen sind von der slawischen Mythologie inspiriert und können von Wiktor gezähmt und als Verbündete eingesetzt werden. Hat irgendjemand Persona gesagt?
They didn't quit, they wanted his head
Durch Hinweise und Dialoge finden wir schließlich heraus, dass es die Tochter des Dorfältesten war, die das Feuer legte, um zu vertuschen, dass sie vorher ihren Vater ermordet hatte. Je nach unserem Informationsstand können wir die wütenden Dorfbewohner nun davon abhalten, die Tochter zu lynchen, tatenlos zusehen oder die Frau selbst manipulieren, um den Ausgang der Geschichte zu verändern. Nachdem wir die Tochter dazu gebracht haben, die Flucht zu ergreifen, müssen wir uns gegen die anrückende Meute verteidigen, indem wir das zweite Gameplay-Standbein von The Thaumaturge einsetzen: Rundenbasierte Kämpfe mit den Kräften der Salutors.
