The Sojourn in der Vorschau: Interessanter Ego-Puzzler mit ansprechender Atmosphäre
Special 22,05 €
Ihr seid Liebhaber ruhiger, atmosphärischer Ego-Puzzler wie The Witness, Observation oder The Talos Principle? Dann könnte auch The Sojourn etwas für euch sein! Wir bekamen Besuch von den Entwicklern und konnten ausführlich in den Titel hineinspielen. Alle Infos und auch unser Preview-Video findet ihr in dieser Vorschau.
Eine mysteriöse Welt voller Rätsel. Wir in Gestalt eines Protagonisten aus der Ego-Perspektive, der sich darin wiederfindet. Unsere Aufgabe: Eine Kopfnuss nach der anderen knacken, um von einem Areal zum nächsten zu gelangen und das Geheimnis hinter der Welt zu lösen. Nun, von welchen Ego-Perspektive-Puzzler der letzten Jahre reden wir hier wohl? Die Wahrheit ist, dass diese Beschreibung auf einen Gutteil davon zutrifft.
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Mit The Witness, The Talos Principle oder Obduction hat sich in den vergangenen Jahren und wohl ausgehend von Portal ein Adventure-Subgenre entwickelt, nicht unähnlich den vielgescholtenen Walking-Simulatoren, aber mit deutlich mehr spielerischem Gehalt. Hier gilt es eben nicht nur, die Atmosphäre aufzunehmen und mal mit, mal ohne Dialoge und Monologe die Hintergründe der Situation, in der wir ums befinden, zu verstehen zu versuchen. Nein, zusätzlich müssen allerlei knifflige Knobeleien gelöst werden.
Stumme Stimmung
Quelle: Iceberg Interactive
The Sojourn in der Vorschau: Interessanter Ego-Puzzler mit ansprechender Atmosphäre
The Sojourn (jetzt kaufen 21,90 € / 22,05 € ) geht den Dialog- und Monolog-freien Weg. Wir finden uns in einer Welt wieder, geprägt vom Spiel zwischen Licht und Schatten. Hübsch sieht sie aus, die Umgebung, durch die wir uns bewegen. Versehen mit einem bunten, großflächig texturierten und sanft beleuchteten Comic-Stil, erstrahlt hier eine fremdartige Umgebung, jedoch mit allerlei bekannten Elementen um uns herum. Zunächst wandern wir durch eine Art verfallene Stadt, später warten unter anderem eine Art riesige Bibliothek und eine verlassene Schneelandschaft auf uns. Wir sind alleine, lediglich seltsame Statuen in Menschenform und in Positionen des Alltags festgefroren säumen unseren Weg. Untermalt wird das Geschehen von sanften, unaufdringlichen Melodien, noch häufiger jedoch lediglich von Umgebungsgeräuschen.
Welt des Wunderns
Quelle: Iceberg Interactive
The Sojourn in der Vorschau: Interessanter Ego-Puzzler mit ansprechender Atmosphäre
Insgesamt vier Kapitel, unterteilt in jeweils zahlreiche Abschnitte respektive Levels, erwarten uns, die sich atmosphärisch allesamt voneinander unterscheiden sollen. Warum wir hier sind, was passiert und was unser Ziel ist, müssen wir uns selbst zusammenreimen; durch die Beobachtung unserer Umgebung, durch Schlussfolgerungen, die wir aus den Benennungen der Kapitel und den Ereignissen um uns herum ziehen. Schlussendlich läuft alles auf die eigene Interpretation hinaus, darauf, was man aus dem Spiel mitnehmen will und Lücken sollen laut den Entwicklern bewusst nicht geschlossen werden. Bewegen wir uns durch eine Allegorie auf Leben und Tod? Durch eine Metapher auf die menschliche Existenz in all ihren Facetten? Oder erforschen wir die Depression des Protagonisten oder der Protagonistin? Das zu entscheiden, steht uns frei. Wie gut dieser Ansatz funktioniert und ob die Welt und die angedeutete Handlung hochwertig genug sind, um uns bei der Stange zu halten, werden wir erst erfahren, wenn The Sojourn am 20. September für PC und PS4 erscheint. Beim Anspielen wirkten die Stimmung und die erzählerischen Hintergründe zumindest schon hochwertig.
Im Dunkeln ist gut Puzzeln
Quelle: Iceberg Interactive
The Sojourn in der Vorschau: Interessanter Ego-Puzzler mit ansprechender Atmosphäre
Spielerisch wird relativ bekannte, aber kompetent gemachte Kost geboten. Viel zu beachten gibt es bei der Steuerung nicht. Wir können uns lediglich bewegen - ein Sprintbutton existiert nicht -, mit einem Knopf Dinge in Reichweite betätigen respektive aufnehmen und mit einem weiteren Button bestimmte Objekte in der Ferne aktivieren. Das prägendste Element ist der Wechsel zwischen Licht und Schatten. Befinden wir uns auf bestimmten Plattformen, können wir auf Knopfdruck zu einer düsteren Version der Welt wechseln, in der manche Objekte existieren, die es in der anderen Dimension nicht gibt, Türen geöffnet oder verschlossen sind und umgekehrt. Allerdings können wir uns in dieser Realität nur über eine gewisse Distanz hinweg fortbewegen, bevor wir wieder in die helle Welt zwangsversetzt werden. Nach und nach kommen immer weitere Spielelemente hinzu. Schon bald etwa treffen wir auf spezielle Statuen, mit denen wir in der dunklen Welt aus der Ferne den Platz tauschen können, Lichtharfen, die Plattformen entstehen lassen, solange ihr Spiel erklingt, oder Bodenplatten, welche die Objekte kopieren, die wir auf ihnen platzieren. Auch die ein oder andere optionale Rätselei erwartet uns, deren Lösung mit einem Dokument mit weiteren Hintergründen zur Spielwelt belohnt wird.
Eines nach dem Anderen!
Quelle: Iceberg Interactive
The Sojourn in der Vorschau: Interessanter Ego-Puzzler mit ansprechender Atmosphäre
Bis auf kurze Tutorial-Einblendungen, die uns als Hilfestellung dienen, liegt es an uns, die Funktionsweisen der meisten Objekte selbst zu erschließen. Da ist es ganz gut, dass zumindest in den frühen Stunden des nach Entwicklerangaben etwa zehnstündigen Adventures die einzelnen Rätselelemente nur bedingt gemischt und wir somit langsam an sie herangeführt werden. Später freilich soll dies nicht mehr der Fall sein und wir müssen unsere grauen Zellen deutlich intensiver nutzen. Zudem werden die etablierten Regeln auch immer wieder kurzzeitig auf den Kopf gestellt beziehungsweise umgemodelt, sodass wir etwa länger in der dunklen Welt unterwegs sein können, dafür aber auf andere Hindernisse achten müssen. Ganz einfach ist The Sojourn aber auch im frühen Spiel schon nicht - um die Rätsel zu lösen, ist es auch hier unabdingbar, immer wieder um die Ecke zu denken.
Entspannte Rätselreise
Allerdings, einen Game-Over-Bildschirm gibt es nicht und fallen wir in einen Abgrund, werden wir einfach wieder oben abgesetzt. Den größten Stress stellen Rätsel da, in denen wir Aufgaben innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens lösen müssen, etwa während des Klanges einer Harfe. Konsequenzen, wenn wir einen zweiten, dritten oder 20. Versuch unternehmen müssen, gibt es aber erwartbarerweise keine. The Sojourn ist also ein sehr entspanntes Erlebnis. Ob es qualitativ mit den ganz Großen des Puzzle-Genres mithalten kann, bleibt abzuwarten. Gute Kost für Fans dieser Art Spiele sollte es aber auf jeden Fall bieten.
Wer sich einen Kauf der PC-Version überlegt, sollte übrigens wissen, dass The Sojourn wie so viele Spiele in letzter Zeit den Weg der Epic-Games-Store-Exklusivität geht. Für ein Jahr werden PC-Knobler ausschließlich über Epics Downloadshop Zugriff auf den Titel haben. Erst danach wird er auch via Steam verfügbar sein.
