The Planet Crafter: Early-Access-Check - Seite 2

Special Matthias Dammes
The Planet Crafter: Early-Access-Check - Seite 2
Quelle: PC Games

Wir haben uns im Early-Access-Check das Survival-Spiel The Planet Crafter angeschaut, das euch auf einem unwirtlichen Planeten aussetzt. In dem Spiel eines französischen Indie-Entwicklers gilt es nicht nur zu überleben, sondern auch den Planeten per Terraforming bewohnbar zu machen.

Worldbuilding für Anfänger

Neben dem Überleben haben wir aber ja noch einen anderen Auftrag. Wir sollen den leblosen Felsen unter unseren Füßen in ein bewohnbares Paradies verwandeln. Doch das ist leichter gesagt als getan. Um den Planeten allmählich zu verwandeln, gilt es die Temperatur, den Druck und den Sauerstoffgehalt der Atmosphäre zu steigern. Dazu stellen wir Heizeinheiten, Bohrer und Vegetationsröhren auf. Wie man sich aber natürlich vorstellen kann, ist die komplette Umwandlung eines Planeten ein langwieriger Prozess. Besonders mit unseren zunächst sehr bescheidenen Gerätschaften. Die Freischaltung neuer Gebäude und Maschinen ist allerdings an unseren Fortschritt in den einzelnen Werten des Planeten gekoppelt. Steigern wir zum Beispiel den Sauerstoff genug, erhalten wir Zugriff auf verbesserte Heizeinheiten, Sauerstofftanks und Vegetationsröhren. Es gibt auch einen allgemeinen sogenannten Terraformation-Index, der uns unseren Gesamtfortschritt anzeigt. Auch mit diesem werden bei bestimmten Meilensteinen neue Technologien zugänglich. Diese dienen unter anderem der Energiegewinnung und dem besseren Überleben unseres Protagonisten.

Bevor wir an die Ansiedlung von Leben denken können, müssen Temperatur, Druck und Sauerstoffgehalt der Umwelt gesteigert werden. Quelle: PC Games Bevor wir an die Ansiedlung von Leben denken können, müssen Temperatur, Druck und Sauerstoffgehalt der Umwelt gesteigert werden. Der gesamte Terraforming-Prozess ist in verschiedene Phase unterteilt, die unsere Fortschritte bei der Umwandlung deutlich machen. Wenn wir beginnen, ist der Planet im unwirtlichen Zustand. Die erste Phase zeichnet sich dadurch aus, dass der Himmel allmählich blau wird. In der nächsten Phase kommen dann Wolken dazu und wiederum eine Phase später fängt es an zu regnen. So zieht sich die Umwandlung durch eine ganze Reihe von Phasen, bis wir schließlich Grass, Blumen und gar Bäume auf dem Planeten haben. Gut gefallen hat uns dabei, dass die Veränderungen nicht abrupt passieren, sobald eine neue Phase erreicht wurde, sondern allmählich. Als auf unserem Planeten stehende Gewässer entstanden sind, konnten wir zuerst kleine Pfützen entdecken. Der Wasserspiegel stieg dann langsam immer an, bis sich richtige Seen gebildet hatten.

Home Sweet Home

Während dieser monumentalen Umwälzungen hausen wir natürlich nicht weiterhin in unserer kleinen Landekapsel. Da würde der Platz auch sehr schnell ausgehen, denn viele Gerätschaften lassen sich nur in Innenräumen aufstellen. Also bauen wir uns nebenbei auch eine schicke Basis aus verschiedenen Modulen und Räumen auf. Das funktioniert sehr ähnlich wie auch in Subnautica. Wir haben einzelne Raumkomponenten zur Verfügung, die wir zu einem großen Gebäudekomplex zusammenstecken können. Später kommen noch komplexere Einrichtungen wie ein Biodome und ein Labor dazu, die wiederum neue technische Möglichkeiten mit sich bringen.

Mit verschiedenen Raketen schicken wir Satelliten in die Umlaufbahn, die unsere Terraformingprozesse deutlich beschleunigen. Quelle: PC Games Mit verschiedenen Raketen schicken wir Satelliten in die Umlaufbahn, die unsere Terraformingprozesse deutlich beschleunigen. Ebenfalls ähnlich wie in Subnautica bauen wir auch eine Abschussrampe für Raketen. Allerdings dient diese hier nicht dazu, die Flucht anzutreten. Schließlich wollen wir unsere Freiheit zurückgewinnen, in dem wir den Planeten erfolgreich umwandeln. Dazu können wir auf der Startplattform verschiedene Raketen abfeuern, die den Terraforming Prozess signifikant beschleunigen. Eine Rakete lockt zum Beispiel uranreiche Asteroiden auf den Planeten, die die Erzeugung von Hitze deutlich beschleunigen. Als netter Nebeneffekt können wir zudem das wertvolle Uran von den Asteroiden einsammeln, sobald diese niedergegangen sind.

Gesteinsschauer sind aber auch ohne unser Zutun ein regelmäßiges Ereignis auf unserem Planeten. Häufig bringen die Brocken neue Rohstoffe mit sich. Darüber hinaus haben die Einschläge aber keine spielerischen Auswirkungen. Die Asteroiden hinterlassen weder Krater noch beschädigen sie unsere Strukturen. Das ist zwar aufgrund ihrer Häufigkeit ganz gut so, weil wir sonst gar nicht mit Reparaturen hinterherkämen. Allerdings nimmt es dem Spiel auch wenig den Realismus. Nun könnte man zwar infrage stellen, wie realistisch das ganze "Terraforming durch eine Einzelperson"-Szenario überhaupt ist. Aber wenn Meterdicke Felsbrocken auf die Erde prallen ohne Spuren zu hinterlassen wirkt das schon irgendwie seltsam. Nach langer harter Arbeit haben wir unseren Planeten so weit umgeformt, dass er Baumwachstum ermöglicht. Quelle: PC Games Nach langer harter Arbeit haben wir unseren Planeten so weit umgeformt, dass er Baumwachstum ermöglicht.

Verbesserungspotential

Es gibt noch ein paar andere Aspekte, die nicht so ganz mit unserem Verständnis der physikalischen Effekte rund ums Terraforming einhergehen. So würden wir zum Beispiel erwarten, dass die Produktion von Sauerstoff automatisch und anhaltend immer mehr ansteigt, sobald sich Pflanzen auf dem Planeten ansiedeln. Aber solange wir keine neuen unserer Gerätschaften zur Sauerstoffproduktion aufstellen, bleibt die Zuwachsrate beim Sauerstoff immer gleich. Das Gleiche gilt für die Biomasse. Dass ab einem bestimmten Stadium der Planet mit Moos und Grass bedeckt ist, hatte auf unsere Biomasse-Produktion keinerlei Einfluss.

Diesen Systemen können die Entwickler während des Early Access also gerne noch ein wenig mehr Nachvollziehbarkeit spendieren. Dass sich das Spiel noch in der Entwicklung befindet, wird auch an anderen Stellen deutlich. So sind die Menüs noch sehr fehleranfällig und teilweise eher umständlich zu handhaben. Die Steuerung hat hier und da ihre Probleme. Sei es mit Maus und Tastatur, oder mit einem Controller.

Ein Problem ist derzeit auch noch das Balancing zwischen dem Terraforming und dem restlichen Inhalt in der Spielwelt. Uns ist es so ergangen, dass wir irgendwann in der Spielwelt nicht mehr wirklich etwas zu tun hatten. Alle Wracks waren erkundet und ausgeplündert. Die einzelnen Zonen bis auf den letzten Winkel erkundet. Das Terraforming war zu diesem Zeitpunkt aber längst nicht abgeschlossen. Daher besteht der Alltag im fortgeschrittenen Spiel dann nur noch aus dem Bau neuer Terraforming-Geräte, dem Start von Raketen und Warten. Hier dürfen die Entwickler gerne noch spannende Inhalte hinzufügen.

Bislang ist The Planet Crafter also eher ein ungeschliffener Rohdiamant. Potenzial für ein gutes Survival-Spiel ist in jedem Fall vorhanden. Immerhin versprechen die Entwickler für das fertige Spiel bereits weitere Terraforming-Phasen, mehr Story-Inhalte, eine größere Welt und sogar ein Fahrzeug, das wir tatsächlich ein wenig vermisst haben. Gänzlich ausgeschlossen sind jedoch Monster oder andere Formen von gefährlichen Kreaturen. Das Spiel soll friedfertig und ohne Kämpfe auskommen, was zur Abwechslung auch mal ganz angenehm ist.

Meinung

The Planet Crafter ist am 24. März 2022 auf Steam in den Early Access gestartet. Das Spiel kann dort zum Preis von rund 18 Euro erworben werden. Es ist außerdem eine Demo verfügbar, die alle Features des Hauptspiels enthält und bis zu See-Phase des Terraforming-Prozesses gespielt werden kann.

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