The Outer Worlds in der Vorschau + 4K-Video: So spielt sich das neue Obsidian-RPG!

Special Felix Schütz
The Outer Worlds in der Vorschau + 4K-Video: So spielt sich das neue Obsidian-RPG!
Quelle: PC Games

Obsidian bricht zu den Sternen auf, bleibt spielerisch aber auf vertrautem Terrain: The Outer Worlds bedient sich großzügig bei Fallout: New Vegas, garniert das Sci-Fi-Rollenspiel aber mit jeder Menge Humor. Ob das Spaß macht, konnten wir kürzlich selbst rausfinden: Alle Infos und ein großes Preview-Video in 4K gibt's in unserer Hands-on-Vorschau!

Genre-Kenner wissen es schon lange: Wo Obsidian drauf steht, stecken meistens erstklassige Rollenspiele drin. Kein Wunder also, dass The Outer Worlds hohe Erwartungen geweckt hat - zumal das Spiel oft als eine Art geistiger Nachfolger zu Fallout: New Vegas gehandelt wird, was sich (trotz unzähliger Bugs) immer noch großer Beliebtheit erfreut. Wird The Outer Worlds solchen Vorschusslorbeeren gerecht? Ich wollte es herausfinden: Bei einem Hands-on-Event durfte ich den Einstieg sowie eine Stunde aus einem späteren Abschnitt ausprobieren und eigenes Video-Material in 4K aufnehmen. Bitte nicht wundern: Vom gelungenen Spielbeginn darf ich euch leider gar nichts erzählen, die Entwickler haben ausdrücklich darum gebeten, diesen Part nicht zu spoilern. Nur soviel sei verraten: Der Anfang inklusive Charaktererstellung ist nicht nur stimmungsvoll, sondern vor allem witzig geraten! Denn im Gegensatz zu blitzblanken Hightech-Szenarien à la Mass Effect: Andromeda nimmt sich The Outer Worlds (jetzt kaufen 60,90 € ) nicht übertrieben ernst. Euch erwartet ein leicht abgefahrenes, überaus farbenfrohes und angenehm lockeres Sci-Fi-Setting, in dem auch mal gelacht werden darf.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Aufbruch zu neuen Welten

Es gibt verschiedene Fraktionen, bei denen wir unseren Ruf verbessern oder ruinieren können. Quelle: PC Games Es gibt verschiedene Fraktionen, bei denen wir unseren Ruf verbessern oder ruinieren können. Ein guter Schuss Gesellschaftskritik zieht sich durch Obsidians Geschichte: Wir befinden uns in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der die Menschheit (wen wundert's?) nur noch von profitsüchtigen Konzernen regiert wird - und eben diese Geldgeier fassen irgendwann den Beschluss, einen fremden Planeten bewohnbar zu machen und dort eine Kolonie zu gründen. Das Terraforming geht jedoch ordentlich schief, Flora und Fauna mutieren und so wird die neue Welt kurzerhand wieder aufgegeben. Erst ein zweiter Anlauf auf einem benachbarten Planeten bringt den Erfolg - mit dem Ergebnis, dass nun zwei völlig unterschiedliche Kolonien koexistieren, nämlich Halcyon und Monarch. Deren Bewohner können sich gegenseitig nicht ausstehen und so kämpfen dort nun mehrere Fraktionen um Macht und Einfluss, während sie die sozialen Spannungen zusätzlich mit Propaganda befeuern.
Unsere Begleiter kämpfen automatisch mit und stellen sich dabei ziemlich nützlich an. Quelle: PC Games Unsere Begleiter kämpfen automatisch mit und stellen sich dabei ziemlich nützlich an. In Dialogen spielen Charakterwerte und Perks eine Rolle. Quelle: PC Games In Dialogen spielen Charakterwerte und Perks eine Rolle. Ihr schlüpft in die Rolle eines tiefgefrorenen Siedlers, der zusammen mit Hunderten anderen Kolonisten nach Halcyon verfrachtet, dort aber noch vor der Landung vom Konzernvorstand aufgegeben wurde. Die menschliche Tiefkühlfracht treibt seitdem ziellos im Orbit umher und wartet auf ihre Rettung. Durch Umstände, die ich hier nicht spoilern will, werdet ihr zu Spielbeginn als einziges Besatzungsmitglied aufgetaut und beginnt damit, euch in der neuen Welt zurechtzufinden. Als unbekannter Neuling könnt ihr beide Kolonien erforschen, für verschiedene Seiten und Fraktionen arbeiten, Allianzen schmieden, eine Verschwörung aufdecken und dabei für Ordnung oder heilloses Chaos sorgen: Typisch für Obsidian sollen eure Entscheidungen weitreichende Konsequenzen haben und am Ende das gesamte Machtgefüge in dem Sektor beeinflussen!

Es geht auch mal ohne Open World

In meiner Spielzeit war ich vor allem auf Monarch unterwegs, der ersten Kolonie, auf der das missglückte Terraforming für riesige Pilzwälder und eine mächtig aggressive Tierwelt gesorgt hat. Schon nach wenigen Schritten wird mir klar: Das Spielgefühl erinnert tatsächlich an Fallout: New Vegas! Der vielleicht wichtigste Unterschied ist aber, dass The Outer Worlds keine riesige Open World mit Aberdutzenden Spielstunden bieten soll: Obsidian arbeitet diesmal mit einem vergleichsweise kleinen Budget, eine gewaltige Sandbox wie in Fallout ist da einfach nicht drin.

Auch einen Multiplayer-Modus kann man hier lange suchen. Stattdessen erkundet ihr handgemachte, weitläufige Areale inklusive Tag- und Nachtwechseln, versteckter Orte und verschiedener Städte und Siedlungen. Auch haben die Entwickler angedeutet, dass ihr neben Monarch und Halcyon noch weitere Orte wie Raumstationen erkunden dürft. Die wichtigsten Locations dürft ihr später per Schnellreise auch direkt ansteuern, sofern ihr sie erreicht habt. geben die Entwickler mit bis zu 40 Stunden an, womit es sich ungefähr auf dem Niveau von Knights of the Old Republic bewegen würde.

Kämpfe im Ego-Shooter-Stil

In der Wildnis warten jede Menge Gegner, die ihr in klassischer Shooter-Manier von der Bildfläche putzt: Es wimmelt nur so von riesigen Insektenviechern und bissigem Monster-Getier, außerdem lungern immer wieder kleinere Banden von Plünderern und anderen Gaunern in der Gegend herum. Shooter-Kenntnisse sind hier von Vorteil: Eine Verfolgeransicht wie in Fallout gibt es nicht, ihr müsst also mit der Ego-Perspektive klar kommen. Die Schießereien spielen sich ordentlich und machen Spaß, können aber längst nicht mit dem wuchtigen Waffengefühl und Trefferfeedback eines Doom, Destiny oder Wolfenstein mithalten - mit solchen Hausnummern kann und will The Outer Worlds nicht konkurrieren. Abstriche muss man auch bei der Feind-KI machen, die sich in meiner Spielzeit immer wieder kleine Aussetzer leistet und zum Beispiel einen Feind seelenruhig in Deckung hocken lässt, während ich ihn schon längst mit Kugeln eindecke. In einem Shooter wäre das ein ernstes Problem, doch in einem Rollenspiel, das seine Schwerpunkte ohnehin woanders setzt, kann ich darüber hinwegsehen.
Wie in Fallout: New Vegas erinnern die Kämpfe an typische Ego-Shooter. Quelle: PC Games Wie in Fallout: New Vegas erinnern die Kämpfe an typische Ego-Shooter. Das coole V.A.T.S.-System aus Fallout gibt es nicht, stattdessen kommt in The Outer Worlds eine praktische Zeitlupenfunktion zum Einsatz. Die dürft ihr beliebig oft einsetzen, nach dem Gebrauch fällt lediglich ein kurzer Cooldown an. In diesem Modus könnt ihr Schwachstellen eurer Gegner leichter anvisieren oder Angriffen ausweichen, außerdem erhaltet ihr zusätzliche Infos zu eurem Ziel. Hier und da bietet es sich auch an, in die Hocke zu gehen und sich einem Feind schleichend zu nähern, dazu könnt ihr beispielsweise hohe Gräser als Deckung nutzen. Ob diese Taktik aber auf Dauer sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln: In meiner Spielzeit lief es praktisch immer auf Schießereien hinaus.

Jede Menge Waffen

Schon in kurzer Spielzeit sammeln wir jede Menge neue Waffen und Rüstungsteile. Quelle: PC Games Schon in kurzer Spielzeit sammeln wir jede Menge neue Waffen und Rüstungsteile. Das Angebot aus Nah- und Fernkampfwaffen scheint dafür ziemlich groß auszufallen: In nur einer Stunde konnte ich schon jede Menge Sci-Fi-Schwerter und High-Tech-Keulen sowie Pistolen, Scharfschützengewehre, schwere Maschinengewehre und Blitz- sowie Flammenwerfer ausprobieren! Mein Highlight: Eine mächtige Plasmakanone, die sich per Sekundärfeuer aufladen lässt und dann fette Energiegranaten verschießt - damit sind auch dicke Alienbrocken und schwer bewaffnete Mechs, die mit Schubdüsen wild durch die Gegend hüpfen, in der Regel schnell besiegt.

Neben den Waffen darf man auch Rüstungen und Helme anlegen, da scheint es eine ordentliche Auswahl zu geben. Alle Ausrüstungsgegenstände verschleißen allerdings mit der Zeit und müssen repariert werden, außerdem könnt ihr eure Ausrüstung an einer Werkbank modifizieren und so mit Bonuseffekten aufpeppen.

Bildergalerie

Solo zu dritt

Unsere Begleiterin Nyoka teilt mit einem schweren MG aus. Quelle: PC Games Unsere Begleiterin Nyoka teilt mit einem schweren MG aus. Wie in Fallout: New Vegas dürft ihr bis zu zwei NPC-Begleiter mitnehmen, die sich in Dialogen zu Wort melden, das Geschehen kommentieren und euch im Kampf automatisch unterstützen. Ihr Verhalten lässt sich in einem Menü rudimentär einstellen, dort legt ihr beispielsweise fest, ob ein Kamerad in eurer Nähe bleiben oder automatisch das Feuer eröffnen soll. Im Charaktermenü dürft ihr beide Begleiter mit Waffen und Rüstungen ausstatten, außerdem lernen sie bei Levelaufstiegen aktive Fähigkeiten, die ihr per Tastendruck auslösen könnt - die schüchterne Parvati flitzt dann zum Beispiel zum Feind hin und klatscht ihm einen blitzgeladenen Nahkampfangriff um die Ohren. Solche Attacken hauen ordentlich rein und lassen sich dank kurzer Abklingzeiten auch großzügig einsetzen, haben mit Taktik aber nicht viel zu tun - die meisten Gefechte fallen in meiner Spielzeit so simpel aus, dass es schnell keine Rolle mehr spielt, welchen Gegner man mit welchem Spezialangriff eindeckt. Hier wird erst der Test zeigen, ob das fertige Spiel auch noch forderndere Auseinandersetzungen auf Lager hat, in denen man die Begleiter auch etwas überlegter einsetzen muss.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk