The Legend of Zelda: Der 8Bit-Beginn einer wahren Legende
Special
Ein Spiel, das alles veränderte: Wir blicken zurück auf das allererste Legend of Zelda für das NES, ohne das es Zelda: Tears of the Kingdom niemals gegeben hätte.
Klar ist aber auf jeden Fall: Der Versuch, The Legend of Zelda ganz allein komplett zu lösen, war seinerzeit eine Einladung in die Irrenanstalt. Deshalb: Schulhof. Wir teilten uns in der vierten Klasse quasi Hyrule auf - und jeder von uns kümmerte sich um die ihm oder ihr zugewiesenen Ecken und erforschte diese. Am Ende stand dann eine echt gute, selbstgezeichnete Karte! Die boten wir sogar für 100 Mark dem örtlichen Videospiel-Fachgeschäft zum unbegrenzten Kopieren und Weiterverkaufen an. Doch der Ladenbesitzer raffte einfach nicht, dass wir ihm damals quasi den Heiligen Gral für alle Grund- und Mittelschüler angeboten hatten, der Depp.
Raus aus der Ecke!
Aber wir wussten zum Glück, was für ein Schatz The Legend of Zelda war. Videospiele zeigten sich damals immer so einfach gestrickt: Sei ein Klempner, lauf von links nach rechts. Sei ein Entenjäger, ziele auf Enten, drück die Lightgun, lass dich von einem Hund auslachen. Flieg quer über den Bildschirm mit deinem Raumschiff und feuere deinen Laserstrahl auf Dinge, die sich bewegen. Einfache Strickmuster: A passiert, tue B. Motivieren sollten uns High Scores. Es war deutlich zu spüren, wir lebten in der ersten Generation nach dem Spielhallen-Zeitalter, alles war noch sehr auf Arcade getrimmt.
The Legend of Zelda war da ganz anders. Eine offene Spielwelt, einfach so. Allein die Tatsache, dass man im ersten Bildschirm nach links, rechts, oben oder unten in die Höhle gehen konnte, ohne gesagt zu bekommen, was jetzt der richtige Weg ist - ein Skandal! Und für uns auch erst mal ein Kulturschock.
Quelle: PC Games
Aber zuerst Shigeru Miyamoto und danach auch Nintendo haben halt an uns geglaubt. Und wir NES-Spieler haben uns eben nicht wimmernd in die nächste Ecke verkrochen und nach mehr linearem Gameplay verlangt. "Oh, bitte, gib mir wieder Aliens, die in einer klaren Linie auf mich zugeflogen kommen!" Wir waren nämlich auch etwas ganz Besonderes.
Etwas ganz Besonderes
Und damit bin ich wieder bei der Frage, die mir zu Anfang dieses Auftrags gestellt wurde: Was hat denn nun The Legend of Zelda zu etwas Besonderem gemacht?
Nun, das Besondere an The Legend of Zelda war, dass wir uns den Wecker gestellt haben, um sogar im Urlaub um 4 Uhr früh nach Herzteilen zu jagen, bevor die Eltern wach wurden und ihren Kopf unseretwegen schütteln konnten.
Das Besondere an The Legend of Zelda war dieser schmerzhafte rote Fleck am oberen Gelenk des Mittelfingers, den jeder NES-Spieler dank dessen kantigen Controllers noch heute fühlen dürfte. Das Besondere an The Legend of Zelda war, dass es als Spiel noch mehr Mut hatte als sein abenteuerlustiger Protagonist.
Das Besondere an The Legend of Zelda war, dass es uns dazu gebracht hat, Millionen von Rubinen für Bomben auszugeben, um auf einer 128 Einzelsegmente großen Oberweltkarte Pixel für Pixel geheime Wände aufzusprengen zu versuchen, um dahinter voller Begeisterung ein Versteck mit zehn Rubinen zu entdecken - weil wir das am nächsten Morgen auf unserer kollektiven Schulhofkarte eintragen durften, unter den Glückwünschen unserer Klassenkameraden.
Das Besondere an The Legend of Zelda war, dass es uns auf schon fast schockierende Art gezeigt hat, dass Videospiele so viel mehr sein können, als wir bis dahin zu wissen glaubten. Und das Schockierende für Videospiele war, dass sie nach The Legend of Zelda etwas Besonderes sein mussten, falls sie uns jemals wieder so in ihren Bann ziehen wollten.
