The Descent - Abgrund des Grauens

Test Marc Kirzeder

In dem spannenden Horrorschocker des britischen "Dog Soldiers"-Regisseurs Neil Marshall endet der sportliche Ausflug sechs junger Frauen in einer Monsterhatz durch ein klaustrophobisches Höhlensystem

Auch bei den blutigen Spezialeffekten und beim Make-up leisteten die Filmleute ganze Arbeit. Um die Reaktionen der Schauspielerinnen auf ihre unheimlichen Film-Widersacher zu testen, hielt Regisseur Marshall seine "Höhlenmonster" bis zum ersten gemeinsamen Drehtag versteckt.

Als dann der erste "Crawler" in voller Montur aus dem Schatten einer Felsspalte sprang, flüchteten die Darstellerinnen prompt hysterisch kreischend vom Set. Ein großer Spaß für das gesamte Team -- und natürlich gleichzeitig eine hervorragende Bestätigung für die Maskenbildner.

In den spartanischen Kostümen der halbnackten Crawler stecken übrigens auch zwei alte Bekannte des Regisseurs. Craig Conwell und Leslie Simpson waren bereits in "Dog Soldiers" mit von der Partie und mimten darin zwei der britischen Soldaten. Um die Crawler zu spielen, mussten sie sich von Kopf bis Fuß rasieren -- was zumindest Conwell ein wenig peinlich war, wie er im Making of zugibt.

Marshall habe es jedoch enorm wichtig gefunden, auch die Rollen der Kreaturen mit richtigen Schauspielern zu besetzen. Er sei überzeugt, dass die unheimlichen Wesen dadurch glaubwürdiger wirken würden als wenn sie z.B. von Tänzern oder Stuntmen gespielt worden wären.

Sehenswerte Extras

Noch mehr interessante Fakten über die Entstehung des Films, die Akteure sowie den Regisseur fördern die beiden deutsch untertitelten aufschlussreichen Audiokommentare zu Tage. Im ersten wird Neil Marshall von seinen Darstellerinnen unterstützt, im zweiten von Mitgliedern der Film-Crew. Weitere Extras finden sich auf der Bonus-Scheibe. Neben dem oben erwähnten Making of lohnt sich hier ein Blick auf die fünf entfernten Szenen, das umkommentierte "Hinter den Kulissen"-Video und natürlich die Outtakes mit Pannen und Patzern der Darsteller.

Universum bringt die spannende Monsterhatz hierzulande in zwei Fassungen in den Handel. Neben der abgespeckten Single Disc mit FSK 16 (siehe Kasten S. 45) und der hier ausführlich vorgestellten ungeschnittenen Deluxe Edition (kJf) gibt es auch eine Verleihversion (kJf), die ebenfalls die ungeschnittene Kinofassung und die beiden Audiokommentare enthält.

Fazit

Film-Check: Im Gegensatz zu Neil Marshalls Vorgängerwerk gibt es diesmal definitiv nichts zu lachen. Der klaustrophobische Höllentrip schaukelt sich bis zum kompromisslosen Finale kontinuierlich hoch und sorgt dabei mit eindringlichen Schockeffekten für anhaltendes Unbehagen beim Zuschauer.An den tieferen Sinn der Story muss man keinen Gedanken verschwenden, denn es gibt keinen. Die einfach gestrickte Geschichte dient der so düsteren wie wirkungsvollen Tour de Force lediglich als roter Faden. Unter Filmfans mit schwachen Nerven oder Klaustrophobie dürfte dieser Streifen für Angstschweiß sorgen.
DVD-Fazit: Die Doppel-DVD im schicken SteelBook präsentiert sich technisch gut in Form, wenn auch der düstere Film eine echte Herausforderung für Video-Projektoren darstellt. Die Zugaben sind unterhaltsam und informativ.

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