The Dark Pictures: House of Ashes im Test, Seite 2
Test
House of Ashes ist der dritte Teil der Horror-Adventure-Reihe The Dark Pictures Anthology - der Test zum Gruselspiel rechtzeitig vor Halloween auf PC Games!
Gutes Stichwort: Die QTEs werden in House of Ashes wieder etwas anders als in den Vorgängern präsentiert. In Man of Medan bekam man keine Vorwarnung, in Little Hope wurde angekündigt, wenn man lieber wieder die Hände an den Controller legen sollte. Im dritten Spiel kommt beides vor.
Meistens mahnen Einblendungen an, dass eine Action-Sequenz folgt, ab und zu ereilt uns ein QTE aber auch aus dem Nichts. Das ist ein guter Kompromiss und sorgt für mehr Spannung. In den Optionen können wir auf Wunsch auch einstellen, ob QTE-Hinweise erscheinen, falls wir lieber immer oder gar nicht gewarnt werden möchten.
In diesem Artikel
Die Schuldfrage
Eine Lösung sollte Supermassive Games aber endlich dafür finden, dass bei Begutachtung eines gefundenen Geheimnisses der Online-Mitspieler zum Pausieren ins Menü gezwungen wird. So besteht keine Motivation, gemeinsam den Geschehnissen anhand der Fundstücke auf den Grund zu gehen.
Schwierigkeiten machte beim Test das aus den Vorgängern bekannte Atemminispiel, bei dem wir im Takt einen Button drücken müssen. Dieses Mini-Game ist nicht sonderlich schwierig, und trotz - unserer Ansicht nach - korrekten Eingaben passierte es dreimal, dass der Versuch als misslungen gezählt wurde. Einmal endete das sehr bitter, inwieweit wirklich menschliches Versagen die Ursache war, ein gewisser Lag beim Online-Spiel oder der Tasteneingabe, ist schwer zu sagen.
Schon alleine, dass überhaupt ein Eindruck von Unfairness entsteht, ist sehr unglücklich in einem Spiel, bei dem nur ein einziger Fehler über Leben und Tod entscheiden kann. An der gleichen Stelle im Einzelspielermodus begegnete uns das Atemspiel nicht. Erst nach dem Durchspielen steht der Curator's Cut zur Verfügung, bei dem wir auch alleine die Sequenzen spielen können, die sonst der Partner im Online-Koop absolviert.
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Bei unserem ersten Durchgang im Online-Koop-Modus wirkte es an mehreren Stellen, als seien Sequenzen vertauscht worden. Auf einmal sind Charaktere voneinander getrennt, obwohl sie gerade noch zusammen kämpften, Figuren reden miteinander, als hätten sie sich gerade zum ersten Mal getroffen, gleichwohl sie schon eine Weile gemeinsam unterwegs sind. Ab und zu scheint es auch, als ob Teile fehlen - zwei Charaktere schreien sich an, nur um abrupt im nächsten Moment ganz normal miteinander zu plaudern.
Es lässt sich schwer sagen, ob das an schlechtem Writing liegt, das Spiel bei diesem Durchgang nicht die korrekte Abzweigung beim Abspielen der Zwischensequenzen wählte oder einfach generell der Wurm drinsteckt.
Quelle: PC Games
Mit einer Gruppe schwer bewaffneter Soldaten in den Hauptrollen fällt House of Ashes deutlich actionlastiger aus als die beiden Vorgänger.
Sich auf die Atmosphäre einzulassen, fällt jedenfalls schwer, wenn man rätselt, wo gerade Charakter X abgeblieben ist. Wir vermuten, dass die verwirrende Abfolge der Ereignisse bei unserem Koop-Durchgang mit dem misslungenen Atemminispiel zusammenhängt - in der Solorunde danach ergab alles viel mehr Sinn, da ein Charakter überlebt hatte, der daraufhin sehr viel Screentime hat.
Definitiv ein autorengemachtes Problem sind allerdings Momente, in denen gewisse Figuren einfach nichts zu tun haben. Diese Kandidaten stehen teilnahmslos herum, verschwinden und tauchen wieder auf, wie es eben gerade passt. Handelt es sich dabei um einen Charakter, der gerade gesteuert wird, muss man warten, bis der andere Spieler die vorgesehene Aktion ausgeführt hat, bevor es weitergeht.
Medic wird benötigt
Little Hope und Man of Medan waren nicht vor Logiklücken gefeit und hatten ähnliche technische Probleme, die teilweise durch Patches behoben wurden. Das ist auch bei House of Ashes bitter nötig, es wirkt so, als hätten Supermassive Games oder auch Bandai Namco auf Gedeih und Verderb den thematisch passenden Release-Termin kurz vor Halloween halten wollen, im Wissen, dass House of Ashes noch ein, zwei Monate mehr Zeit gebraucht hätte, um sich in einer angemessenen Form zeigen zu können.
Doch selbst nach dem Beheben dieser Fehler bliebe die Story des dritten Spiels der Anthologie die schwächste und der Horror weitestgehend auf der Strecke. Stellt man die Geschehnisse nicht allzu sehr infrage und kann man über das mangelnde Polishing hinwegsehen, macht House of Ashes aber trotz seiner Macken, was es soll und was wohl auch die Mehrheit der Fans erwartet: Es unterhält seicht einen bis zwei Abende lang und bietet dank mehrerer potenzieller Handlungsverläufe hohen Wiederspielwert.
So viel Spielraum, wie es im ersten Durchlauf den Anschein hat, bietet House of Ashes am Ende zwar nicht. Aber einige Entscheidungen lösen durchaus interessante Kettenreaktionen aus. Die drei Schwierigkeitsgrade sorgen außerdem dafür, dass man House of Ashes auch mit Freunden und Familienmitgliedern erleben kann, die wenig Videospielerfahrung haben. Volljährig sollten sie aber sein - das Spiel erhielt wegen expliziter Gewaltdarstellung keine Jugendfreigabe.
Quelle: PC Games
Auch im dritten Spiel der Reihe führt der sogenannte Kurator durch die Geschichte.
The Dark Picture Anthology: House of Ashes erscheint am 22. Oktober für Xbox One, XBOX Series X/S, PS4, PS5 und digital auf dem PC. Bei der PC-Fassung kam es innerhalb von sechs Stunden zu drei Abstürzen, bei einem davon wurde die Sicherungsdatei der Optionen beschädigt und gelöscht. Besser als die Savegames, aber dennoch nervig, die Einstellungen erneut eingeben zu müssen.
