The Dark Pictures Anthology: House of Ashes - Vorschau: Gegen Monster im Irakkrieg
Special
Am 22. Oktober 2021 erscheint mit House of Ashes der dritte Ableger der Dark Pictures Anthology für Windows und die Konsolen von Sony und Microsoft. Darin stößt eine US-Spezialeinheit in irakischem Kriegsgebiet auf einen verborgenen Tempel, in dem grauenhafte Kreaturen lauern. Wir haben die ersten Kapitel des Horror-Adventures gespielt.
Supermassive Games erweitern ihre Dark Pictures Anthology am 22. Oktober um einen weiteren Ableger. Die Serie, die aus alleinstehenden Titeln besteht, zieht mit House of Ashes in den Irak. Dort übernehmen wir in verschiedenen Vignetten die Kontrolle über die Mitglieder einer Spezialeinheit, die unter dem Sand auf grauenvolle Monster stößt. Das Spielprinzip aus Erkunden, Entscheidungen treffen und gelegentlichen Quick-Time-Events bleibt dabei weiterhin unverändert. Wir sehen im Prinzip einen Film, dessen Handlung sich in Schlüsselmomenten
verändern kann, je nachdem, ob ein Button-Prompt gedrückt oder eine bestimmte Entscheidung getroffen wurde. Die Beziehungen zwischen den Figuren werden durch Dialogentscheidungen aufgebaut und beeinflussen den Ausgang der Geschichte - und wer diese zum Schluss überlebt.
Wer mit der Reihe oder ihrem geistigen Vorgänger Until Dawn nur wenig anfangen kann, wird auch hier keine plötzliche Offenbarung erleben. In der kurzen Zeit, die wir mit dem Spiel verbringen konnten, hatten wir allerdings trotz des wenig innovativen Gameplays durchaus Spaß mit House of Ashes (jetzt kaufen 24,90 € ).
Gemeinsam in den Abgrund
Die Story des Spiels dreht sich um eine US-amerikanische Spezialeinheit, die 2003 im Irak stationiert ist und dort chemische Waffen aufspüren soll. Bei einer Mission bricht der Boden unter ihren Füßen ein und sie finden sich in einem verschütteten Tempel wieder, in dem sich seltsame Kreaturen herumtreiben. Das Ziel der Mission und die Vorgänge, die zum Ausbruch der Kreaturen geführt haben, wurden in der Demoversion nur angedeutet. Klar ist aber, dass wir es in House of Ashes wieder mit allerlei übernatürlichem Spuk zu tun bekommen. Unter anderem konnten wir Hinweise auf den mesopotamischen Dämon Pazuzu entdecken, dessen Namen denjenigen ein Begriff sein sollte, die den Horrorklassiker Der Exorzist gesehen haben. Für Story und Atmosphäre ließen sich Supermassive Games allerdings von anderen Geschichten inspirieren. Die Monsterfilme Alien, Predator und The Descent sowie die Lovecraft-Novelle At the Mountains of Madness dienten laut Entwickler allesamt als Vorlage für das Adventure.
Quelle: PC Games / Bandai Namco
The Dark Pictures Anthology: House of Ashes - Vorschau: Gegen Monster im Irakkrieg (4)
Wir kontrollieren im Lauf der Handlung abwechselnd fünf verschiedene Charaktere, die zu Beginn noch örtlich voneinander getrennt sind. In der Demoversion teilten sich diese auf in drei Parteien: Das Militär-Forschungsteam Rachel und Eric King, den Iraker Salim und die Marines Nick und Jason. Im Singleplayermodus steuern wir in jedem Kapitel nur eine Figur und reagieren dementsprechend auf die Aussagen und Entscheidungen der anderen Charaktere.
Wahlweise können wir aber auch, wie schon in den direkten Vorgängern, im Online-Koop-Modus zu zweit losziehen. Dann übernimmt Spieler 2 den Gegenpart in Dialogen und kann so zusätzliche Änderungen an der Handlung vornehmen. Wie immer ist dies Perspektive für Vorbesteller auch solo über den sogenannten Curator's Cut verfügbar. Reguläre Käufer müssen auf dieses Feature länger warten. Es soll als kostenloser DLC nachgeliefert werden, was nach wie vor ziemlich kundenunfreundlich ist.
Quelle: PC Games / Bandai Namco
The Dark Pictures Anthology: House of Ashes - Vorschau: Gegen Monster im Irakkrieg (5)
Ein weiterer dicker Wermutstropfen ist, dass der zweite Multiplayer-Modus "Filmabend" erneut vollkommen überflüssig ist. Inhaltlich deckungsgleich mit der Singleplayer-Geschichte besteht der einzige Unterschied zu einer Solopartie darin, dass die Spielergruppe darauf hingewiesen wird, den Controller beim Figurenwechsel weiterzureichen. Ein richtiger Couch-Koop-Modus, der sich stattdessen am deutlich interaktiveren Online-Multiplayer orientiert, wäre hier nicht nur eine wünschenswerte Dreingabe, sondern ein essenzielles Feature gewesen.
Bittere Konsequenzen
Was die Entscheidungen selbst angeht, bewegen sich die Konsequenzen auf dem kompletten Spektrum. Von "absolut belanglos" bis "überraschend gravierend " ist alles dabei. Um das System auf Herz und Nieren zu prüfen, haben wir mehrere Spieldurchgänge gestartet und darin jeweils andere Entscheidungen getroffen. Auch die Quick-Time-Events und Button-Prompts haben wir mal brav gemäß der Vorgaben absolviert und mal bewusst versemmelt.
Der erste Eindruck fällt dabei durchaus positiv auf. Auch, wenn es Passagen gibt, in denen es absolut keinen Unterschied macht, ob ein Knopf rechtzeitig gedrückt oder genügend Buttonmashing betrieben wurde. Es gab es auch immer wieder Stellen, in denen schon ein einziger Fehlgriff über Leben und Tod einer Figur entscheiden konnte. So führte in einem Spieldurchgang eine unserer Entscheidungen zu einem verfrühten Ableben eines Protagonisten, in einem anderen entschieden wir uns gegensätzlich und der Charakter atmete am Schluss noch.
Manchmal ist es in House of Ashes sogar möglich, für dieselbe Entscheidung zwei unterschiedliche Konsequenzen zu bekommen, je nachdem, welche Ereignisse vorher in der Geschichte stattgefunden haben und welche Beziehungen die Figuren untereinander pflegen. Da ein NPC ganz besonders gefährdet erschien und uns in allen bisherigen Spieldurchgängen wegstarb, machten wir es uns zur Aufgabe, herauszufinden, ob es für ihn überhaupt irgendwie möglich ist, dem Schicksal von der Klinge zu springen. Und tatsächlich schafften wir es in einem Durchgang, durch präzise Entscheidungen und eine Kombination aus korrekt und inkorrekt ausgeführten Quick-Time-Events, den Charakter am Leben zu erhalten. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese Konsequenz durch das gesamte Spiel zieht.
Quelle: PC Games / Bandai Namco
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Alles schreit B-Movie
Was technische Belange angeht können wir noch keine definitive Aussage treffen, da es sich bei unserer Kopie des Spiels um eine Work-in-Progress-Version handelt. Bis auf einige kleine Grafik- und Audio-Glitches sind uns allerdings bislang auch keine Störungen untergekommen.
Die Vertonung ist im Deutschen etwas flacher geraten als im englischen Original. Die Dialoge selbst wirken aber in beiden Sprachen oft unnatürlich. Das trägt zwar zum B-Movie-Charme bei, den Studio Supermassive schon seit Until Dawn in den Horroradventures kultiviert, eine tatsächliche emotionale Bindung zu den Figuren und ihren Konflikten aufzubauen, wird den Meisten dadurch aber schwer fallen dürfen. Vor allem eine sich anbahnende Dreiecksbeziehung zwischen den Figuren Rachel, Eric und Nick wirkt konstruiert und die Gespräche darüber an vielen Stellen deplatziert.
Quelle: PC Games / Bandai Namco
The Dark Pictures Anthology: House of Ashes - Vorschau: Gegen Monster im Irakkrieg (3)
Bei der Spielzeit bewegt sich House of Ashes wahrscheinlich im selben Rahmen wie schon die Vorgänger Man of Medan und Little Hope, die mit rund viereinhalb Stunden zu Buche schlugen. Aufgrund verschiedener Geheimnisse, Abzweigungen und Enden lohnen sich jedoch auf jeden Fall mehrere Spieldurchgänge.
House of Ashes erscheint am 22. Oktober für PC, Xbox One, Xbox Series X|S, PS4 und PS5.
