The Crew Motorfest im Test: Forza auf Hawaii
Test 62,99 €
Ubisoft will es noch einmal wissen: Mit Motorfest geht The Crew in die dritte Runde und biedert sich endgültig den Fans von Forza Horizon an. Wir klären im Test, ob das Rennspiel den großen Konkurrenten einholen kann oder ihm doch nur wieder hinterherfährt.
Die meisten Playlists erfordern den Kauf eines speziellen Autos, damit ihr überhaupt Zugang zu den Events erhaltet. Doch kurioserweise kommt dort der frisch erstandene Untersatz gar nicht zum Einsatz: Das Spiel diktiert für jeden Wettbewerb ein bestimmtes Auto vor, das euch die virtuellen Veranstalter leihen. Erst wenn ihr den Parcours erfolgreich geschafft habt, dürft ihr ihn mit einem beliebigen Auto wiederholen und so eure Zeiten verbessern.
Jenseits der Playlists locken weitere Herausforderungen und Nebenaktivitäten, die euch dauerhaft motivieren sollen. Erstere erinnern an Trophäen und Achievements, in denen ihr beispielsweise eine bestimmte Strecke zu einer bestimmten Uhrzeit fahren oder einen vorgegebenen Weg ohne Kollision meistern müsst.
Als etwas interessanter erweisen sich die Nebenaktivitäten, die euch im wahrsten Sinne des Wortes im Vorbeifahren begegnen. So stoßt ihr mitten auf der Straße auf Radarkontrollen, die es in einer Mindestgeschwindigkeit zu passieren gilt.
Quelle: Ubisoft / Medienagentur plassma
An anderer Stelle erscheinen vor euren Augen mehrere Slalomstangen, die ihr nun geschickt im Zickzack umfahren sollt. Oder ihr müsst plötzlich vor einem roten, pulsierenden Kreis flüchten, der auf eurem GPS-Radar aufploppt und immer größer wird.
Passionierte Sammler hingegen machen sich auf die Suche nach kleinen Reifenstapeln oder Statuen, die auf der ganzen Inselwelt verteilt herumliegen. Richtig knifflig sind die Fotografie-Herausforderungen, bei denen ihr anhand einer kurzen Beschreibung spezielle Punkte aufsucht und ablichtet.
Künstliches Gummiband
Bei vielen Wettbewerben machen euch KI-Gegner das Leben schwer. Die beiden Vorgänger wurden diesbezüglich stark für ihren auffälligen Gummiband-Effekt kritisiert, demzufolge man seine Kontrahenten nie so richtig abhängen konnte. Der Effekt fühlt sich in Motorfest etwas weniger streng an, ist jedoch zweifelsohne wieder mit von der Partie.
Dies fiel uns besonders im finalen Wettrennen der Playlist "Liberty Walk" auf, das fast 20 Minuten Zeit in Anspruch nahm. Zunächst konnten wir die Widersacher mühelos abhängen und in der Tat eine ganze Weile auf Distanz halten - bis sie plötzlich aus heiterem Himmel an uns vorbeirauschten und nicht mehr einzuholen waren. Sie traten erst gegen Ende auf die Bremse und lieferten sich mit uns ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen.
Ähnlich unausgegoren fühlt sich die Wahl des Schwierigkeitsgrades an: Manchmal rauscht ihr selbst auf der zweithöchsten Stufe locker als Sieger ins Ziel, dann landet ihr plötzlich beim zweitniedrigsten mit Mühe und Not auf dem Treppchen.
Quelle: Ubisoft / Medienagentur plassma
Dafür habt ihr in den Rennen Zugriff auf zwei sehr nützliche Hilfen, die jeglichen Frust im Keim ersticken lassen: Zum einen besitzt nahezu jedes Fahrzeug einen Boost, der euch für einen kurzen Moment auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt und sich nur langsam wieder auffüllt.
Zum anderen hat Ubisoft auf die Kritik bezüglich The Crew 2 reagiert und bietet Einsteigern eine Rückspultaste an, dank der sie die letzten 15 Sekunden rückgängig machen und die darin gemachten Fehler korrigieren dürfen.
Super Sound, peinliche Sprecher
Eine Story wie im ersten Teil von The Crew gibt es in Motorfest nicht, wohl aber Kommentatoren und Moderatoren. Diese labern euch unentwegt ins Ohr und nerven mit ihren Plattitüden und oberflächlichen Sprüchen.
Besonders dämlich ist Jim aus der Playlist "American Muscle": Er ist in einem der ersten Events besonders stolz auf seinen für euch ausgewählten Soundtrack, weshalb er ihn unbedingt alle paar Sekunden erwähnen und ihn ständig mit seinem eigenen Gequatsche unterbrechen muss. Argh! Der Rest der Soundkulisse könnte wiederum nicht besser sein: Der Motorensound klingt satt, jede Playlist wurde mit zur Szenerie passend lizenzierten Songs bestückt und die US-Band Blue Stahli hat gar einige sehr gelungene Electronic-Rock-Stücke eigens für das Spiel komponiert.
