Spieleimperium China: Wie das Reich der Mitte die Gaming-Welt verändert

Special Dominik Pache
Spieleimperium China: Wie das Reich der Mitte die Gaming-Welt verändert
Quelle: PC Games

Immer wieder gibt es News zu dem nächsten großen Kauf von Tencent. Manchmal erwerben sie nur kleine Anteile an großen Unternehmen, manchmal übernehmen sie eine etwas kleinere Firma aber auch komplett. Jedes Mal wird davon gesprochen, dass die Entwickler trotz der Übernahme unabhängig bleiben sollen. Doch stimmt das auch?

China ist der weltweit größte Markt für Videospiele. Im Jahr 2020 überholte das Reich der Mitte mit 44 Milliarden Dollar Umsatz aus dem Gaming-Markt die USA, die mit 41,3 Milliarden Dollar nur noch auf Platz 2 liegen. Auf den Markt für Videospiele im Fernen Osten schielen auch Spieleentwickler aus dem Westen. Das Resultat sind Games, die auf die Kundschaft in Asien zugeschnitten werden.

Chinesische Firmen wollen hingegen auch in Amerika und Europa Fuß fassen und gehen bei etablierten Studios auf Einkaufstour. Dadurch hat sich in den vergangenen Jahren die Spielekultur von klassischen Konsolen-Games zum Vollpreis hin zu einer Free-To-Play-Mentalität für Smartphones und PC entwickelt. Warum aber spielen so viele Chinesen auf diesen Plattformen? In welchen westlichen Publishern steckt chinesisches Geld? Und werden wir bald alle nur noch auf dem Handy spielen? Übrigens: Das passende Video zum Artikel findet ihr weiter unten. Dort veranschaulichen wir unsere virtuelle Reise zu den Spieleentwicklern, in die Tencent investiert hat, noch einmal ein wenig besser.

Wie entstand die chinesische Spielekultur?

China hat ein traditionell ambivalentes Verhältnis zu Videospielen. Nach dem Platzen der amerikanischen Spieleblase in den 80er-Jahren wurde Japan zur dominanten Macht im Spielesektor, besonders auf dem Konsolenmarkt. Durch chinesische Strafzölle für Produkte des verhassten Nachbarn und eine Luxussteuer der Regierung waren japanische Konsolen in China so gut wie unerschwinglich.

So entstand der landeseigene Konsolenmarkt, der - durch das in China im Prinzip nicht vorhandene Urheberrecht - vorwiegend aus billig nachgemachter Hardware und dreist kopierten Spielen bestand. Ausländische Firmen konnten nicht konkurrieren und so isolierte sich China vom restlichen Spielemarkt.
Der 'Dendy Junior' ist eine der vielen chinesischen SNES-Kopien. Quelle: Nzeemin from Wikimedia (CC BY-SA 3.0) Der "Dendy Junior" ist eine der vielen chinesischen SNES-Kopien.
In den 90er-Jahren wurden Konsolenspiele in China immer beliebter. Das missfiel dem chinesischen Staat, der negative Folgen für die Wirtschaft aufgrund von Videospielsucht fürchtete. Begriffe wie "digitales Crack" machten in chinesischen Medien die Runde und die Regierung hatte Angst, dass Jugendliche spielsüchtig werden, was sich auf deren Lernverhalten und somit direkt auf Hochschulabgänge auswirken könnte.

Dieses Problem war jedoch zum Teil hausgemacht. Chinas Ein-Kind-Politik, durch die Kinder keine Geschwister zum Spielen hatten und auch außerhalb der Schule nicht viel geboten wurde, trieb viele Jugendliche in die Welt der Videospiele. Die Maßnahmen zur Suchtprävention hielten ausländische Investoren weiterhin vom chinesischen Markt fern.

Im Jahr 2000 verbot China jegliche Spielekonsolen. So wollte die Regierung dem Einfluss von Videospielen auf Jugendliche Einhalt gebieten. Die Spielerschaft verlagerte sich in dieser Zeit aber lediglich auf den PC und später auf das Smartphone. So entstand eine Spielekultur, die mit dem wachsenden Einfluss der chinesischen Firmen auch immer mehr im Westen Einzug hält.

2015 wurde das Verbot der Konsolen zwar wieder aufgehoben, doch die Spielelandschaft hatte sich bereits drastisch verändert. MMOs, Social-Games und vor allem Mobile-Games dominieren den Markt. Da China hauptsächlich einkommensschwache Haushalte aufweist, setzten sich in diesem Bereich Free-To-Play-Modelle durch. Durch die Hintertür verdienen diese Spiele zwar mit optionalem Zusatz-Content extrem viel Geld, doch ein Anschaffungspreis von 60 Euro oder mehr fällt grundsätzlich weg.

Das Verbot von Konsolen wurde also aufgehoben, doch die Spielekultur hatte sich drastisch verändert. Spielekonsolen benötigen zusätzlichen Platz in den eigenen vier Wänden, wogegen PCs bereits verbreitet waren und nicht nur für Videospiele benutzt wurden. Smartphones hingegen brauchen überhaupt keinen Raum und waren zu diesem Zeitpunkt schon als Spieleplattform etabliert.

So hatten es Sony, Microsoft und Nintendo schwer, im chinesischen Markt Fuß zu fassen, obwohl sie enorme Anstrengungen unternahmen, um nach China vorzudringen. Das gelang ihnen sowieso nur, wenn sie mit den chinesischen Behörden und Firmen zusammenarbeiteten und der Vertrieb über landeseigene Konzerne abgewickelt wurde.

Allen voran steht hier Tencent, die nicht nur den Vertrieb der beliebten Nintendo Switch in China übernehmen, sondern auch in großem Maßstab westliche Spieleentwickler aufkaufen, oder Anteile an ihnen erwerben. Aber welchen Einfluss hat das auf die westliche Spieleindustrie?

Minderheitsanteile

Mobile- und Free2Play-Spiele sind bereits jetzt im Westen etabliert. Hatte Tencent hier bereits seine Finger im Spiel? Das Unternehmen ist seit Jahren im weltweiten Entwicklermarkt auf Shopping-Tour. Allerdings muss man zwischen Firmen unterscheiden, an denen Tencent nur Minderheitsanteile hält und Firmen, in denen Tencent die Mehrheit der Anteile besitzen.

Deshalb begleiten wir Tencent zunächst auf eine Expedition zu amerikanischen und europäischen Firmen, bei denen sie weniger als 51 % Anteile halten und begeben uns anschließend auf eine virtuelle Reise in den Westen zu Konzernen mit chinesischer Mehrheitsbeteiligung.

Activision Blizzard, 5 % [Santa Monica, USA]

Unsere Reise beginnt an der Westküste der USA im sonnigen Santa Monica. Hier hat Activision Blizzard seinen Hauptsitz. Nach der Loslösung von Vivendi im Jahr 2013 stieg Tencent mit rund 5 % in die Firma ein. Im Januar 2022 schnappte sich Microsoft Activision Blizzard für fast 70 Milliarden Dollar, nachdem die Aktie durch einen Sexismusskandal und einen unerwartet schlechten Umsatzausblick auf Talfahrt gegangen war. Die Ausrichtung des Unternehmens bewegte sich seit dem Einstieg Tencents in Richtung Free-2-Play und Mobile-Gaming.

Das im Jahr 2014 veröffentlichte Hearthstone finanziert sich etwa ausschließlich durch Mikrotransaktionen. Warzone - die frei spielbare Variante von Call of Duty - verdient Geld über kaufbare Skins. Dass Activision auf den chinesischen Markt schielt, wird vor allem am Handyspiel Diablo Immortal deutlich. Blizzard arbeitete hier von Anfang an mit einem weiteren chinesischen Unternehmen zusammen: NetEase.

Dieser Publisher brachte bereits in der Vergangenheit Spiele wie Minecraft, World of Warcraft oder EVE Online auf den chinesischen Markt. Die enge Zusammenarbeit bereits zu Beginn der Entwicklungsphase ist allerdings neu.
Ein Aufschrei ging durch die Community, als Diablo Immortal angekündigt wurde. Das Spiel wurde in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Entwickler NetEase designt. Quelle: Blizzard Activision / Gamespress Ein Aufschrei ging durch die Community, als Diablo Immortal angekündigt wurde. Das Spiel wurde in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Entwickler NetEase designt.

Epic Games, 48 % [Raleigh, USA]

Vom Santa Monica Pier geht es nun über die Route 66 zunächst in den Osten und dann in die amerikanischen Südstaaten. Dort hat in der beinahe schon an der Ostküste gelegenen Stadt Raleigh Epic Games den Hauptsitz. Tencent stieg bei der Firma der Fortnite-Macher 2012 mit 48 % der Anteile ein. Es sitzen seitdem sogar zwei Vertreter von Tencent im Vorstand des Unternehmens. Durch den immensen Erfolg des Free2Play-Teils von Fortnite strich Epic Games 2018 enorme Gewinne ein.

Die Entwicklung des Spiels wurde von Programmieren übernommen, die ursprünglich an der Neuauflage von Unreal Tournament werkelten. Die Arbeit daran wurden infolgedessen auf Eis gelegt. Im Dezember 2018 eröffnete das Unternehmen den Epic Games Store, den hauseigenen Online-Shop für PC-Spiele. Die offizielle Kampfansage an den Marktführer Steam kam bei vielen Spielern nicht gut an.

Titel wie Metro Exodus, die sich durch Exklusivdeals gesichert wurden, verschwanden von Steam, obwohl sie dort bereits vorbestellt werden konnten. Entwickler wurden durch ein fantastisches Angebot seitens Epic geködert: Sollte ihr Spiel einen gewissen Mindestumsatz nicht durch Verkäufe erreichen, würde Epic die fehlende Differenz aus eigener Tasche an die Studios zahlen.

Die Firma ist aber auch für die bei Entwicklern besonders beliebte Unreal Engine bekannt. Auch hier setzte sich primär ein kostenfreies Nutzungsmodell durch. Bis zu einem Umsatz von 1 Million US-Dollar dürfen Entwickler das Tool gratis nutzen. Danach bekommt Epic Games einen Anteil von 5 % der Brutto-Einnahmen.

Das Unternehmen ist also besonders entwicklerfreundlich? Nicht wirklich, denn die hauseigenen Mitarbeiter mussten für Fortnite bis zu 100 Stunden die Woche arbeiten. Das klappt natürlich nur mit Überstunden. Wurden diese nicht geleistet, drohte die Kündigung. Im August sagte das Unternehmen Google und Apple den Kampf an.

Ein Streit über Ingame-Währung in Fortnite führte zum Ausschluss des Spiels aus den Mobile-Shops der beiden Internetgiganten. Der Fall landete vor Gericht. Google plante laut Verhandlungsdokumenten, den Streit auf eine ganz andere Art beizulegen: Sie wollten das Unternehmen einfach aufkaufen, gemeinsam mit Tencent.
Mit bunten Kostümen wird die vorwiegend junge Fortnite-Spielerschaft bei Laune gehalten. Quelle: Epic Games Mit bunten Kostümen wird die vorwiegend junge Fortnite-Spielerschaft bei Laune gehalten.

Frontier Developments, 9 % [Cambridge, UK]

Einmal über den großen Teich gesprungen, besuchen wir die englische Stadt Cambridge. Hier schauen wir aber nicht bei der berühmten Universität vorbei, sondern bei Frontier Developments. Beim Studio von David Braben, dem Miterfinder des Raspberry-Pi-Minicomputers, kaufte sich Tencent im Juli 2017 mit 9 % ein.

Kurz darauf wurde Jurassic World Evolution angekündigt, was aber nichts mit Tencent zu tun haben sollte, da das Spiel bereits seit Februar desselben Jahres inoffiziell bestätigt wurde. Frontier, die Entwickler von Elite: Dangerous, Planet Coaster und den alten Rollercoaster-Tycoons, zeigen bisher kein Interesse an Free-to-Play- oder Mobile-Spielen.

Nach dem Einstieg Tencents gründeten sie allerdings ein eigenes Publisher-Geschäft und vertrieben darüber die eher kleinen Spiele Lemnis Gate und Struggling. In einem Gamespot-Interview verriet Tencents CSO James Mitchell, was sie an Frontier besonders interessierte: Es war die Entwicklungserfahrung, aber auch deren Engine-Technologien.

Frontier erhielt im Gegensatz das, wonach alle westlichen Publisher mit Gewinnabsicht streben: Zugriff auf den chinesischen Markt. Und das, obwohl sie erst nach dem Einstieg Tencents selbst zum Publisher wurden.

Sumo Group, 8,75 % [Sheffield, UK]

Nur zweieinhalb Stunden von Cambridge entfernt liegt Sheffield. Hier hat die Sumo Group ihren Sitz, an der Tencent im Moment beinahe 9 % der Anteile hält und plant, die Firma komplett zu übernehmen. Das Vorhaben zog sich aber n die Länge, da das amerikanische Komitee für ausländische Investitionen den Deal begutachten musste.

Zum Einsatz kommt dieses Komitee eigentlich nur, wenn geprüft werden soll, ob ein Kauf die nationale Sicherheit der USA gefährden könnte. Tencent und die Sumo Group müssen sich an bestimmte Vereinbarungen halten, die darauf abzielen, die Risiken für die nationale Sicherheit der USA zu mindern. Worum es dabei aber jetzt genau ging, ist nicht bekannt.

Große Spiele der Sumo Group werden vor allem vom Entwickler Sumo Digital herausgebracht, wozu das neue Sackboy-Spiel für die PS5, aber auch Team Sonic Racing und Crackdown 3 zählen, die Programmierer leisteten aber auch Zuarbeit für die Forza-Horizon- und Hitman-Spiele. Bisher machte das Studio nicht durch Free-2-Play oder Mobile-Games auf sich aufmerksam.

Mal sehen, ob das nach der kompletten Übernahme durch Tencent so bleiben wird. Auch ein kleines Studio, das in der Vergangenheit für die Indie-Entwicklungen Dear Esther, Amnesia: A Machine for Pigs und Everybody's Gone to the Rapture verantwortlich war, ist seit 2018 Teil von Sumo Digital. Der Name: The Chinese Room.

Kolibri Games entwickelt typische Handy-Spiele wie Idle Miner und andere Idle-Games. Quelle: Kolibri Games Kolibri Games entwickelt typische Handy-Spiele wie Idle Miner und andere Idle-Games. Ubisoft, 5 % [Montreuil, Frankreich]

Einmal durch den Eurotunnel geht es nach Montreuil, einen Vorort von Paris. Hier hat Ubisoft seinen Sitz. Tencent konnte in den Jahren 2015 bis 2019 - nach einem kleinen Aktienkrieg zwischen Vivendi und der Familie Guillemot -5 % der Aktien für sich verbuchen. Im Zuge dessen ging Ubisoft eine Partnerschaft mit Tencent ein, um auf dem chinesischen Markt einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Kurz darauf kaufte Ubisoft die Entwickler 1492 Studio, Blue Mammoth Games, Green Panda Games und das deutsche Studio Kolibri Games. Was sie alle verbindet? Free-to-Play und Handy-Spiele. Erst im Oktober kam mit Animoca Brands noch ein weiteres Studio hinzu, das vorrangig für Free-to-Play-Spiele und Mobile-Apps bekannt ist.

Allerdings setzen sie jetzt auch noch auf ein ganz anderes Pferd, vor dem Hardcore-Spieler derzeit noch stärker scheuen als vor Mikrotransaktionen und Handyspielen: NFTs und Blockchain-Games. Es kann also immer noch schlimmer kommen, deswegen schnell weiter zum nächsten Studio.

Dontnod Entertainment, 23 % [Paris, Frankreich]

Nur einen Katzensprung weiter besuchen wir Dontnod Entertainment, die ihren Sitz ebenfalls in Paris haben. Erst im Januar 2021 stieg Tencent mit 23 % der Anteile am Unternehmen ein und darf damit über einen Sitz im Vorstand bestimmen. Im letzten Jahr haben die Life-Is-Strange-Macher einen großen Schritt in Richtung Publisher getätigt, denn neben ihren eigenen Spielen wollen sie in Zukunft auch Third-Party-Titel herausbringen.

Durch Tencent erhalten sie dazu passend auch gleich noch Publishing-Rechte auf dem chinesischen Markt. Außerdem wollen sie die Expertise Tencents im Bereich Mobile-Gaming nutzen. Ob also bald auch Handy-Spiele von Dontnod erscheinen werden? Bisher kamen alle Spiele des französischen Entwicklers allein auf PC und Konsolen auf den Markt.

Paradox Interactive, 5 % [Stockholm, Schweden]

Quer durch Europa geht es jetzt zunächst in den hohen Norden, genauer gesagt nach Stockholm. In der schwedischen Hauptstadt besuchen wir Paradox Interactive. Beim für Globalstrategie bekannten Studio stieg Tencent bei Paradox' Börsengang im Jahr 2016 mit 5 % ein. Zwei Jahre später eröffneten sie in Malmö eine Zweigstelle, die sich allein auf Mobile-Spiele konzentrieren soll.

Kurz darauf stieg Paradox bei Hardsuit Labs ein und kaufte im Jahr 2020 Playrion Games. Beides Studios, die auf Mobile-Games spezialisiert sind. Der Publisher möchte seine in der Gaming-Welt doch recht charakteristischen Strategiespiele auf Handys bringen. Paradox erhielt durch die Beteiligung von Tencent natürlich Zugriff auf den chinesischen Markt.

Paradox möchte seine großen Marken auch auf das Handy bringen. Quelle: Paradox Interactive Paradox möchte seine großen Marken auch auf das Handy bringen.

Remedy Entertainment, 3,8 % [Espoo, Finnland]

Weiter geht es auf einen Besuch zum nordischen Nachbarn Remedy, die ihre Zentrale im finnischen Espoo haben. Im Mai 2021 sicherte sich Tencent hier einen recht kleinen Anteil von 3,8 %. Die Story-Experten bei Remedy werden außerdem die Singleplayer-Kampagne von CrossfireX designen. Ihr kennt Crossfire nicht? Na ja, es ist das meistgespielte Spiel der Welt!

Der an Counter-Strike erinnernde Free-To-Play-Shooter wurde bereits im Jahr 2007 veröffentlicht und laut dem koreanischen Entwickler Smilegate gibt es bereits 1 Milliarde User. Die meisten davon stammen aus China, und wer hält hier die Publishing-Rechte? Erraten! Tencent. CrossfireX soll jetzt das Tor zum Westen aufstoßen. Der Multiplayer bleibt derselbe. Nur die Solo-Kampagne und der Release auf Konsolen ist neu.

Außerdem gab Remedy Ende des Jahres 2021 bekannt, dass sie eine Kooperation mit Tencent in der Entwicklung eines neuen AAA-Spieles eingehen. Dessen Codename: Vanguard. Das Spiel befindet sich erst in der Konzeptphase. Was aber bekannt ist: Es wird ein Koop-Shooter und natürlich Free-to-Play.

Tencent übernimmt zudem das Publishing in Asien und hat die Rechte, eine Mobile-Version des Spiels zu entwickeln. Remedy, das bisher auf Vollpreis-Story-Shooter wie Alan Wake, Max Payne oder Control fokussierte Studio, steigt nun also groß in den Free-to-Play-Markt ein. Projekt Vanguard wird auch das erste Spiel sein, das Remedy mit der Unterstützung von Tencent selbst publishen wird.

Bloober Team, 22 % [Krakau, Polen]

Jetzt geht es ab nach Polen, genauer gesagt ins schöne Krakau. Hier sitzen die Entwickler von Bloober Team, die sich mit Layers of Fear, Observer und zuletzt The Medium einen kleinen Namen als Horrorspiel-Designer gemacht haben. Tencent stieg erst im Oktober 2021 mit ganzen 22 % der Anteile ein. Zuvor hatte Bloober Team bereits eine Zusammenarbeit mit Konami angekündigt.

Ein Studio mit Spezialisierung auf Horrorspiele und Konami als Partner? Natürlich brodelte die Gerüchteküche, ob hier nicht das nächste Silent Hill entwickelt wird. Die in den Gerüchten vorkommenden Arbeitstitel von bei Bloober in Entwicklung befindlichen Spielen wurden aber vom Unternehmen schnell als Silent-Hill-Ableger ausgeschlossen.

Gänzlich vom Tisch ist das Thema aber noch nicht. So eine große Marke ist für Tencent natürlich interessant. Eine Entwicklung hin zu Free-to-Play oder Mobile-Spielen ist bei Bloober bisher aber nicht zu erkennen.

Bohemia Interactive, Minderheit [Prag, Tschechien]

Einmal über die Grenze gehopst und wir sind in der Tschechischen Republik. Da geht es gleich in die Hauptstadt Prag, wo Bohemia Interactive den Sitz hat. Tencent erwarb im Februar 2021 einen Minderheitsanteil am Unternehmen. Wie viel Prozent genau das sind, ist unbekannt.

Bohemia ist für realistische Militär-Simulationen wie ARMA und Operation Flashpoint bekannt, erlangte in jüngster Vergangenheit aber vor allem mit dem Survival-Spiel DayZ Berühmtheit. 2019 brachten sie das Free-to-Play-Survivalgame Vigor auf Konsolen. Im selben Jahr erschien Ylands, ein Sandbox-Game, das ein wenig an Minecraft erinnert und exklusiv auf PC und Handy rausgebracht wurde. Ylands ist ebenfalls Free-to-Play und erhält durch Tencent eine chinesische Vermarktung im eigenen Shop.

Weiter geht es auf Seite 2 mit den Mehrheitsanteilen von Tencent.

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