Teardown im Test - Seite 2
Test
Sandbox-Zerstörung und trotzdem taktische Tiefe: In unserem Test zu Teardown erfahrt ihr, wie dem Indie-Spiel diese Kombination gelingt.
Steht euch der Sinn mehr nach lockerer Zerstörung, dürft ihr im Sandbox-Modus mal so richtig auf den Putz hauen. Dort gibt es keine Vorgaben, keine Begrenzungen, sondern nur euch und euer Abrissvermögen. Zusätzlich hat das Entwicklerteam noch einen Herausforderungsmodus eingebaut, indem ihr euer Geschick und Denkvermögen unter Beweis stellen müsst. Für die kreativen Köpfe gibt es außerdem einen Extrabereich für diverse Modifikationen, in dem ihr selbst Einfluss auf die Level nehmen könnt; diesmal allerdings, indem ihr Dinge hinzufügt und nicht entfernt. Gerade zu Beginn sorgt Teardown für eine unterhaltsame Spielerfahrung.
Während ihr zur Eingewöhnung primär alles in Schutt und Asche legt, kommen bald die taktischen Herausforderungen dazu. Sammelt ihr nicht nur die vorgegebenen Zielobjekte, sondern zusätzliche optionale Beute ein, ergeben sich individuelle Fluchtrouten, die ihr ganz nach Belieben festlegen könnt. Es scheint nie den einen richtigen Weg zu geben und das motiviert dazu, wirklich kreativ zu werden und alle zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen.
In diesem Artikel
Nachdem wir mehrmals in dieselben Gebiete zurückkehren sollten, um uns immer anderen Zielen zu widmen, wurde es zeitweise allerdings etwas eintönig. Einerseits spricht es für die Entwickler, dass sie die verschiedenen Missionen komprimieren konnten und so durchdachte Level erschaffen haben.
Quelle: PC Games
Von Baggern über einen Hammer bis hin zu Schiffen stehen euch allerlei Mittel zur Verfügung, um für Chaos zu sorgen.
Andererseits kennen wir die Eigenheiten der Bereiche schnell auswendig, auch wenn sich Kleinigkeiten ändern. Bei unserem zweiten Besuch bei der Nemesis unseres treuen Kunden ist zum Beispiel das Tor versperrt worden. Nicht, dass es uns aufhalten konnte, aber ein nettes Detail war es trotzdem.
Da jedoch die neuen Karten im späteren Verlauf größer und kniffliger werden, stellt das keinen allzu großen Dämpfer dar. Auch die zunehmende Anzahl an Werkzeugen und sogar feindlich gesinnte Mechs sorgen weiterhin für Unterhaltung, da ihr immer wieder neue Möglichkeiten an die Hand bekommt. Sogar im Fernsehen wird über eure Aktionen berichtet und euer Können spricht sich schnell herum - diskret, versteht sich.
Kleine Schwachstellen in der Konstruktion
Die Voxel-Welt besticht zwar nicht durch grafische Qualität oder sonderlich kreative Einfälle, ist aber trotzdem gut gelungen. Ein Wort der Warnung: Falls ihr schnell von Motion Sickness betroffen seid, wird euch die Kamera das Leben vermutlich schwermachen. Teardown ist außerdem nur auf Englisch verfügbar, allerdings werdet ihr ohnehin wenig Zeit mit dem Lesen von Texten verbringen.
Manchmal greift das Spiel auf eine fragwürdige Physik zurück. Dann wird das Haus, das wir in mühsamer Kleinstarbeit abgerissen haben, noch von wenigen Blöcken getragen, die in der Realität nicht mal ein Spielzeuggebäude halten könnten. Dann müsst ihr da halt nochmal ran. Das ist kein großes Problem, aber das befriedigende Gefühl, als würde das Objekt wie ein Kartenhaus zusammenfallen, hatten wir so nicht.
Am meisten Gefallen werdet ihr aber ohnehin an dem Spiel finden, wenn euch die Kombination aus taktischem Denken und Sandbox-Zerlegung zusagt. Die offenen Level abseits der Kampagne bieten euch die Möglichkeit, euch nach Herzenslust auszutoben und eure innere Abrissbirne rauszulassen. So geht ihr immerhin auch keinen zwielichtigen Machenschaften nach.
Meinung
Teardown ist ein sehr gelungenes Sandbox-Spiel geworden, das den Spagat zwischen Zerstörung und taktischem Geschick geschafft hat. Der Titel ist seit dem 21. April 2022 über Steam für 19,99 Euro erhältlich. Je nachdem, wie viel Schaden ihr in der Spielwelt anrichten wollt, könnt ihr ungefähr 10-20 Stunden mit den dubiosen Aufträgen verbringen.
