Teardown im Test: Eine Abrissbirne mit krimineller Energie
Test
Bereits 2020 startete Teardown in seine Early-Access-Phase, seit kurzem ist es nun offiziell erhältlich. In unserem Test erfahrt ihr, wie der Indie-Titel es schafft, Zerstörungswut und Taktik miteinander zu verbinden.
In Videospielen dürft ihr euch austoben und auch mal Dinge tun, die in der Realität nicht ohne weiteres möglich wären. Ob ihr euch furchteinflößenden Bossen in einer düsteren Fantasy-Welt entgegenstellt oder eure eigene kleine Insel aufbaut, die euch ein ominöser Tanuki vermacht hat, ist ganz euch überlassen. Wenn euch der Sinn nach einem Sandbox-Abenteuer steht, in dem ihr mal so richtig auf den Putz hauen könnt, hat das Entwicklerstudio Tuxedo Labs nun genau das Richtige für euch. Nach einer Early-Access-Phase ist Teardown nun seit dem 21. April 2022 offiziell erhältlich und lädt zum Zerstören, Chaos stiften und taktischem Denken ein.
Entgegen des ersten Eindrucks, den der Name des Indie-Titels erweckt, geht es nämlich nicht nur darum, möglichst viel abzureißen. Die zwielichtigen Aufträge verlangen euch einiges an Planung und Organisationstalent ab, damit ihr erfolgreich aus eurer Mission hervorgeht. Und, ja, dabei könnt ihr es so richtig krachen lassen. In unserem Test verraten wir euch, was Teardown (jetzt kaufen 13,15 € ) zu einem so unterhaltsamen Spiel macht.
In diesem Artikel
Dubiose Aufträge zur Schadensbegrenzung
Zu Beginn des Spiels plagt euch vor allem eine Sorge: Das Geld wird knapp. Eure Mutter, die auch für Löckelle Teardown Services arbeitet, bittet euch daher, kreativ zu werden und neue Aufträge an Land zu ziehen. Von ihr stammt auch der Vorschlag für eure erste Mission, die bereits einen Ausblick darauf gibt, in was für fragliche Gefilde ihr euch begeben werdet.
Quelle: PC Games
Das Geld ist knapp und ein fragwürdiger Auftrag könnte eure Schulden begleichen. So ganz legal ist das allerdings nicht...
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion sollt ihr euch um ein kleines Haus kümmern, das dem Besitzer eines Einkaufszentrums im Weg steht. Also löst ihr dieses Problem, indem ihr das Gebäude kurzerhand abreißt. Das spült euch zwar ordentlich Kohle in die Kasse, sorgt aber auch für eine polizeiliche Ermittlung, da auf der Flucht vom Tatort ein nettes Foto von euch gemacht wurde.
Die Ermittlerin ist bereit, über diesen kleinen Zwischenfall hinwegzusehen, wenn ihr der Polizei dafür einen Gefallen erweist. In einer noch dubioseren Mission sollt ihr euch nun Zugang zu einem Grundstück verschaffen und mehrere Rechner stehlen, um Beweismaterial zu sichern. Damit habt ihr den Grundstein für eine äußerst fragwürdige Karriere gelegt und erhaltet immer kriminellere Aufgaben und arbeitet sogar gegen eure eigenen Klienten.
Die Geschichte spielt insgesamt keine große Rolle und dient eigentlich nur dazu, euch die verschiedenen Aufträge zu vermitteln. Bei einem Spiel wie Teardown ist das aber nicht weiter störend, da es keinen ausgefallenen Ideen bedarf, um sich in der Sandbox-Welt auszutoben.
Über euren Computer nehmt ihr die Missionen an, die euch per Mail vorgeschlagen werden. Durch die kurzen Nachrichten erfahrt ihr zum Beispiel auch von den Reaktionen auf eure Taten und dass eure Mutter endlich wieder mit Gas heizen kann, nachdem die Rechnung zunächst nicht bezahlt werden konnte.
Zerstörung mit Sinn und Verstand
Kommen wir nun zum Herzstück des Spiels: Sämtlichen Werkzeugen, Fahrzeugen und anderen Möglichkeiten, Chaos zu stiften. Fast alles lässt sich zerstören, wenn ihr mit genügend Ehrgeiz an die Sache herangeht. Falls der Vorschlaghammer nicht reicht, um die Wand zum Einsturz zu bringen, zückt ihr eben die Schrotflinte. Mit fortschreitender Spielzeit schaltet ihr nicht nur neue Gebiete, sondern auch weitere praktische Ausrüstung frei.
Probiert einfach mal alles aus - kreative Einfälle werden definitiv belohnt. Trotzdem ist Zerstörung nicht eure einzige Aufgabe, da ihr euch noch um euer Missionsziel kümmern müsst.
Sei es das unauffällige Verschwindenlassen von wichtigen Dokumenten oder der Diebstahl eines wertvollen Kleinwagens; manchmal ist es der beste Weg, möglichst unauffällig zu sein. Anstatt ein ganzes Gebäude in die Luft zu jagen, verschafft ihr euch dann lieber über ein Loch in der Tür Zugang zu eurem Zielobjekt.
Schnell wird es zudem überraschend taktisch. Da ihr es auf wertvolle Dinge abgesehen habt, steht ihr häufig vor der Frage, wie ihr die installierten Alarmanlagen am besten handhabt. Ihr werdet es nämlich mit Aufträgen zu tun bekommen, bei denen ihr mehrere geschützte Objekte entwenden müsst.
Sobald ihr euch aber das erste davon schnappt, startet ein Countdown von 60 Sekunden. Bevor der abgelaufen ist, müsst ihr schon wieder in eurem Fluchtfahrzeug sitzen und das Weite suchen, sonst war es das mit eurer Firma.
Quelle: PC Games
Die Karte hilft euch, den Überblick zu behalten. Eure Fluchtrouten müsst ihr nämlich sorgsam planen.
Die einzelnen Level werden dadurch ganz schön knifflig und fordern den einen oder anderen Versuch von euch ein. Da kommt die Funktion zum Schnellspeichern gerade recht: So könnt ihr euch kurzerhand an den letzten Speicherpunkt zurücksetzen lassen und müsst nicht mit der gesamten Planung von vorne beginnen, nur weil ihr euch einmal vertan habt.
Mithilfe der Spraydose markiert ihr euch Ziele, Wege und andere wichtige Punkte, die dann auch auf der Übersichtskarte zu sehen sind - solange sie draußen aufgesprüht wurden, in Gebäuden helfen sie euch nur direkt vor Ort zur Orientierung.
Viel Spielraum, wenig Raum zum Spielen
Wenn es doch mal zu schwierig wird, lassen sich die Einstellungen ganz einfach anpassen. Dort gibt es nicht nur unterschiedliche Anpassungsmöglichkeiten, ihr könnt sogar mit einem Klick alle Karten freischalten oder einzelne Missionen ganz überspringen. Wollt ihr das nicht, schaltet ihr die unterschiedlichen Gebiete nach und nach im Rahmen der Kampagne frei.
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