Gaming-Tastaturen: Mechanische Tastaturen

Special Antonio Funes
Razer Cynosa Chroma, halbmechanische Tastatur
Quelle: Razer

Eine Tastatur kann je nach Ausstattung, Anspruch und Einsatzzweck wenige Euro kosten, aber auch die 100-Euro-Grenze überschreiten. Wir erläutern, welche Features Tastaturen bieten können und wofür diese da sind. Zudem nehmen wir auch mechanische Tastaturen mit ihren verschiedenen Taster-Typen unter die Lupe und bieten eine Marktübersicht zu Tastaturen mit mechanischem und Rubberdome-Prinzip.

Mechanische Tastaturen

Um zu erklären, was eine mechanische Tastatur ausmacht, erklären wir zunächst, mit welchem Prinzip eine günstigere Tastatur mit dem so genannten Rubberdome-Prinzip arbeitet. Bei letzteren Tastaturen liegt unter den einzelnen Tasten eine eine Art Gummimatte.

Diese Matte hat an den Stellen, über denen die einzelnen Tasten sitzen, kleine Kuppeln - im Englischen Dome genannt. Drückt ihr eine Taste herunter, dann drückt ihr also diese Kuppel ein. Sobald die Taste dann die Platine erreicht, auf der unter jeder Kuppel ein kleiner Schalter sitzt, löst das Tastendruck-Kommando aus. Wenn ihr die Taste loslasst, richtet sich die Kuppel wieder auf und stößt dabei die Taste wieder in ihre Ausgangsposition.

Bei mechanischen Tastaturen hingegen gibt es keine Matte, sondern jede Taste besteht aus einem Taster, auf dem die beschriftete Tastenkappe sitzt. Der Taster ist eine in sich abgeschlossene mechanische Einheit, in der eine Metallfeder und weitere metallische Bauteile stecken. Indem ihr die Taste herunterdrückt, drückt ihr auch die Feder zusammen. Sobald die Taste weit genug heruntergedrückt wurde, wird der entsprechende Befehl ausgelöst, da innerhalb der Taster-Konstruktion ein Stromkreis geschlossen oder je nach Taster-Bauart auch geöffnet wird. Lasst ihr die Taste los, drückt die Feder die Tastenkappe wieder nach oben. Je nach dem, wie genau das Innere des Tasters beschaffen ist, gibt die Taste beim Auslösen gar kein Feedback oder aber ein akustisches oder taktiles (also fühlbares) Feedback - oder auch beides zusammen. Dadurch entstehen mehrere mögliche Taster-Typen, zu denen wir später noch kommen werden.

Vorteile von mechanischen Tastaturen

Früher waren mechanische Tastaturen der Standard, wurden aber von Rubberdome-Modellen verdrängt, da diese deutlich günstiger zu produzieren sind. Doch vor einigen Jahren sind mechanische Tastaturen vor allem durch Gamer wieder in Mode gekommen. Denn sie bieten einige Vorteile. Zum einen halten sie, was den Verschleiß angeht, länger als Rubberdome-Tastaturen, die im Laufe der Zeit schleichend ausleiern können.

Mechanische Tastaturen wie die Cherry MX Board 3.0 gibt es inzwischen schon ab 40 bis 50 Euro. Quelle: Cherry Mechanische Tastaturen wie die Cherry MX Board 3.0 gibt es inzwischen schon ab 40 bis 50 Euro. Zum anderen können sie dem Nutzer ein besseres Feedback darüber geben, ob die Taste bereits ausgelöst wurde. Vor allem aber tritt bei mechanischen Tastaturen ein mögliches Problem der anderen Bauweise gar nicht erst auf: Bei Rubberdome-Modellen kann es durch die Platinenbauweise und die dort oft verwendete Schaltungsmatrix dazu kommen, dass es Probleme gibt, wenn ihr mehr als drei Tasten gleichzeitig oder beinahe gleichzeitig drücken wollt. Allerdings haben vor allem für Gaming konzipierte Rubberdome-Tastaturen dieses Problem in aller Regel nicht.

Ein weiterer großer Vorteil von mechanischen Tastaturen ist das Schreibgefühl, welches viele Nutzer, die von einer Rubberdome-Tastatur auf ein mechanisches Modelle umsteigen, nicht mehr missen wollen. Allerdings sind mechanische Tastaturen wegen der aufwendigen Bauweise auch deutlich teurer, obgleich es inzwischen auch sehr günstige Modelle auf dem Markt gibt, was wir wiederum der hohen Nachfrage vor allem durch Gamer zu verdanken haben. Insbesondere wenn die Tasten auch noch beleuchtet sein sollen, bliebt es aber bei einem merkbaren Aufpreis, da eine ordentliche Beleuchtung bei mechanischen Tastern einen hohen Aufwand in der Produktion erfordert.

Taster-Typen

Schon seit einigen Jahren gibt es eine größere Auswahl an mechanischen Gamer-Tastaturen. Anfangs spielten dabei ausschließlich die Taster (auch Switches genannt) des Herstellers Cherry eine Rolle. Farbcodes zeigen dem Käufer dabei an, welche Eigenschaften der Taster hat - so gibt beispielsweise ein MX-Blue-Switch ein akustisches und taktiles Feedback, sobald die Taste auslöst. Ihr hört also ein Klicken und spürt auch einen kleinen Widerstand, wenn ihr die Taste endgültig ausgelöst habt. Inzwischen gibt es mehrere Nachbauten der MX-Switches, die teilweise die gleichen Farbcodes verwenden, teilweise aber auch eigene Farbkennzeichnungen haben. Daher haben wir eine Übersichtstabelle mit den wichtigsten auf dem Markt vertretenen Taster-Typen für euch erstellt, in der ihr ablesen könnt, welche Eigenschaften die verschiedenen Taster-Typen haben.

  kein Feedback Taktil Taktil und Klicken
Cherry-MX Black, Red, Speed Silver Brown Blue
Kailh Red Brown Blue
Omron   Romer-G  
Razer Yellow Orange Green
Roccat   TTC Brown  

Die Frage, auf welchen Taster-Typ ihr setzen solltet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Daher gibt es viele mechanische Gamer-Tastaturen auch gleich in zwei oder mehr Modellvarianten mit unterschiedlichen Taster-Typen zur Auswahl. Klar ist aber: Wenn euch ein hörbares Klicken stören sollte, dann sind entsprechende Taster natürlich tabu.

Am Beispiel einer Razer Black Widow Chroma V2: in Gelb ist der der eigenliche Taster (Switch) zu sehen - die LED ist Bestandteil der Tasterkonstruktion. Quelle: PC Games Hardware Am Beispiel einer Razer Black Widow Chroma V2: in Gelb ist der der eigenliche Taster (Switch) zu sehen - die LED ist Bestandteil der Tasterkonstruktion. Viele Gamer setzen auf Taster ohne Klicken und ohne Feedback, da sie diese Taster als besonders schnell empfinden - dies wären im Falle der MX-Switches also die mit Red bezeichneten Taster. Ihr müsst dabei aber erst ein Gefühl dafür entwickeln, ab wann die Tasten auslösen. Denn das Auslösen findet bei mechanischen Tasten generell schon statt, bevor ihr die Taste bis zum Anschlag heruntergedrückt habt. Würdet ihr die Tasten jedes Mal komplett bis zum Anschlag herunterdrücken, würdet ihr aber Zeit verlieren. Drückt ihr die Taste wiederum nicht weit genug hinein, was bei den MX-Red-Switches ja passieren kann, da ihr kein Feedback erhaltet, fehlt wiederum ein Tastenbefehl im Spiel oder beim Tippen. Taster komplett ohne Feedback setzen daher in der Regel eine Gewöhnungsphase voraus, bevor ihr sie beherrscht. Im Zweifelsfall probiert, wenn es euch möglich ist, also mehrere Taster-Typen erst aus, bevor ihr euch entscheidet. Die MX-Brown-Switches und deren Nachbauten sind in der Regel ein guter Kompromiss: sie bieten ein taktiles Feedback, haben aber kein von vielen als störend empfundenes lautes Klicken.

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