The Elder Scrolls Online - Festungen, Belagerung, Kaiser

Special Matthias Dammes
The Elder Scrolls Online - Beta im PvP-Test.
Quelle: Bethesda

Wir sind weiter in der Beta von The Elder Scrolls Online unterwegs und hatten am vergangenen Wochenende die Gelegenheit, das großangelegte PvP in Cyrodiil sehr ausführlich auszuprobieren. In unserer zweiten Vorschau zum Online-Rollenspiel der Entwickler von Zenimax Online beschäftigen wir uns daher mit den Schlachten zwischen den drei Fraktionen und dem erschwerlichen Weg auf den Kaiserthron.

Der Feind vor den Toren

Die größten und ausdauerndsten Schlachten werden in Cyrodiil um die zahlreichen Festungen ausgetragen. Besonders wenn die besitzende Fraktion mit einem starken Kontingent die Verteidigung ihrer Burg organisiert, kann sich eine Belagerung über mehr als eine Stunde hinziehen und logischerweise im schlimmsten Fall auch scheitern. Jede Festung wird von drei Rohstofflagern (Mine, Farm, Sägewerk) umgeben. Diesen strategischen Punkten sollte beim Angriff die erste Aufmerksamkeit gelten. Solange die verteidigende Fraktion mindestens zwei diesen Lager hält sowie mit der Festung an eine weitere eigene Burg angrenzt, können sich Spieler über das Transistus-System in die Festung teleportieren und somit die verteidigenden Truppen schnell verstärken.

So sind auch taktische Angriffsvarianten möglich, bei denen zum Beispiel zunächst eine wichtige Festung tiefer im Feindesland erobert wird, um die Nachschubwege zu den Burgen an der direkten Front abzuschneiden. Die Angreifer können jedoch nicht einfach so in eine Festung marschieren und ihre Fahne hissen. Mächtige Mauern und Tore gilt es zunächst zu überwinden. Dazu stehen euch eine ganze Reihe von Belagerungswaffen zur Verfügung, die ihr bei Händlern in allen eigenen Stützpunkten kaufen könnt. Über das Schnellzugriffsmenü stellt ihr die Geräte auf ebenen Flächen auf und nehmt per Maus die Festung und feindliche Spieler aufs Korn.

Bevor eine Festung gestürmt werden kann, gilt es die Mauern mit schwerem Gerät zu überwinden. Quelle: PC Games Bevor eine Festung gestürmt werden kann, gilt es die Mauern mit schwerem Gerät zu überwinden. Für hohe Reichweite und massiven Schaden an Mauern bietet sich der Tribok an, der in drei verschiedenen Variationen mit unterschiedlicher Munition erhältlich ist. Während der Stein-Tribok gezielten Schaden gegen Strukturen anrichtet, lassen sich Feuertöpfe und Eiskugel gut gegen große Ansammlungen feindlicher Spieler einsetzen, die dadurch verbrannt und verlangsamt werden. Für geringe Reichweite und schnellere Feuerrate kommen Katapulte zum EInsatz, die ebenfalls drei verschiedene Ladungen haben können. Mit Fleischsäcken werden die Truppen des Feindes mit Krankheiten angesteckt, Ölfässer verteilen Feuer auf dem Schlachtfeld und der Streuschuss sorgt für große Flächenwirkung im Feindgebiet.

Gegen feindliche Belagerungsmaschinen und Truppen lässt sich die Balliste besonders gut einsetzen. Mit einer hohen Reichweite verschießt sie gewöhnliche Bolzen auf Maschinen und Mauern. Feuerbolzen setzen getroffene Geräte in Brand, während Blitzbolzen besonders gut geeignet sind, um feindliche Spieler zu verlangsamen. Am effektivsten gegen Mauern und Tore sind jedoch Belagerungsrammen. Um diese mächtigen Türöffner einsetzen zu können, dürfen jedoch keine anderen Belagerungsmaschinen in der Nähe stehen. Der Grund für diese Regel blieb uns bisher jedoch verborgen. Kommt eine Ramme zum Einsatz, müssen die Verteidiger allerdings nicht hilflos zusehen. Mit heißem Öl auf den Mauern, steht ihnen eine effektive Verteidigung zur Verfügung.

Die taktische Entscheidung über das nächste Angriffsziel ist den Spielern der Fraktionen überlassen. Für einen erfolgreichen Feldzug ist es hilfreich, wenn Einigkeit herrscht und die Allianz mit vereinten Kräften ihre Ziele verfolgt. Zusätzlich geben NPCs und Auftragstafeln im Hauptquartier verschiedene, teilweise wiederholbare, Quests, die als Orientierungshilfe für die nächsten Schritte dienen können, aber nicht müssen. Während unserer Partien in der Beta passten die Vorgaben des NPC-Generals nur bedingt zu unseren eigentlichen Eroberungszielen.

Der Kaiser ist tot, lang lebe der Kaiser

Ziel all der Schlachten zwischen den Völkern Tamriels ist der Rubinthron, die Kaiserwürde Cyrodiils. Zu Beginn des Spiels sitzt Kaiserin-Regentin Clivia Tharn aus dem Tharn-Clan auf dem Thron. Sie gehört jedoch nicht der legendären Drachenblut-Dynastie an, womit die uralte Vereinbarung zwischen Akatosh und Alessia unwirksam wurde, die Nirn vor den Mächten Oblivions bisher schützte. Hinzu kommt, dass der Tharn-Clan die Daedra anbetet und mit Mannimarco, dem Anführer des Wurmkultes, zusammenarbeitet. Dieser wiederum steht im Dienste von Molag Bal, wodurch der daedrische Prinz die faktische Kontrolle über das Kaiserreich hat. Nun wollen die drei Fraktionen also ihrerseits einen der ihren auf den Thron setzen.

Wer Kaiser werden will, muss sich jedem Feind stellen und Punkte sammeln. Quelle: PC Games Wer Kaiser werden will, muss sich jedem Feind stellen und Punkte sammeln. Im Zentrum Cyrodiils stehen sechs Festungen im Kreis rund um Imperial City. Sobald eine Fraktion alle sechs dieser Burgen kontrolliert, wird der zu diesem Zeitpunkt punkthöchste Spieler der Fraktion zum Kaiser gekrönt. Auf den Thron zu kommen, ist also keine besonders einfache Aufgabe. Erhebliche Anstrengungen der Fraktion sind nötig, um die sechs benötigten Festungen einzunehmen. Zusätzlich müssen sich entsprechend ambitionierte Spieler permanent aktiv an den Feldzügen beteiligen, um sich die benötigten Allianzpunkte zu verdienen und an der Spitze der Rangliste zu platzieren. Ist das Ziel jedoch erreicht, winken euch zahlreiche einzigartige Boni.

So bekommt ihr als Kaiser in The Elder Scrolls Online eine eigene Skill-Linie, die ihr für den Rest eures TESO-Lebens behalten könnt. Auch wenn der Titel verloren geht, bleiben euch die Fähigkeiten in abgeschwächter Form erhalten. Natürlich erhält der Herrscher Tamriels auch eine spezielle Rüstung, die ihn klar von seinen Untertanen abhebt. Die Regentschaft eines Kaisers endet, sobald eine der anderen Fraktionen die benötigten Festungen eingenommen hat oder der Herrscher im Kampf getötet wird. Auf dem Schlachtfeld gilt es daher den Kaiser zu schützen, wenn dieser seine Truppen mit seinen Boni unterstützt.

Friedliches Tamriel

Anders als in vielen anderen Online-Rollenspielen findet PvP in The Elder Scrolls Online ausschließlich im Kriegsgebiet von Cyrodiil statt. Kein Open-PvP in der "normalen Spielwelt", keine strukturierten Kriegsgebiete oder PvP-Arenen. Durch die Instanzierung und die klare Abgrenzung zwischen den Fraktionen, könnt ihr die jeweils anderen Gebiete nicht erreichen, um dort gegen feindliche Spieler zu kämpfen. Allerdings haben sich die Entwickler einen anderen interessanten Kniff ausgedacht, durch den ihr dennoch in den Genus der Entdeckungen und Quests in den anderen Regionen Tamriels kommt. Durch einen kleinen Story-Twist, wird es Charakteren ab Stufe 50 möglich sein, die Kampagnen der anderen Fraktionen zu spielen.

Auf diese Weise könnt ihr auch nach dem Abschluss eurer eigenen Fraktion mit eurem Hauptcharakter weitere Abenteuer erleben und zum Beispiel Fertigkeitspunkte sammeln. Das Fehlen von strukturiertem oder offenem PvP in The Elder Scrolls Online dürfte vielen MMO-Veteranen sicherlich nicht sonderlich schmecken. Vor allem da es in den Massenschlachten von Cyrodiil eher seltener zu spannenden Zweikämpfen kommt. Allerdings würde sich ein solches Feature vermutlich auch negativ auf das Spielgefühl der unbeschwerten Welterkundung auswirken, wenn nach jeder Ecke mit einem heimtückischen Gegner gerechnet werden muss. The Elder Scrolls Online richtet sich hier klar an Abenteurer und Fans großer Massenschlachten.

Unsere Eindrücke vom restlichen Spiel, lest ihr übrigens in der PvE-Vorschau zu The Elder Scrolls Online. Unsere Kollegen von buffed.de haben ebenfalls eine PvP-Vorschau zum Allianz-Krieg in Cyrodill verfasst!

Meinung

Bildergalerie

  1. Seite 1 The Elder Scrolls Online - Allianz vs. Allianz, Cyrodil
  2. Seite 2 The Elder Scrolls Online - Festungen, Belagerung, Kaiser
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