ESO: Ihr denkt, ihr kennt Open World? Ein ESO-Fan erklärt, warum ihr das MMO kostenlos ausprobieren solltet

Special Christian Schmid
ESO: Ihr denkt, ihr kennt Open World? Ein ESO-Fan erklärt, warum ihr das MMO kostenlos ausprobieren solltet
Quelle: PC Games

Elder Scrolls Online ist aktuell kostenlos spielbar. Der langjährige ESO-Spieler Christian verrät euch in seinem Artikel, warum ihr ESO gerade jetzt eine Chance geben solltet, welche Features euch erwarten und wie ihr die kostenlose Spielzeit effektiv nutzt.

Wir alle verbringen derzeit eine geraume Zeit in den eigenen vier Wänden - da ist es enorm praktisch, dass Elder Scrolls Online ab heute zwei Wochen lang kostenlos spielbar ist. Auf Steam spielt ihr immerhin eine Woche lang umsonst. Wir empfehlen jedem Leser, diese Woche zu nutzen, denn ESO hat sich seit seinem Release im Jahr 2014 stark weiterentwickelt. Insbesondere Fans der Elder-Scrolls-Reihe, die damals mit dem Gebiets- und Levelsystem unzufrieden waren, werden überrascht sein. Wir verraten euch, warum ihr genau jetzt einen Blick in The Elder Scrolls Online werfen solltet und warum ESO eines der besten Open-World-MMORPGs mit PVE-Fokus ist.

Größer, freier, besser
Zum Release stellte ESO lediglich eine weitere Fußnote im Genre der "Themepark-MMOs" dar: Der Spieler folgte einer Spur aus Quests, die ihn durch immer schwerere Gebiete führte, bis er schließlich im Endgame ankam. Wer einen bösen Charakter spielen wollte, musste seine Phantasie bemühen, denn bis dato wurde der Spieler noch in eine enge Rolle gezwängt, die er nicht verlassen konnte. Das heutige ESO hingegen ist im Vergleich nicht wiederzuerkennen. Zum einen gibt es keine Stufenbegrenzungen mehr, sprich ihr könnt direkt nach der Erstellung eures Charakters losziehen und überall Abenteuer erleben. Richtig gelesen, wirklich jedes Gebiet passt sich dynamisch eurer Stufe an und ist damit jederzeit bespielbar. Auch das enge Quest-Korsett anderer Spiele meidet ESO, denn im Regelfall könnt ihr euch einloggen, eine Himmelsrichtung wählen und einfach losreiten. Die Chance ist groß, dass ihr eine Quest oder einen interessanten Ort findet. Tamriel ist gespickt mit versteckten Questgebern, Mini-Dungeons und den sogenannten Himmelsscherben, mit deren Hilfe der eigene Charakter an Macht gewinnt. Das ist es auch, was ESO zu einem so großartigen Open-World-Erlebnis macht, denn ihr fühlt euch als Spieler im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Abenteurer. Wer lieber traditionell Questet, findet in den Gebieten zudem immer eine große Questreihe, die in einem zufriedenstellenden Finale abgeschlossen wird.
Wenn es seine grafischen Muskeln spielen lässt, sieht ESO geradezu zauberhaft aus und fängt die Stimmung von epischer Fantasy sehr gut ein. Quelle: PC Games Wenn es seine grafischen Muskeln spielen lässt, sieht ESO geradezu zauberhaft aus und fängt die Stimmung von epischer Fantasy sehr gut ein. In Sachen Questaufbau spielt ESO fast alle seine Mitstreiter ebenfalls an die Wand. Im Gegensatz zu den ordinären Sammelquests eines World of Warcraft oder den dynamischen Events von Guild Wars 2 erwarten euch inESO voll vertonte Geschichten - alleine Final Fantasy XIV hält mit ESO locker mit. Ob es nun darum geht, den Fluch eines verwunschenen Turms zu lüften oder ein Dorf gegen den Ansturm von Banditen zu verteidigen, ihr habt als Spieler jederzeit das Gefühl, tatsächlich jemandem zu helfen, anstatt zum hundertsten Mal zwanzig Gegner zu besiegen oder Blumen zu sammeln. Auch toll: Solltet ihr einen Freund haben, der bereits ESO spielt und dessen Charakter ein höheres Level als euer Held erreicht hat, könnt ihr trotzdem gemeinsam questen. Das Level-Scaling funktioniert auch innerhalb einer stark gemischten Gruppe problemlos.

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Von Kampfmagiern und Nahkampf-Bogenschützen
Ebenso frei wie das Quest- und Erkundungssystem von ESO fällt der Bau des Charakters aus. Zu Beginn wählt ihr eine Klasse, die drei einzigartige Fähigkeitskategorien besitzt - alle anderen Skills sind jedoch frei wählbar. Das bedeutet, dass ihr frei kombinieren und basteln dürft: Ihr möchtet einen zaubernden Tank in Plattenrüstung spielen? Kein Problem. Am nächsten Tag habt ihr Lust auf einen schleichenden Bogenschützen, der mit zwei Waffen kämpft? Viel Spaß dabei. Ein enormer Bonus beim Basteln des eigenen Traumcharakters ist, dass dieser jederzeit zwei Waffensets trägt, zwischen denen ihr mit einem Tastendruck wechselt, sodass ihr praktisch jede erdenkliche Fähigkeits-Kombination ausprobieren könnt.
In ESO werden Magie, Geschick uns Stärke beliebig miteinander kombiniert. Ein zaubernder Krieger ist in Tamriel nicht die Ausnahme, sondern die Regel. <br> &nbsp; Quelle: PC Games In ESO werden Magie, Geschick uns Stärke beliebig miteinander kombiniert. Ein zaubernder Krieger ist in Tamriel nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
 

Wer gerne düstere Charaktere spielt, wird sich über die Möglichkeit freuen, seinen Abenteurer in einen Werwolf oder Vampir zu verwandeln - samt den dazugehörigen Fähigkeiten. Unser Tipp: Angehende Vampire und Werwölfe reisen zum Pass von Bangkorai und besuchen dort den Pelin-Friedhof, südlich der Stadt Evermore. Nachts treiben sich dort entweder NPCs mit dem Namen "Blutunhold" oder "Werwolf" herum. Jeder Angriff der genannten Gegner birgt die Chance, euch mit einer Krankheit zu infizieren, die euch den Weg des Vampirs beziehungsweise des Werwolfs eröffnet. Besucht danach einfach einen der Wegschreine und nehmt die Quest des Fremden Mannes an. Dank Levelscaling könnt ihr die Quest direkt nach der Charaktererstellung in Angriff nehmen.

Schurkisch veranlagte Spieler dürfen obendrein eine Karriere als Dieb oder Assassine einschlagen. Um der Diebesgilde oder der dunklen Bruderschaft beizutreten, benötigt ihr zwar Zugang zu den Erweiterungen, jedoch hält euch nichts davon ab, einfach auf eigene Faust eure Diebeskarriere zu beginnen. Haltet nach Schließkasetten Ausschau und meidet die Stadtwache. Flüchtet im Zweifelsfall einfach in den Untergrund der Stadt, in dem ihr auch euer Diebesgut loswerdet. Auf diese Weise könnt vor allem zu Beginn eures Abenteurerdaseins sehr leicht eine große Menge Gold verdienen. Ein netter Touch: Ihr könnt selbst die zufällig auf den Straßen erscheinenden, wandernden Händler überfallen. Das alles lässt die Welt von ESO sehr lebendig erscheinen und gibt euch eine Menge Handlungsfreiheit, die anderen PVE-MMORPGs oft fehlt.

Kauft ein Haus, zieht ein Reittier auf und macht euch schick
Wer seinen Charakter gerne nach den eigenen Vorstellungen einkleidet, erhält mit den Outfits von ESO eines der umfangreichsten Mode-Systeme aller Online-Rollenspiele. Wer fleißig Ausrüstungs-Stile sammelt, kann jedes einzelne Kleidungsstück an den eigenen Geschmack anpassen - auch über die Rüstungsklassen hinweg. Euer Magier trägt starke, aber hässliche Roben? Verpasst ihm einfach die Optik einer Plattenrüstung. Ihr habt Rüstungsklassen gemischt, möchtet aber wie ein Adliger in goldener Robe aussehen? Dann bastelt euch ein Outfit zusammen und wählt die Farbe jedes einzelnen Kleidungsstückes. Den letzten Schliff verpasst ihr eurem Charakter mit den "Persönlichkeiten", welche die Art und Weise verändern, auf die der Charakter läuft, sich bewegt und euch neue Emotes spendieren.

Wer etwas auf sich hält, schafft sich als ESO Spieler ein Eigenheim an. Wir empfehlen, die Gasthäuser aufzusuchen: In Dolchsturz begebt ihr euch in den Rosenlöwen, in Ebenherz zur Ebenholzflasche und in Vulhelwacht zum Gausthaus Maras Kuss. Dort findet ihr kleine aber feine Räume, die ihr frei einrichten könnt. Macht es euch gemütlich und nutzt vor allem die freie Schnellreise zu eurem Domizil. Unser Tipp: Nichts hält euch davon ab, alle drei Zimmer günstig zu erwerben. Leichter könnt ihr kaum von einem Ende des Kontinents zum anderen Reisen - und das ohne Wegschreine. Wer sich anständig eingekleidet und sein Zimmer eingerichtet hat, besorgt sich als nächstes ein treues Ross. Eure Reittiere könnt ihr bei jedem Stallmeister einmal pro Tag füttern, was nicht nur deren Werte erhöht, sondern den Tieren auch permanente optische Verbesserungen wie zum Beispiel Rüstungen und Satteltaschen verpasst.
Mit den Outfits, Kostümen und Persönlichkeiten von ESO könnt ihr euren Charakter im Handumdrehen der Umgebung anpassen. Vor allem Rollenspieler freuen sich darüber. <br> &nbsp; Quelle: PC Games Mit den Outfits, Kostümen und Persönlichkeiten von ESO könnt ihr euren Charakter im Handumdrehen der Umgebung anpassen. Vor allem Rollenspieler freuen sich darüber.
 
Lohnende PVP-Schlachten
Wer in der Free2Play-Zeit so viele Stufen und Fähigkeitsränge wie möglich sammeln will, darf sich freuen: Erstens solltet ihr dringend zu Konditor Donolon zu reisen und euch euren Kuchen abholen. Immer wenn ihr ein Stück davon esst, erhaltet ihr für zwei Stunden die doppelte Menge an Erfahrungspunkten. Zweitens solltet ihr während dieser Zeit unbedingt an den PVP-Schlachten teilnehmen, auch wenn euch den Kampf Spieler gegen Spieler eigentlich nicht zusagt. Die Erklärung dafür ist einfach, denn im PVP-Fähigkeitsbaum Sturmangriff findet ihr die beiden Fähigkeiten "Elan" und "Krähenfüße", welche euch eine Menge Heilung auf Bestellung, respektive soliden Schaden über Zeit bescheren. Fast jeder Charakter profitiert enorm von diesen beiden Skills und durch die doppelte Menge an Erfahrungspunkten haken auch PVE-Spieler diesen Punkt schnell und effizient ab. Wer möchte, kann sich dafür zwar an den großen Belagerungsschlachten beteiligen; schneller von der Hand gehen aber die knackigen Arena-Kämpfe, die euch obendrein eine Menge Erfahrungspunkte bescheren. Ignorieren solltet ihr die riesigen Belagerungen aber auf keinen Fall. Schaut während der freien Spielzeit wenigstens einmal im PvP-Gebiet Cyrodiil vorbei, denn es kaum etwas beeindruckenderes in ESO, als einhundert (mehr oder weniger koordinierte) Spieler, die gleichzeitig versuchen, eine Festung zu stürmen.

Shopping für angehende Abenteurer
Durch das Jubiläum von ESO erhalten alle Spieler einen Rabatt auf ausgewählte Gegenstände im Kronen-Shop. Selbst diejenigen von euch, die als brandneue Abenteurer die kostenlose Spielzeit nutzen, bekommen 500 Kronen spendiert, die ihr nach Lust und Laune ausgeben dürft. Wir empfehlen euch, das Geld im Zweifelsfall für das "Starterpaket" auszugeben, denn auf diese Weise erhaltet ihr für eure 500 Kronen eine Menge Tränke, Nahrung, Seelensteine, Gift, Reparatursets und ein niedliches Panther-Haustier. Wenn ihr innerhalb einer Woche so viel erleben möchtet wie möglich, kommt ihr mit diesem Paket sehr weit, bis ihr eine Pause in einer Stadt einlegen müsst. Das ebenfalls für 500 Kronen erhältliche "Kronen-Versorgungspaket" ist hingegen nicht halb so üppig bestückt.

Ebenfalls sehr lohnenswert fällt ein Besuch im Stil- und Kostümbereich des Shops aus. Hier findet ihr eine Menge Haarschnitte und Kleider, die ihr permanent behaltet und über ein paar Klicks jederzeit anlegen könnt - ganz ohne einen Besucht bei einem "Frisör", wie es in vielen anderen Spielen gehandhabt wird. Wo die Frisuren und Accessoires 100 bis 400 Kronen kosten, schlagen Kostüme mit Preisen ab 500 Kronen zu Buche. Letztere sind vor allem für Spieler sinnvoll, die gerne einmal einen anderen Frack anlegen, aber sich nicht mit dem Outfit-System beschäftigen wollen.

Mehr als genug zu tun
Wir haben noch nicht einmal die Berufe, die Mahlstrom-Arena, Kargstein, die Erweiterungen, die komplexen Endgame-Builds und andere hochstufige Herausforderungen wirklich angeschnitten. ESO bietet so viel Content, dass selbst hartnäckige Story-Fanatiker sehr, sehr lange spielen werden. Unser Tipp: Wenn ihr nach der freien Woche weiterspielen möchtet, könnt ihr nicht nur die komplette Kampagne eurer gewählten Fraktion durchspielen, sondern auch die beiden anderen Geschichten. Alleine dieses Unterfangen wird euch mit circa vierzig bis sechzig Stunden an voll vertonten Quests versorgen. Wir wünschen in jedem Fall allen von euch viel Spaß, die das Tamriel von The Elder Scrolls Online das erste Mal betreten.

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