System Shock Remastered im Test: Würdige Neuauflage, die mehr als nur ein Remaster ist

Test Christian Zamora 18,99 €
System Shock Remastered im Test: Würdige Neuauflage, die mehr als nur ein Remaster ist
Quelle: Nightdive studios

Wenn genug geändert und die Essenz des Originals beibehalten wird, ergibt das einen richtig guten Remaster mit Remake-Qualität. Unser Test zu System Shock!

Die Zugänge findet ihr in dafür vorgesehenen Räumen. Der Cyberspace spielt sich ein wenig wie eine psychedelische Variante anderer Klassiker wie Forsaken und Descent. Hier ballert ihr verschiedene Gegner weg, öffnet Tore und zerstört Energiekerne. Nicht ultraspannend, aber eine nette Abwechslung zwischendurch - vor allem dank eines ansteigenden Schwierigkeitsgrades und immer neuer Gegnertypen. Hier dürft ihr auf verschiedene Fähigkeiten und Schussarten zurückgreifen, sofern ihr sie im jeweiligen Bereich einsammelt.

We need a bigger ... Inventory

Zur Verteidigung zu Fuß liegen neben ein paar Prügelwerkzeugen auch Projektil- und Energiewaffen wie die SpareQ Beam herum - einige davon wie die Pumpgun sind mehr, andere weniger effektiv. Fast alle haben wenigstens zwei Schussmodi oder setzen alternativ auf Munition. Sie belegen aber teils mehrere Plätze im Inventar, was bald zu Platzmangel führen wird. Überlegt also gut, welche Waffen und Munition ihr mitnehmt. Ihr braucht zudem noch reichlich Platz für Heilungs- und Verstärkungsgegenstände, vor allem im späteren Spielverlauf. Resident-Evil-Fans der alten Schule kennen das Problem. Alternativ dürft ihr zwischen den Levelebenen Gegenstände über einen Lift hin- und herschicken.

Aber auch dieser Platz ist begrenzt und ihr müsst die jeweiligen Räume mit den Transportmöglichkeiten in den Ebenen erst finden. Zahlreiche andere Gegenstände dürft ihr vaporisieren, das Resultat könnt ihr an vorgesehenen Stationen in Münzen verwandelt. Mit den Münzen kauft ihr dann Munition, Heilung und andere hilfreiche Gegenstände an seltenen und manchmal gut versteckten Kiosken.

Aktivierungshebel im Blickfeld, Charakter richtet eine Pumpgun darauf Quelle: PC Games

Angriff der Clone-Hacker

In Krankenstationen hinterlasst ihr Kopien von euch, was als Respawn-Punkte dient. An dem jeweils zuletzt aktivierten Punkt taucht ihr nach dem Ableben wieder auf - speichert trotzdem lieber, so oft es geht, das ist dankenswerterweise frei möglich. An rar gesäten Energiestationen und in noch selteneren Heilkammern könnt ihr euch ebenfalls wieder aufpäppeln und dadurch eure Verbrauchsgegenstände sparen - taktisches Denken ist also angebracht.

Habt ihr so eine Station entdeckt, wird sie - und werden auch andere wichtige Räume - auf eurer Karte markiert. Während eurer Erkundungstour findet Ihr zudem Tech-Upgrades, die euch erst bestimmte Fähigkeiten ermöglichen, wie schnelles Laufen oder Resistenzen gegen bestimmte Umgebungsschäden. Einige verbrauchen bei Aktivierung Energie, die wieder auf- bzw. nachgeladen werden muss.

Neu trifft Retro

Die Umgebungen, Charaktere und Spezialeffekte wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sorgen für ein immersives Spielerlebnis. Vergleicht einfach mal das Original (gibt es bspw. bei gog.com und Steam) mit dem Remaster und ihr werden schnell merken, wie viel Arbeit in die visuelle Aufwertung gesteckt wurde.

Dabei haben Nightdive trotzdem eine Art Pixel-Stil in die Texturen eingearbeitet, wodurch Retro-Charme entsteht, ohne dass das Spiel dadurch ungewollt altbacken wirkt. Es behält dabei zudem stets die beklemmende und bedrohliche Atmosphäre des Klassikers bei. Lichtquellen, Laser, flackernde Monitore, Explosionen, NPCs und deren Zerstückelungen fügen sich atmosphärisch ein.

Klangwelten

Die Klangkulisse ist jetzt viel bedrohlicher und fängt das schon damals intensive Gefühl der bedrückenden Stimmung noch besser ein - der stimmungsvolle Soundtrack tut sein Übriges. System Shock Remastered (jetzt kaufen 18,99 € ) erzählt die Geschichte über voll vertonte, zahlreiche Audio-Logs, die zudem Informationen zu eurem Fortschritt und gern auch Tür-Codes enthalten.

Ihr habt immer wieder Funksprüche im Ohr, vor allem von S.H.O.D.A.N., die euch drohend und beleidigend vom Weiterkommen abhalten will. Das alles wurde neu synchronisiert, mit einer oft gruseligen und herrlich stimmungsvoll verzerrten Sprachausgabe - jedoch leider nur auf Englisch.

Blick auf einen Planeten mit Text-Darstellung der KI SHODAN am unteren Rand Quelle: PC Games

Stabil und geschmeidig

Dankenswerterweise wurde das alte Interface nicht übernommen, denn das war, noch nett ausgedrückt, ein Krampf. Die Benutzeroberfläche wurde überarbeitet, um euch eine bessere Übersicht und einfacheren Zugriff auf Ausrüstung und Fähigkeiten zu ermöglichen. In der neuen Fassung sind sowohl Tastatur und Maus als auch Controller intuitiv belegt, alles kann aber auch wahlweise neu konfiguriert werden.

Die Steuerung per Controller geht gut von der Hand. Gespielt haben wir in 1080p mit sämtlichen Details auf Ultra bei stabilen 60 FPS (getestet auf 2080 Ti, 32 GB DDR4 3200, AMD 3900K @ 4000 Mhz, SSD). Beim Test kam es nur einmal zu einem Speicherfehler, als wir das Spiel nach einer Pause erneut starten wollte, ohne den PC selbst neu zu starten - ansonsten lief der Titel durchgehend stabil.

Wertung zu System Shock RE (PC)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Tolles Remaster eines genialen Klassikers, das den Charme des Originals sehr gut einfängt und dank variablen Schwierigkeitsgrad-Einstellungen niemanden zu sehr überfordern oder langweilen dürfte

Fazit:

Für den relativ schmalen Preis von gerade einmal 40 Euro und somit relativ deutlich unter dem, was heutzutage als Vollpreis verlangt wird, bekommt ihr ein großartiges Remake eines (zumindest technisch nicht mehr ganz so) zeitlosen Klassikers, das Veteranen und Neueinsteiger gleichermaßen gut unterhalten wird.

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