System Shock Remastered im Test: Würdige Neuauflage, die mehr als nur ein Remaster ist

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System Shock Remastered im Test: Würdige Neuauflage, die mehr als nur ein Remaster ist
Quelle: Nightdive studios

Wenn genug geändert und die Essenz des Originals beibehalten wird, ergibt das einen richtig guten Remaster mit Remake-Qualität. Unser Test zu System Shock!

Künstliche Intelligenz ist zurzeit in aller Munde und wird mittlerweile in vielen Bereichen des Alltags eingesetzt. Mögliche Gefahren, die daraus hervorgehen können, waren schon in den 1980ern und zu Beginn der 1990er-Jahre gern im Fokus von Filmemachern und Spielentwicklern - mit eher futuristischem Blickwinkel. Neben Kino-Blockbustern wie James Camerons Terminator, in dem die KI Skynet die Menschheit vernichten will, lehrte uns spielerisch die perfide Intelligenz S.H.O.D.A.N. im Klassiker System Shock von Looking Glass Studios das Fürchten. Das Original feiert im kommenden Jahr übrigens 30-jähriges Jubiläum, was die am 30. Mai erscheinenden Neuauflage umso spannender macht. Zwar wurde bereits im damaligen Erscheinungsjahr eine Enhanced Edition veröffentlicht, die mit SVGA-Grafik sowie Sprachausgabe und damit auf CD-Rom statt Diskette erschien. Aus heutiger Sicht ist der Titel jedoch trotzdem besser nur in Erinnerung zu halten und sollte nicht mehr unbedingt gespielt werden, denn vor allem Interface, Steuerungsmechaniken und Optik haben leider unverkennbar drei Jahrzehnte auf dem Buckel.

Alles neu macht der Mai

Für die Neuauflage ist Nightdive Studios verantwortlich, die schon für moderne Systeme angepasste Klassiker wie Turok, Forsaken und Shadow Man entwickelten. Initiiert wurde dieses Upgrade bereits 2016 als Kickstarter-Projekt und brachte dabei rund 1,4 Millionen Dollar ein.

Der Begriff Remaster ist hier eigentlich unpassend, denn es wirkt wie ein Remake, nicht zuletzt dank Unreal Engine 4. Zudem wurden alle Levels im Aufbau verändert, eine modernere UI und Steuerung, übrigens auch hervorragend mit Controller spielbar, spendiert, sowie ein verbessertes Gegnerverhalten implementiert, inklusive Ragdoll- und Zerstückelungssystem bei Kontrahenten.

Die Story sowie viele der Rätsel wurden deutlich erweitert und teils optimiert. Von der kompletten Neusynchronisation haben wir da noch gar nicht gesprochen!

Darstellung der einzelnen Schwierigkeitsgrade-Einstellungen auf der linken Seite, mit Beschreibung zur jeweiligen Änderung rechts Quelle: PC Games

Alles beim Alten?

An der Grundgeschichte haben die Macher bei Nightdive erfreulicherweise nichts verändert, denn die war vor 30 Jahren bereits gutes Material für einen düsteren Sci-Fi-Horrorfilm, wie ein leckerer Cocktail aus Alien, Event Horizon und dem berits erwähnten Terminator. Neu ist, dass ihr diesmal einen kleinen Teil des Intros selbst spielen dürft.

Im Jahr 2072 erwacht ihr mit einem Hackerauftrag nach sechs Monaten Tiefkühlschlaf auf der Raumstation Citadel. Eure Aufwachphase wird unter anderem von der mittlerweile mutierten und in aggressive Cyborgs verwandelten Besatzung sowie unzähligen bösartigen Maschinen verkürzt - und das alles unter Herrschaft der durchgeknallten KI S.H.O.D.A.N. (was übrigens Sentient Hyper-Optimised Data Access Network bedeutet).

Die klassifiziert euch rasch als "störendes Insekt", das sie natürlich loswerden will. Obwohl ihr eigentlich nur an ihrem Programm herumpfuschen sollt, wollt ihr jetzt ihre Festplatte lieber gleich komplett nullen. Euer Abenteuer erlebt ihr dabei in einem Mix aus Action-Adventure mit kleinem Rollenspielanteil, in dem ihr viel Zeit mit Erkundung und Rätseln verbringt.

Schwierig? Schwierig!

Schon damals innovativ war und ist die beibehaltene Einstellung des Schwierigkeitsgrades, dank der ihr einzele Aspekte des Spiels wie Kampf, Cyberspace, Rätsel und Missionen individuell festlegen könnt. Wer es aus dem Effeff kann, darf beispielsweise mit dem höchsten Missionsgrad die Station in maximal fünf Stunden erkunden, weil S.H.O.D.A.N. sonst in den bereits besuchten Ebenen einfach Elemente zurücksetzt.

Gut 12-15 Stunden, aber durchaus auch mehr, benötigt Ihr auf dem normalen Schwierigkeitsgrad, dank der im Vergleich zum Original neu strukturierten Level, diverser Rätsel und des verbesserten Gegnerverhaltens. Für den Test hat uns der Publisher sogar einen kleinen Walkthrough zur Verfügung gestellt!

Ohne Hilfestellung muss man sich definitiv oft neu orientieren und eingesammelte Audio-Logs studieren, um zu wissen, was zu tun ist und wo es hingeht.

Spielfigur schwingt einen Hammer auf einen Roboter-Gegner Quelle: PC Games Das machte bereits den Charme des Originals aus, also dass ihr immer wieder in einzelne Abschnitte der Citadel Station zurückkehren müsst, um Rätsel zu lösen, Türen zu öffnen, oder *Achtung, Spoiler bis zum <Ende des nächsten Absatzes* nicht versehentlich zu früh den roten Knopf zu drücken.

Ihr könnt nämlich beispielsweise schon sehr früh die Existenz der Menschheit versehentlich beenden, weil ihr die Stationskanone auf die Erde abfeuert, bevor ihr ein Schild auf einer anderen Ebene aktiviert habt. Das belohnt S.H.O.D.A.N. mit eurer Einverleibung in ihr Cyborg-Kollektiv - Game Over. *Spoiler Ende*.

Totale Überwachung

Auf eurem Weg zerstört ihr möglichst viele Kameras und separierte Energieknoten, um S.H.O.D.A.N.s Überwachungslevel zu verringern. Das öffnet nicht nur neue Regionen und ist in manchen Gebieten für den Fortschritt notwendig, einige Räume kann man beispielsweise trotz bekanntem Zugangscode erst unter einem bestimmten Sicherheitslevel betreten.

Die Ebenen sind verzweigt und einige Bereiche kann man über mehrere Wege erreichen. Man muss dabei nicht immer die Vordertür nehmen, manchmal kann man sich auch durch das Ventilationssystem bewegen.

Bildergalerie

Für diverse Türen benötigt ihr auch erst mal die korrekten Zugangskarten. Haltet euch nur mit entsprechenden Buffs oder aktiviertem Schild lange in Räumen mit radioaktivem Material auf, je nach Strahlungsstärke landet ihr sonst schnell in der nächsten Clone-Anlage. Zur weiteren Reduktion der Sicherheitsstufen und zum Öffnen diverser Bereiche verschlägt es euch zudem in den "Cyberspace".

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