Syberia Remastered im Test: Können die überarbeiteten Rätsel und die neue Steuerung überzeugen?

Test Vivien Ziermann
Syberia Remastered im Test: Können die überarbeiteten Rätsel und die neue Steuerung überzeugen?
Quelle: PC Games

Zwischen Atmosphäre und Ärger: Warum Syberia Remastered trotz schöner Welt mit altmodischem Design kämpft und Schwierigkeiten hat, zu überzeugen.

Langweilige Rätsel und lange Laufwege

Auch die Rätsel sind außerordentlich schlecht gealtert. Auch wenn sie im Zuge des Remasters noch einmal überarbeitet wurden, gibt es wenig Abwechslung und noch weniger Herausforderung. In den meisten Fällen sind es weniger Rätsel als vielmehr Suchaufgaben, bei denen wir das richtige Teil (oder mehrere Teile) in der Spielwelt finden und an den entsprechenden Stellen platzieren müssen. Manchmal ist da ein wenig Herumprobieren gefragt, etwa beim Einsetzen von Zahnrädern in verschiedenen Größen, aber wirklich knifflig wird es nie.

Lediglich das Finden der benötigten Objekte ist unter Umständen recht zeitaufwändig, womit wir auch schon zu den unnötig langen Laufwegen kommen. Oft sind die Dinge, die wir finden müssen, irgendwo in dem Gebiet, in dem sich auch das entsprechende Rätsel befindet. Es kommt allerdings auch vor, dass wir etwas weiter weg suchen und einen weiteren Abstecher in die Stadt machen müssen.

Die Laufwege gestalten sich dabei dann unnötig lang, zumal bei jedem Gebietswechsel zusätzlich ein Ladebildschirm mit entsprechender Wartezeit dazukommt. Müssen wir also von dem Gebiet des Rätsels zurück in die Stadt und vielleicht sogar noch in ein weiteres Gebiet und dann den ganzen Weg wieder zurück, gehen dabei gut und gerne zehn Minuten vorüber.

Ein Stempelautomat steht auf einem Tisch, drum herum vier Stapel Papier. Quelle: PC Games In Valadilène wurde beinahe alles durch Automaten ersetzt. Selbst das simple Stempeln von Dokumenten. Zumal die Wege auch nicht unbedingt ansprechend gestaltet sind. Die Welt sieht zwar schön aus und ist durchaus atmosphärisch. Doch sind die Straßen der Städte und der einzelnen Areale unbelebt und leer. Ab und zu trifft man auf einen einzelnen NPC, der eher fehl am Platz wirkt, statt sich organisch in seine Umgebung zu fügen.

Steuerung - schwerfällig und unpräzise

Kommen wir zu einem der wirklich neuen Punkte des Remasters: der überarbeiteten Steuerung. Im Gegensatz zum Original können wir Kate nun im Third-Person-Modus steuern und uns so mit ihr durch die hübsch gestaltete Clockpunk-Welt bewegen. Ihr Laufstil und die Animationen sind allerdings sehr schwerfällig, und durch die festen Kameraperspektiven ist es immer wieder eine Herausforderung, nicht regelmäßig an Ecken, Kanten oder irgendwelchen Objekten hängen zu bleiben.

Auf unserer Reise können wir immer wieder mit einigen Objekten und Menschen in der Spielwelt interagieren. Diese werden mit einem weißen Punkt gekennzeichnet, der sich, sobald wir uns nah genug befinden, in die entsprechende Tastenbelegung, die wir zum Interagieren nutzen müssen, wandelt. Zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht das Ganze etwas anders aus. So müssen wir uns immer wieder mit Millimeterarbeit anders positionieren, damit die Interaktion überhaupt getriggert wird. Das ist nicht nur friemelig, sondern auf Dauer auch ziemlich lästig.

Bildergalerie

Ähnlich verhält es sich auch bei den Rätseln. Hier scheint die ursprüngliche Point-and-Click-Ausrichtung des Spiels noch immer auffällig durch. Denn in den Rätselbildschirmen bewegen wir plötzlich einen Mauszeiger über das Bild auf der Suche nach den Punkten, mit denen wir interagieren können. Natürlich müssen diese auch pixelgenau anvisiert werden, um überhaupt zu reagieren. Mussten wir in einem Rätsel verschiedene Teile mehrmals umpositionieren, um den richtigen Platz zu finden, grenzte das schier an Sisyphusarbeit. Ob zumindest die optische und akustische Überarbeitung geglückt ist und unsere Wertung zum Remaster erfahrt ihr auf Seite 3.

  1. Seite 1 Story und Charaktere
  2. Seite 2 Rätsel und Steuerung
  3. Seite 3 Grafik & Sound, Fazit & Wertung
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