Super Smash Bros. Ultimate: Prügel-Offenbarung oder Hinterhof-Schlägerei? Unser Test + Testvideo verraten, wie gut das Nintendo-Gekloppe geworden ist!

Test Lukas Schmid
Super Smash Bros. Ultimate: Prügel-Offenbarung oder Hinterhof-Schlägerei? Unser Test + Testvideo verraten, wie gut das Nintendo-Gekloppe geworden ist!
Quelle: Nintendo

Review zu Super Smash Bros. Ultimate: Mit Nintendos Prügel-Sause erscheint das mit weitem Abstand am heißesten herbeigesehnte Switch-Spiel des Jahres und schickt mehr Nintendo-Recken in die Schlacht als jemals zuvor. Das ultimative Paket oder eine ultimative Enttäuschung? In unserem großen Test inklusive Testvideo klären wir darüber auf, wie gut das Gekloppe geworden ist!

Wird's ein Remaster des Wii-U-Ablegers oder ein völlig neues Spiel? Angesichts der riesigen Fülle an finanziell auf Nintendos Flop-Konsole mäßig erfolgreichen Titeln, die auf der Switch einen zweiten Frühling erlebten - Mario Kart 8, Captain Toad: Treasure Tracker, Donkey Kong Country: Tropical Freeze und Bayonetta 2, um nur eine Handvoll zu nennen -, stand nach dem ersten Enthüllungsteaser von Super Smash Bros. für Nintendo Switch diese Frage lange im Raum.

Ein Port wäre etwas enttäuschend, aber finanziell eine nachvollziehbare Entscheidung seitens Nintendo gewesen. Jetzt wissen wir: Nix war's mit Port, wir erhalten ein durch und durch neu entwickeltes Smash Bros., welches mit dem Namenszusatz Ultimate noch dazu ganz schöne Ansprüche an sich selbst stellt. Alle jemals enthaltenen Figuren, fast alle Stages, ein umfangreicher Singleplayermodus und auch sonst zahlreiche Elemente zeigen jedoch: Die Entwickler meinen es durchaus ernst! Nachdem wir bei diversen Anspielmöglichkeiten bereits intensiv in das Spiel hineinschnuppern konnten, steht jetzt aber das engültige Urteil darüber an, ob Nintendo die gewaltigen Erwartungen erfüllen kann oder ob die Qualität angesichts der vielen Inhalte auf der Strecke bleibt.

Kampf-Grundlagen

Super Smash Bros. Ultimate Quelle: PC Games Die Zwischensequenzen im Story-Modus sind wirklich sehr spektakulär inszeniert, es gibt jedoch nur eine Handvoll davon. Machen wir's kurz: Nein, tut sie nicht. Einige wenige Punkte halten uns davon ab, Super Smash Bros. Ultimate (jetzt kaufen 56,90 € ) als den ultimativen Serienteil zu bezeichnen. Doch das, was wir geboten bekommen, ist nichtsdestoweniger so in sich stimmig und unterhaltsam, dass wir uns kaum beschweren wollen. Aber der Reihe nach, erst einmal ganz grundsätzlich für absolute Neueinsteiger: Was ist Super Smash Bros.? Im Kern ein 2D-Prügelspiel, in dem die Fähigkeiten der knapp 74 Kämpfer (je nach Zählweise gibt's leichte Abweichungen) in deren Attacken und Bewegungen abgebildet werden.

Im Stern der irrenden Lichter und in Matches gegen Geister erwarten uns Hindernisse wie Giftböden, die mit bestimmten Geistern aber neutralisiert werden können. Quelle: PC Games Im Stern der irrenden Lichter und in Matches gegen Geister erwarten uns Hindernisse wie Giftböden, die mit bestimmten Geistern aber neutralisiert werden können. Die grundsätzliche Steuerung ist bei jeder Figur gleich: Wir können springen, mit A normale und mit B Spezialangriffe auslösen - wahlweise aufgeladen oder nicht und jeweils in vier verschiedene Richtungen. Zudem können wir Gegner und Gegenstände greifen und werfen, einen Schild beziehungsweise einen Ausweichmove aktivieren und mehr. In der Theorie also alles sehr ähnlich, in der Praxis jedoch unterscheiden sich die Aktionen der einzelnen Recken so sehr, dass sich (abseits einiger Quasi-Kopien) schnell die eigenen Favoriten abzeichnen. Zudem gibt es drastische Unterschiede bezüglich Größe und Schnelligkeit, einige Figuren können gleich fünf oder mehr Sprünge in der Luft ausführen, während andere auf zwei kleine Hüpfer beschränkt sind, und, und, und.

Balance-Brillanz

Auf der Geistertafel finden wir unterschiedlich schwere Kämpfe zum Freischalten neuer Geister. Die Auswahl wird dabei alle paar Minuten komplett durchgewechselt. Quelle: PC Games Auf der Geistertafel finden wir unterschiedlich schwere Kämpfe zum Freischalten neuer Geister. Die Auswahl wird dabei alle paar Minuten komplett durchgewechselt. Was Nintendo hierbei besser gelingt als jemals zuvor, ist das Balancing der Kämpfer, die seit Brawl nicht mehr ausschließlich aus dem Hause Nintendo stammen, sondern auch Drittherstellerspielen entliehen sein können. Wir behaupten definitiv nicht, jeden der zig Kämpfer so intensiv gespielt zu haben, dass wir deren Talente und Schwächen endgültig bewerten können. Jedoch hatten wir mit keinem davon das Gefühl, derart im Vorteil oder im Nachteil gegenüber den anderen Figuren zu sein, dass die Gefechte unfair gewesen wären. Potenziell kann jeder Recke ein Hauptkämpfer werden, wenn man sich intensiv genug mit ihm beschäftigt - eine beeindruckende Leistung!

Auf knapp über 100 Stages können wir uns prügeln. Rechnen wir die Alpha- und Omega-Varianten noch hinzu, kommen wir sogar auf über 300 verschiedene Exemplare! Quelle: PC Games Auf knapp über 100 Stages können wir uns prügeln. Rechnen wir die Alpha- und Omega-Varianten noch hinzu, kommen wir sogar auf über 300 verschiedene Exemplare! Wohl auch, um diesen Umstand gewährleisten zu können, wurden so gut wie alle der altbekannten Kämpfer leicht bis drastisch überarbeitet, eben nicht nur äußerlich, sondern auch bezüglich ihrer Fähigkeiten. Als netten Zusatzeffekt bringt diese Designentscheidung mit sich, dass sich manche vormals ähnlichen Figuren nun deutlicher unterscheiden. Link etwa, der in Ultimate das Design aus Breath of the Wild verpasst bekommen hat, wirft diesmal mit Fernzünder-Bomben und geht damit anders vor als Junger Link und Toon Link; zahlreiche Figuren bekamen neue Ultra Smashes spendiert, also Spezialattacken, die sich durch das Item Smash-Ball auslösen lassen.

Die im Deutschen nicht allzu gruselig als Kyra bezeichnete Entität, welche in der Mitte der Map schwebt, ist der Grund dafür, dass Kirby seine Nintendo-Freunde retten muss. Quelle: PC Games Die im Deutschen nicht allzu gruselig als Kyra bezeichnete Entität, welche in der Mitte der Map schwebt, ist der Grund dafür, dass Kirby seine Nintendo-Freunde retten muss. Fast genauso beeindruckend wie die Menge und Diversität der Fighter ist jene der Stages. Insgesamt erwarten uns sage und schreibe 103 Stück, zum großen Teil aus den Vorgängern bekannt, aber auch jede Menge neue Exemplare finden sich darunter. Fast jede davon bildet eine Videospielreihe oder ein Einzelspiel ab. Handelt es sich bei manchen Stages um relativ traditionelle Arenen, enthalten andere interaktive und massiv den Kampf beeinflussende Elemente wie auftauchende Gegner oder sich ändernde Levelstrukturen oder scrollen sogar in bester 2D-Mario-Tradition von links nach rechts oder umgekehrt. Wer die Varianz der Stages liebt, sich aber trotzdem auf das pure Kämpfen konzentrieren will, der darf aber wie schon im direkten Vorgänger wieder sogenannte Alpha- und Omega-Versionen der Levels auswählen, in denen die jeweilige Thematik bewahrt wird, das Stage­design aber deutlich vereinfacht und interaktive Elemente deaktiviert werden. Eine ebenso simple wie auch geniale Lösung!

Ein Licht für Einzelspieler

Das Design der Stages ist durch die Bank toll gelungen, nicht alle eignen sich aber allzu gut für ernsthafte Kämpfe. Dafür gibt es aber die alternativen Stage-Layouts. Quelle: PC Games Das Design der Stages ist durch die Bank toll gelungen, nicht alle eignen sich aber allzu gut für ernsthafte Kämpfe. Dafür gibt es aber die alternativen Stage-Layouts. Wenden wir uns nun aber der Frage zu, die uns alle beschäftigt: Was taugen die unterschiedlichen Spielmodi in Ultimate und vor allem: Was kann die Story-­Kampagne namens Stern der Irrenden Lichter? Wer sich darunter eine Art 2D-Jump&Run mit Kampfelementen erwartet, wie es Der Subraum-Emissär in Brawl für die Wii war, der wird enttäuscht. Hier stehen die Kämpfe und nichts als die Kämpfe im Mittelpunkt! Nach einer toll inszenierten und englisch vertonten (die restlichen Ansagen im Spiel erlklingen in deutscher Sprache) CGI-Eröffnungssequenz finden wir uns auf einer riesigen 2D-Oberwelt wieder, von der aus wir auf vorgegebenen Pfaden unzählige Punkte abklappern und uns in Auseinandersetzungen beweisen, immer mit dem Ziel vor Augen, dem Endgegner Kyra in der Mitte der Map das Handwerk zu legen.

In den „Dungeons“ auf der Weltkarte im Stern der irrenden Lichter erwarten uns oft besondere Aufgaben. Hier etwa gilt es, möglichst viel Essen aufzusammeln. Quelle: PC Games In den „Dungeons“ auf der Weltkarte im Stern der irrenden Lichter erwarten uns oft besondere Aufgaben. Hier etwa gilt es, möglichst viel Essen aufzusammeln. Klingt auf den ersten Blick sehr simpel, hat aber viel mehr zu bieten als es den Anschein hat. Zuallererst können wir unsere Figur zu Beginn nicht frei wählen. Wir starten stets mit Kirby, weitere Smash-Kollegen schalten wir erst frei, wenn wir sie in speziellen Matches besiegt haben. Außerdem existiert kein fester Pfad - an zahlreichen Stellen müssen wir wählen, welchen Weg wir einschlagen wollen, und sind anschließend für einige Zeit an diese Entscheidung gebunden. Sogar kleine Umgebungsrätsel haben es ins Spiel geschafft, meist platziert in ebenfalls ganz schön umfangreichen Untergebieten, die wir durch verschiedene Portale betreten. Da gilt es etwa, in einem Labyrinth den richtigen Pfad zu wählen, um möglichst viel Nahrung aufzusammeln, oder einen der Bosse durch geschickte Wahl des Weges in die Ecke zu treiben, um ihn bekämpfen zu können.

Ohrfeigen für Obermotze

Ja, richtig gelesen, auch Bosse sind abseits des finalen Obermotzes Teil des Programms. Darunter finden sich Klassiker wie Master Hand, Crazy Hand und Galleom, aber auch zahlreiche neue und teils überraschende Widersacher. Schon im Voraus bekanntgegeben wurde etwa der Auftritt von Rathalos aus der Monster Hunter -Reihe. Wer alles im Story-Modus schaffen will, kann gut und gerne 25 Stunden einplanen und hat dann noch nicht gezwungenermaßen alles gesehen. Und dabei haben wir noch gar nicht den wichtigsten Motivationsfaktor des Modus erwähnt: die Geister.

Etwas zurechtgestutzt wurden die Zusatzmodi: Target Smash und Homerun Contest etwa sind raus. Die Multi-Smashes machen aber wieder einmal viel Laune. Quelle: PC Games Etwas zurechtgestutzt wurden die Zusatzmodi: Target Smash und Homerun Contest etwa sind raus. Die Multi-Smashes machen aber wieder einmal viel Laune. Dabei handelt es sich um in den Kategorien Primär und Sekundär daherkommende Artworks aus einer Vielzahl an unterschiedlichsten Spieleserien, die wir ausrüsten und die Statuswerte unserer Helden damit boosten oder ihnen sogar spezielle Fähigkeiten oder Items an die Hand geben können. Zudem verfügen die primären Geister über Stärkewerte, die direkt unsere Figur beeinflussen und für manche Kämpfe unabdingbar sind. Die Gefechte kommen nämlich mit unterschiedlichen Härtegraden daher. Wissen wir, dass wir gegen einen Feind der Stufe 9.000 antreten, so sollten wir auch einen entsprechenden Geist wählen. Zusätzlich sind die Helferlein noch in drei Arten unterteilt, welche nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip gegeneinander jeweils effektiv, neutral oder eben nicht besonders durchschlagskräftig sind. Weiterhin können wir unsere Primärgeister sogar leveln, sie damit stärker machen und einige von ihnen beim Erreichen von Level 99 in neue, stärkere Geister verwandeln - Pokémon lässt grüßen!

  1. Seite 1 Super Smash Bros. Ultimate Review Seite 1: Kampfsystem, Balancing, Kämpfer, Stages, Einzelspieler, Bosse und mehr
  2. Seite 2 Super Smash Bros. Ultimate Review Seite 2: Geisterkämpfe, Klassischer Modus, fehlende Modi, Trophäen, All-Star-Modus und mehr
  3. Seite 3 Super Smash Bros. Ultimate Review Seite 3: Meilensteine, Audiothek, Unlockables, Smash-Modus, Einstellungsmöglichkeiten, Fazit, Meinungen, Extrakästen und mehr
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