Super People Early Access Check - Seite 2
Special
Super People kommt zu spät zur Battle-Royale-Party, könnte aber alte PUBG-Hasen ansprechen, die dem Urvater des Genres mittlerweile den Rücken gekehrt haben. Kurz nach Release merken wir jedoch, dass die Entwickler von Super People in dieselben Fallen laufen könnten, die PUBG letztendlich das Genick gebrochen haben.
Kommen wir endlich zum Spiel an sich. Zu Beginn einer Runde bekommt ihr eine zufällige Klasse zugewiesen, die sich in ihren passiven und aktiven Fähigkeiten unterscheiden. Jede Klasse hat mindestens eine aktive Fähigkeit und mehrere passive Skills, die ihr aufleveln könnt. In der Spielwelt findet ihr verschiedenfarbige Kapseln, die eure Fertigkeiten freischalten und verbessern. Zusätzlich bekommt ihr durch Kills ein Level-Up, und auch, wenn ihr eine Phase der Verkleinerung des tödlichen Kreises überlebt, werdet ihr hochgestuft. Die ultimativen Fähigkeiten der Super-Soldaten sorgen in puncto Balancing aber für Stirnrunzeln. Viele Klassen haben eine nette Bewegungsmechanik als Ultimate, wie etwa der Schrotflintenmeister. Der beherrscht einen Supersprung. Der Teleporter kann dafür in einem bestimmten Umkreis hinter euch erscheinen und die Nuklearexpertin ist jenseits von Gut und Böse: Sie zündet eine taktische Atombombe, die in weitem Umkreis großen Schaden verursacht. Das Balancing muss definitiv verbessert oder übermächtige Klassen gekickt werden.
Fliegt ihr auf eure Landezone zu, fällt euch vielleicht auf, dass bereits zu Beginn ein eingeschränktes Gebiet auf der Karte eingezeichnet ist. Bisher gibt es nur eine Map im Spiel, die ist aber abwechslungsreich gestaltet. Viele Orte haben einen hohen Wiedererkennungswert und durch das abgesteckte Areal wird man dazu genötigt, alles mal zu besuchen. Das sorgt allerdings auch dafür, dass man nicht immer dieselbe Taktik durch eine hohe Map-Awareness fahren kann. Auch Profi-Spieler müssen sich jede Runde neu auf die geänderte Landezone einstellen.
Das Waffenhandling gestaltet sich deutlich arcadiger als in PUBG. Ihr müsst nicht so weit vorhalten und könnt auf hohe Distanz einfacher Treffer platzieren. Die Time to Kill variiert stark, je nachdem, wie gut euer Gegner ausgerüstet ist. Ein Spieler mit einem Stufe-3-Helm kann schon mal ein bis zwei Headshots kassieren, ohne ins Gras zu beißen. Dazu kommen die passiven Fähigkeiten der Klasse und Energieriegel, die ihr in der Spielwelt findet. Die Pausensnacks sorgen dafür, dass ihr eine begrenzte Zeit schneller seid, mehr Treffer aushaltet oder stärker zuschlagen könnt. Außerdem variiert nicht nur eure Schutzausrüstung in mehreren Wertigkeiten, auch Waffen gibt es in Qualitätsstufen. Bessere Gegenstände werden in der Spielwelt hervorgehoben, wodurch ihr auf den ersten Blick erkennt, welche Ausrüstung ihr aufheben solltet. Ein echter Mehrwert, besonders in stressigen Situationen.
Quelle: PC Games
Die Nuklearexpertin ist vollkommen überpowert. Sie sollte ersatzlos aus dem Spiel gestrichen werden.
Beim Sound ist von Vorteil, dass ihr Schüsse in der Spielwelt gut orten könnt. Allerdings sind die Schritte der Gegner kaum zu hören. Das sorgt dafür, dass man zu selten auf ein Aufeinandertreffen reagieren kann und nahe Feinde, die sich unauffällig verhalten, nur schlecht bemerkt. Laut Aussagen mehrerer Spieler war das in der Beta noch anders.
Die Grafik ist zweckmäßig, aber nicht hässlich. Besonders die Porträts der Spielfiguren in der Charakterauswahl sind toll, auch wenn die im Spiel aufgrund der hohen Kampfdistanz und der angelegten Ausrüstung nicht wirklich zur Geltung kommen. Leider stören häufig auftretende Anzeigebugs das Sichten von Gegnern auf Distanz. Aus technischer Hinsicht sind aber andere Dinge viel schlimmer. Wir hatten regelmäßig mit Verbindungsabbrüchen, Server-Lags und sogar mit Abstürzen zu kämpfen. Das ist besonders ärgerlich, wenn diese in spielrelevanten Situationen auftreten.
Im Großen und Ganzen solltet ihr um Super People zunächst noch einen super großen Bogen machen. Das Gameplay ist zwar spaßig, wenn es denn mal funktioniert, und auch die Idee mit den Klassen bringt frischen Wind ins Genre. Das verhunzte Balancing, die vielen Arme der Datenkrake und die undurchsichtige Monetarisierung sowie der schlechte technische Zustand erfordern noch einiges an Zeit, bis man mit dem Spiel auf Dauer Spaß haben kann. Besonders mit der Monetarisierung und der Verschlimmbesserung von Gameplay-Elementen im Vergleich zur Beta haben sich die keinen Gefallen getan.
