Super People: Das nächste PUBG oder dreiste Abzocke?
Special
Playerunknown's Battlegrounds hat vor fünf Jahren den großen Hype um das Battle-Royale-Genre losgetreten. Seitdem sind viele Nachahmer erschienen, alle mit ihrem eigenen Kniff, manche mehr, manche weniger erfolgreich. Fortnite ist der Platzhirsch und wird aufgrund seiner Verbreitung und der Kooperation mit bekannten Franchises wahrscheinlich weiterhin die Nummer 1 bleiben. Super People kommt also eigentlich zu spät zur Party, könnte aber alte PUBG-Hasen ansprechen, die dem Urvater des Battle Royale mittlerweile den Rücken gekehrt haben. Kurz nach Release merken wir jedoch, dass die Entwickler von Super People in dieselben Fallen laufen könnten, die PUBG letztendlich das Genick gebrochen haben.
Super People wurde während seiner Beta-Phasen extrem gehypet. Das Spielgefühl erinnert stark an PUBG, das ist auch kein Wunder. Vieles wurde zum Teil 1:1 aus der Vorlage übernommen. Nicht nur das Grundgerüst eines jeden Battle Royales - ein Haufen Spieler ohne Ausrüstung wird auf einer Insel abgeworfen und muss sich schnellstmöglich eine Waffe suchen, um zu überleben - auch Ausrüstungsslots und Steuerung wurden schablonenartig übernommen. Selbst die Schießeisen sind dieselben! Am Schluss gilt es natürlich, als einziger das Schlachtfeld lebend zu verlassen. Trotzdem gibt es Unterschiede, die das Spielgefühl abwechslungsreicher machen und die besser umgesetzt sind als bei anderen Genre-Vertretern wie etwa Ring of Elysium. Dennoch wurde Super People zum Early-Access-Start von der Community abgestraft und das hat nichts mit der Qualität des Spiels zu tun, sondern mit der undurchsichtigen Monetarisierung und der übergriffigen Datenkrake im Hintergrund.
Bevor ihr Super People zum ersten Mal startet, müsst ihr euch den GeeGee-Launcher der Entwickler über Steam herunterladen. Wer kein Freund von externen Launchern ist, den wird noch mehr ärgern, dass ihr Mail-Adresse und Telefonnummer angeben und per Code bestätigen müsst, um überhaupt ins Menü des Spiels zu gelangen. Da wird dem geneigten Datenschützer schon schwarz vor Augen, doch während ihr spielt, laufen obendrein Programme im Hintergrund, die euren PC scannen.
Das alles dient offiziell zur Abwehr von Cheatern, doch viele Spieler werden diese einschneidenden Eingriffe davon abhalten, das Spiel überhaupt herunterzuladen. Zugegebenermaßen müssen wir aber sagen, dass uns in der ersten Woche noch keine Cheater über den Weg gelaufen sind.
Im Menü angekommen stoßen wir auf den Hauptgrund für die derzeit schlechten Steam-Bewertungen. Kosmetische Gegenstände sind in Free2Play-Spielen Usus. Allerdings erwirbt man die normalerweise direkt aus einem Shop, oder im schlechtesten Fall über Glücksspiel in sogenannten Loot-Boxen. Super People setzt dem Ganzen die Krone auf. Über ein Forschungsbrett könnt ihr Klamotten eines Event-Gegenstands-Sets freischalten. Die bezahlt ihr mit Forschungstickets, die ihr für Diamanten erwerbt. Diamanten sind die Währung, die ihr mit Echtgeld kaufen könnt. Nun klickt ihr auf ein freies Feld im Forschungsbrett und bekommt einen zufälligen Gegenstand aus dem Set. Jedes Set-Teil hat eine prozentuale Chance, freigeschaltet zu werden. Diese Gegenstände dürft ihr nicht mal behalten. Je nach Kleidungsstück steht euch nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, in der ihr die Klamotte tragen könnt. Es soll derzeit eine Möglichkeit geben, Set-Teile permanent freischalten zu können. Wie das funktioniert, konnten wir aber nicht herausfinden. Vielleicht könnt ihr uns ja in den Kommentaren helfen. Jedenfalls brachte der gewaltige Backlash aus der Community die Entwickler zum Einlenken. Skins können für die nächsten 4 Wochen auch über die Ingame-Währung Gold freigeschaltet werden und in Zukunft soll es eine Möglichkeit geben, sie direkt und permanent im Shop zu kaufen. Zumindest hat Super People in dieser Hinsicht PUBG etwas voraus, offensichtlich wird der Community noch ein offenes Ohr geschenkt.
Quelle: PC Games
Auf dem undurchsichtigen Forschungsbrett kauft ihr euch neue Skins. Die sind aber zufällig und ihr dürft sie nicht mal permanent behalten.
Gold nutzt ihr aber nicht nur, um euch lustig anzuziehen. Vor den Matches könnt ihr euch ein Kriegspaket zusammenstellen, das etwa zur Hälfte der Partie in eurer Nähe abgeworfen wird. Das könnt ihr mit hochwertiger Ausrüstung bestücken und habt somit einen direkten Vorteil. Als Pay2Win wollen wir das Ganze nicht direkt bezeichnen, denn Gold kann, zumindest bisher, nur über gespielte Schlachten erlangt werden. Über Tickets dürft ihr sogar auf die Zahlung komplett verzichten und die gibt es nicht nur für Kriegspakete, sondern auch für das Wechseln eurer Klasse.
