Super Mario Party: Die Partysause von Nintendo im Test
Test
Die frohe Botschaft einfach gleich mal vorweg: Super Mario Party für die Nintendo Switch ist richtig gut! Das Spiel besinnt sich auf seine Stärken, entwickelt diese konsequent weiter und hat mit seinem großen Umfang viel zu bieten. Wir haben tagelang weitestgehend auf Schlaf verzichtet und uns lieber die Nächte mit dem Spiel um die Ohren gehauen, um euch alles Spannende zu Super Mario Party verraten zu können - unser Test.
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Update: Ihr findet nun auch zwei Absätze zum Online-Modus in diesem Test!
Party-Spiele sind auf der Switch nicht im Übermaß vertreten, aber doch vorhanden. Ein Platzhirsch des Genres fehlte bislang allerdings noch: Mario Party. Das ändert sich nun mit dem neuen Ableger des Klempner-Spin-offs. Im Gepäck hat Super Mario Party (jetzt kaufen 48,85 € ) nicht weniger als acht verschiedene Modi, 80 brandneue Minispiele aus sechs verschiedenen Kategorien, 20 spielbare Figuren aus dem Mario-Universum, unzählige Sticker zum Sammeln, zum allerersten Mal in der Geschichte der Partyspiel-Serie einen Online-Modus und vieles mehr. Doch reiner Umfang ist natürlich (wenn überhaupt nur) die halbe Miete.
Klassischer Partyspaß
Glücklicherweise bekommt Super Mario Party aber auch die zweite Hälfte der Miete zusammen: Das Switch-Spiel ist nicht nur umfangreich, sondern auch durchdacht und spaßig. Im Mittelpunkt steht wie eh und je der Party-Modus, simpel als Mario Party bezeichnet. In wahlweise zehn, 15 oder 20 Runden duelliert ihr euch hierbei mit maximal drei weiteren Mitspielern um den begehrten Status des Superstars - wie gewohnt dauert eine Partie mindestens etwa eine Stunde. Dabei habt ihr zunächst Zugriff auf drei unterschiedliche Spielbretter mit verschiedenen Themen, ein viertes müsst ihr erst freischalten. In "Wummp-Domino-Ruine" gibt es rollende Riesensteine und viel Dschungelgewächs, in "König Bob-ombs Pulverfass-Mine" erwartet euch der namensgebende König der bombigen Mario-Figuren, bei "Riesenobst-Paradies" spielt ihr auf gigantischen Früchten. Das Ziel: So viele Sterne wie möglich sammeln! Diese bekommt ihr gegen je zehn Münzen bei Toadette, durch Klauen oder nach Spielende als Bonus-Stern. Gewürfelt und gezogen wird reihum, nach jeder Runde gibt's ein Minispiel, die letzten drei Runden verzaubert Fiesling Kamek das Spielbrett, kurz gesagt: Mario Party, wie Fans es kennen und mögen! Dazu kommen noch manche Items und natürlich die ganzen neuen Minispiele. Auffällig: Super Mario Party ist sehr einfach. Bei den meisten Minispielen gibt's selbst für die Verlierer noch ein paar Münzen, abgezogen wird euch fast nie etwas von eurem Guthaben, Sterne kosten bei Toadette nur zehn Münzen. In dieser Hinsicht hätte dem Spiel etwas mehr Anspruch durchaus gut getan.
Party für Partner
Deutlich stärker auf Taktik und Planung ausgerichtet ist der Modus namens Partner-Party. Wie in Mario Party: Star Rush bewegt ihr euch hier nicht stringent linear, sondern in alle vier Richtungen über das in Quadrate aufgeteilte Spielfeld, was euch deutlich mehr Bewegungsspielraum gibt. Wie der Name schon vermuten lässt, tretet ihr in zwei Zweier-Teams gegeneinander an und teilt euch im Team Münzen, Items und Sterne. Gewürfelt wird ebenfalls gemeinsam, jeder darf dann die addierte Summe beider Würfelzahlen ziehen. Davon abgesehen findet ihr aber auch in diesem Modus viele Elemente des Party-Modus: Nach jeder Runde ein Minispiel, Toadette verkauft Sterne, eurer Ziel sind möglichst viele Sterne. Unterwegs könnt ihr immer wieder Verbündete aufsammeln, die euch mit ihren Würfeln unterstützen. Apropos Würfel: Jede Figur verfügt über einen ihr vorbehaltenen Charakterwürfel mit alternativem Zahlenmuster. Die Wahl der Spielfigur zu Beginn hat also durchaus Einfluss auf das Spiel und folgt nicht nur der reinen Vorliebe. Die Spielbretter im Partner-Party-Modus sind anders aufgebaut als im Hauptmodus von Super Mario Party, entsprechen in der Thematik aber ebendiesen, folglich gibt's auch hier drei Spielbretter plus ein weiteres zum freischalten.
Quelle: N-ZONE
In manchen Minispielen helfen eure Verbündeten mit, die ihr auf dem Spielbrett aufgegabelt habt. Ein großer Vorteil!
So viele Möglichkeiten!
Im völlig neuen Modus Raft-Abenteuer arbeitet ihr alle in einem Team, zusammen also mit euren menschlichen Mitspielern und (je nach Bedarf) CPU-Unterstützung. Zu viert fahrt ihr im per Bewegungssteuerung angetriebenen Schlauchboot einen verzweigten Fluss mit vielen Hindernissen entlang und absolviert beim Aufsammeln gigantischer Luftballons kooperative Minispiele. Für Erfolge gibt's Bonus-Zeit, die ihr benötigt, um rechtzeitig an eines der fünf Flussenden zu gelangen; das stellt auch das Spielziel dar.
Beim Modus Beat-Bühne handelt es sich um einen Rhythmusspiel-Modus, hier tretet ihr jeder gegen jeden in den zehn verschiedenen Rhythmus-Minispielen von Super Mario Party an, am Ende gibt's einen Gewinner nach Punkten. Den Modus Pfad der Prüfungen müsst ihr erst freischalten, hierbei spielt ihr alle 80 Minispiele am Stück, aufgeteilt in sechs Gebiete. Bei diesem "Kampagnen"-Modus des Spiels müsst ihr strenge Vorgaben erfüllen, die über das reine Gewinnen der Minispiele hinausgehen, beispielsweise eine bestimmte Punktzahl erreichen. Dieser Modus ist der einzige wirklich anspruchsvolle im Spiel.
In Toads Freizeitraum könnt ihr eine Handvoll verschiedener Minispiele absolvieren, die wahlweise - aber nicht zwingend - auf mehreren miteinander verbundenen Switch-Konsolen stattfinden, beispielsweise eine Panzer-Schlacht durch verzweigte und verwinkelte Gänge oder ein Baseball-Spiel. Dabei kommt ein Feature zum Einsatz, bei dem ihr zwei Konsolen nebeneinanderlegt und durch einen Wisch über beide Bildschirme miteinander verbindet. Beeindruckende Technik, die ihren Wow-Effekt aber schnell verliert. Den Online-Mariothon (Wortspiel!) konnten wir leider noch nicht ausprobieren. Hier spielt ihr immer fünf zufällige Minispiele am Stück gegen Online-Gegner aus aller Welt, als Belohnung winken hohe Ränge und Sticker. Letztere bekommt ihr auch bei Birdos Quiz, durch Amiibo-Scannen oder im Gegenzug für eure erspielten Party-Punkte; Sticker sind ein optionaler Sammelgegenstand in Super Mario Party und spielerisch ohne Funktion. Fürs Amiibo-Scannen bekommt ihr außerdem maximal fünfmal pro Tag je 100 Party-Punkte gutgeschrieben.
Quelle: N-ZONE
Beim Raft-Abenteuer arbeitet ihr alle zusammen, um das Ziel zu erreichen: eines der fünf Enden des Flusses. Unterwegs gibt’s Hindernisse und Minispiele.
Minispiele mit Qualität
Der Spielspaß eines Mario Party steht und fällt natürlich mit der Qualität der Minispiele. Hier hat Nintendo ganze Arbeit geleistet, denn die Zahl der kleinen Games ist groß und sie sind alle neu. Die Aufgaben sind gewohnt simpel, so müsst ihr beispielsweise Fahrrad-Rennen fahren, angeln, Bombentennis spielen, um die Wette klettern, bereits genannte Rhythmus-Spiele mit gutem Timing meistern, Toads zählen, Pinguine einfangen und vieles anderes mehr. Viele der Spiele setzen auf Bewegungssteuerung, diese ist aber erstens technisch sehr sauber umgesetzt und zweitens "dezent" integriert, das heißt: Ihr müsst nicht wild herumfuchteln - kleine, aber korrekte Bewegungen genügen. Leider fällt aufgrund der vielfach verwendeten Steuerung mit Bewegung allerdings der Handheld-Modus weg, was gerade beim Spielen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder allgemein ohne vernünftige Unterlage wie einen Tisch ein echtes Ärgernis ist. Auch die Beschränkung des Online-Modus auf reine Minispiele können wir nur bedingt verstehen, zumindest mit Freunden sollten auch die anderen Modi online spielbar sein, wenigstens aber der Party-Modus von Super Mario Party.
Der Online-Modus "Mariothon"
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Nach einem absolvierten Online-Cup bekommt ihr eine Medaille, Party-Punkte und gelegentlich Sticker als Belohnung.
Zum allerersten Mal in der Geschichte der Mario-Party-Serie gibt es einen Online-Modus namens Online-Martiothon, den ihr über die Party-Plaza wie alle anderen Modi auch erreicht. Hier spielt ihr entweder gegen Freunde oder zufällige Gegner aus aller Welt und zwar stets fünf Minispiele am Stück. Ohne Pause, ohne Tutorial-Bildschirm. Die ersten vier festen Minispiele und ein fünftes zufälliges Minispiel ergeben einen Cup, beispielsweise Kamek-Cup oder Toadette-Cup, ihr könnt immer nur den aktuell laufenden Cup online spielen. Pro Minispiel macht ihr maximal 1000 Punkte, pro Mariothon also bestenfalls 5000. Euer Online-Rang ist der Durchschnitt eurer letzten fünf Online-Runden, der höchste ist der übliche S-Rang. Das Matchmaking funktioniert je nach Uhrzeit unterschiedlich gut, grundsätzlich aber okay und wirft euch immer zu viert in einen Online-Mariothon. Steigt während der Runde ein Spieler aus, wird er durch CPU-Gegner ersetzt und das aktuell laufende Minispiel neu gestartet. Im Online-Martiothon könnt ihr Online-Ranglisten und -Rekorde einsehen, Belohnungen gibt es (neben dem Rang) in Form von Partypunkten nach jeder und Stickern immer nach mehreren Runden. Außerdem unterstützt Super Mario Party im Online-Modus den Voice-Chat per Switch-App fürs Smartphone.
Technisch große Online-Probleme
Zwar ist der deutlich höhere Anspruch bei menschlichen Gegenspielern eine willkommene Abwechslung zur CPU und Ränge, Sticker sowie Party-Punkte als Belohnung motivieren zum Spielen, leider ist der Online-Mariothon aber von technischen Unzulänglichkeiten geplagt. Die Verbindungsstabilität ist oft furchtbar, das Spiel ruckelt teilweise extrem oder die Eingabe ist stark verzögert. Nintendo verzichtet auf dedizierte Server und verbindet die Spieler direkt miteinander, was zu diesen Problemen führt. Stellenweise ist der Online-Mariothon dadurch wahnsinnig frustrierend, regelmäßige Minispiel-Neustarts nach dem Ausstieg eines Mitspielers nerven schnell sehr stark; besonders, wenn dadurch eine gute Leistung zunichte gemacht wird. Wer länger am Stück spielt, aufgrund über längere Zeit konstanter Cups dabei aber immer und immer wieder die gleichen Minispiele, verliert schnell die Motivation. Der Online-Modus von Super Mario Party ist aktuell sehr stark verbesserungswürdig und leider kaum eine Bereicherung für das Partyspiel.
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Vier verschieden Spielbretter gibt es im Hauptmodus, alle sind jeweils einem speziellen Thema untergeordnet.
Ziel erreicht
Technisch leistet sich Super Mario Party keine Patzer, das Spiel läuft sowohl im TV- als auch im Tisch-Modus wunderbar flüssig ohne jegliche Einbrüche der Framerate. Die optische Aufmachung ist gewohnt knuffig, kunterbunt und atmosphärisch. Die Steuerung der Minispiele ist in allen Fällen simpel und nach ein paar Runden verinnerlicht, sodass ihr den Tutorial-Bildschirm vor jedem Minispiel bald nicht mehr braucht. Die HD-Vibration ist zudem sinnvoll eingebunden, denn einige Minispiele basieren auf der Technik, zum Beispiel müsst ihr die Vibration verschiedener laufender Figuren erkennen und zuordnen. Dank Vibration gibt euer Controller sogar ein Geräusch von sich, wenn ihr an der Reihe seid: Beeindruckend! Insgesamt erfüllt Super Mario Party sein selbst gestecktes Ziel mit Erfolg: Es ist ein bis ins Detail durchdachtes Partyspiel, das mit menschlichen Mitspielern am meisten Spaß macht und nur so vor Umfang strotzt. Definitiv der beste Ableger seit Langem!
