Super Mario Party: Partykracher für die Switch mehrere Stunden lang gespielt
Special
Alles super bei Super Mario Party: Wir konnten das Spiel bereits einige Stunden lang ausprobieren und sind bisher sehr zufrieden mit dem neuen Partyspiel. Erfahrt in unserer Vorschau, warum das so ist und was euch beim neusten Serien-Ableger für die Hybrid-Konsole alles erwartet.
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Nicht mal mehr einen Monat, dann ist es zum x-ten Mal so weit: Super-Klempner Mario lässt die Prinzessin einfach Prinzessin sein, das Kart in der Garage stehen und den Tennisschläger liegen. Dafür stürzt er sich in Super Mario Party (jetzt kaufen 48,85 € ) ins wilde Party-Mehrspieler-Getümmel und schlägt sich durch allerhand Minispiele gegen die vielen anderen beliebten und bekannten Figuren aus dem Mario-Universum, darunter auch eher seltene Gäste wie Monty Maulwurf oder die Hammerbrüder. Wir konnten im Rahmen der gamescom mit Joy-Cons bewaffnet erstmals den brandneuen Modus Online-Marathon ausprobieren, allerdings in seiner lokalen Offline-Variante. Bei einem späteren Termin hatten wir zudem die Gelegenheit, je eine komplette Runde im klassischen Hauptmodus und im neuen Koop-Modus Raft-Abenteuer zu spielen sowie einen Blick auf Toads Freizeitraum zu werfen.
Mario: Party!
Der simpel als "Mario Party" bezeichnete Hauptmodus mit klassischer Spielweise stellt das Herzstück von Super Mario Party dar. Mehrere Spielbretter stehen hier zur Auswahl, die sich vor allem optisch und beim Aufbau stark voneinander unterscheiden, aber alle auf den gleichen Kernelementen fußen. So handelt es sich zum Beispiel bei "Wummp-Domino-Ruine" um eine vom klassischen Mario-Widersacher Wummp inspirierte Spielwelt mit dem Erscheinungsbild einer zerfallenen Ruine. "Riesenobst-Paradies" ist ein Spielbrett, das aus zwei normalen Inseln und zwei Obst-Inseln (einmal eine aufgeschnittene Wassermelone und einmal eine aufgeschnittene Ananas) vor einer tropischen Kulisse besteht. Wie bei den meisten Mario-Party-Spielen üblich, bewegt ihr eure Spielfigur linear über das Spielbrett, wie weit ihr in jeder Runde vorrücken dürft, entscheidet der Würfel. In Läden oder auf speziellen Feldern erhaltet ihr nützliche Items, mit denen ihr beispielsweise eure Würfelzahl erhöhen oder konkret auswählen könnt, per goldener Warp-Röhre direkt zum aktuellen Stern gelangt oder euren Mitstreitern auf den Keks geht, indem ihr deren Würfelzahl verringert. Apropos Sterne: Diese erhaltet ihr im Gegenzug für zehn Münzen bei Toadette, die nach jeder erfolgreichen Stern-Transaktion mit einem Spieler ihren Platz auf dem Spielbrett wechselt. Die notwendigen Münzen bekommt ihr wiederum für gewonnene Minispiele, bei manchen Charakterwürfeln oder indem ihr auf blauen Feldern landet. Charakterwürfel? Das sind spezielle Würfel mit anderen Zahlen als eins bis sechs, die ihr neben dem klassischen Würfel zur Wahl habt und die sich bei jeder Spielfigur unterscheiden.
Damit euch auch bei längeren Partien nicht langweilig wird (die Rundenzahl könnt ihr wie gewohnt selbst einstellen), passiert aber noch mehr. Auf dem Spielbrett "Riesenobst-Paradies" seht ihr euch bei einer der beiden die Inseln verbindenen Brücken beispielsweise mit einem Riesen-Blooper konfrontiert, der euch an die Wäsche will, was zu Münzverlust führt. Die zweite Brücke besteht aus Sand und bricht nach häufiger Benutzung irgendwann zusammen, wodurch der Zugang zu einer der vier Inseln des Spielbretts erschwert wird. Auch Pechfelder findet ihr vor, diese solltet ihr allerdings meiden, kosten sie euch doch Münzen oder mit viel Pech sogar mühsam erarbeitete Sterne. Wie schon seit Beginn der Spielserie gewohnt, habt ihr an bestimmten Stellen auch die Möglichkeit, kostenlos Münzen eurer Mitspieler zu stehlen oder gegen Bares sogar einen Stern. Nach jeder Runde schlagt ihr euch durch eines der 80 Minispiele, entweder jeder gegen jeden, in Zweier-Teams, drei gegen einen oder kooperativ. Nach dem Ende eines kompletten Spiels gibt's noch die üblichen Bonus-Sterne für verschiedene Leistungen wie das Sammeln der meisten Münzen, das Gewinnen der meisten Minispiele oder das Zurücklegen der wenigsten Felder, danach steht der Party-Star fest. Der klassische Hauptmodus von Super Mario Party fühlt sich angenehm gewohnt und gleichzeitig doch auch erfrischend neu, vor allem aber qualitativ hochwertig an. Alle wichtigen Gameplay-Elemente, welche die Spielserie einst bekannt und beliebt machten, sind hier mit von der Partie, an kleineren Neuerungen und netten Ideen hier und da mangelt es nicht. Die Minispiele sind leicht verständlich, abwechslungsreich und spaßig, zu einigen Beispielen gleich noch mehr.
Freizeitspaß mit Toad
Beim Marathon der Minispiele in "Toads Freizeitraum" erleben wir den gewohnten Mario-Party-Spaß mit den gewohnten Mario-Party-Spielen, nur eben ohne Schnickschnack wie Spielbretter drumherum, dafür bei fünf Minispielen am Stück. Im ersten der fünf Duelle navigieren wir unsere Spielfigur der Wahl mittels Bewegungssteuerung der seitlich gehaltenen einzelnen Joy-Cons auf einem rollenden Fass ans Ziel, unterwegs navigieren wir geschickt um Hindernisse wie Wasser oder Wiesen und nerven unsere Mitstreiter, indem wir sie anstoßen und so von der Bahn abbringen. In Runde zwei kommt ebenfalls die Bewegungssteuerung zum Einsatz, hier braten wir ein Stück Fleisch von allen Seiten in der Pfanne braun an, indem wir das Kochwerkzeug schwenken und das Essen durch Hochwerfen wenden. Im dritten Minispiel laufen wir vor aggressiven Geistern weg, die uns an die Haut wollen. Dabei teilt sich der linear gestaltete Weg alle paar Meter in zwei verschiedene Wege, wobei einer immer gut und einer schlecht, da voller Hindernisse, ist. In Runde vier befinden wir uns auf einem in viele kleine Quadrate unterteilten Rugby-Feld und müssen heranrennenden Gegnern ausweichen. Beim fünften und letzten Minispiel kommt wieder die Bewegungssteuerung zum Einsatz, mithilfe derer wir unsere Figur auf einem winzigen Dreirad schnellstmöglich ins Ziel bringen. Die Minispiele sind für langjährige Mario-Party-Fans nichts Neues, haben aber die von der Serie gewohnte Qualität. Viele der Spielchen setzen auf Bewegungssteuerung, bei den im fertigen Spiel insgesamt über 80 Minigames gibt es aber auch genug kleine Spiele mit einer klassischen Steuerung. Sowohl in "Toads Freizeitraum" als auch beim klassischen Mario-Party-Modus mit den Spielbrettern gilt: Abgesehen vom starken Fokus auf Bewegungssteuerung gibt es nichts zu kritisieren.
Ruderndes Raft-Abenteuer
Quelle: PC Games
Verzwickt: Zwar sind die oberen sowie die unteren Inseln jeweils miteinander verbunden, von oben nach unten oder umgekehrt geht’s aber nur durch Röhren.
Eine ganz neue Idee ist der Modus "Raft-Abenteuer". Hierbei fahrt ihr gemeinsam in einem Schlauchboot einen wilden Fluss entlang, müsst (per Bewegungssteuerung) gemeinsam rudern, um vorwärts zu kommen, und allerlei Aufgaben erledigen. Eure vorhandene Zeit ist begrenzt, lässt sich aber durch Aufsammeln von Bonus-Zeit verlängern, durch Ausweichen von Hindernissen sowie koordiniertes schnelles Rudern effektiv ausnutzen und mit erfolgreich absolvierten Minispielen stark in die Länge ziehen. Da ihr im "Raft-Abenteuer" stets zusammenarbeitet, tut ihr das auch bei den Minigames in diesem Modus. Ihr müsst zum Beispiel eine Bombe im Staffellauf rechtzeitig ans Ziel bringen, gemeinsam verschieden gemusterte Bälle richtig in Körbe einsortieren, Ballons einsammeln oder in einem düsteren Spukhaus einen Haufen Kerzen anzünden, ohne euch von herumschwirrenden Flap-Flaps erwischen zu lassen. Die in den Minispielen erarbeitete Bonus-Zeit benötigt ihr, um das Ziel des "Raft-Abenteuers" zu erreichen: das Fluss-Ende. Der neue Modus motiviert zur effektiven Zusammenarbeit und stellt zum Gegeneinander des klassischen Modus einen schönen Kontrast dar, der das Gesamtpaket von Super Mario Party bereichert und abwechslungsreich macht. Wer lieber zusammenarbeitet statt sich fertig zu machen, findet am "Raft-Abenteuer" ebenso Vergnügen wie kompetitiv veranlagte Spieler, die über ihren Schatten springen und den anderen helfen müssen statt sich zu duellieren.
Switch, verbinde dich!
Ebenfalls eine neue Idee und dank der technischen Gegebenheiten der Switch überhaupt erst möglich: Minispiele über die konsoleneigenen Bildschirme zweier Switch-Geräte hinweg, wie schon im E3-Trailer zu sehen, bei dem Super Mario Party erstmals vorgestellt wurde. Dieser spezielle Modus beschränkt sich auf vier Minispiele, von denen wir zwei ausprobieren konnten, nämlich die Panzer-Schlacht aus dem Trailer sowie das Bananenhälften-Verbinden. Auch diese Spiele machen wie die Minispiele der anderen Modi Spaß, der Aha-Effekt der zur Verwendung kommenden neuartigen Technik nutzt sich aber recht schnell ab. Zumindest die Panzer-Schlacht konnten wir zu zweit auch im TV-Modus spielen, das Bananen-Spiel natürlich nicht, denn dabei müssen zwei Switch-Konsolen so aneinandergelegt werden, dass die Bananenhälften auf den beiden Bildschirmen korrekt zueinander passen. Im Gegensatz zum ebenfalls neuen Rafting zieht dieser Modus klar den Kürzeren, wobei es durchaus denkbar wäre, dass gerade jüngere Spieler ob der Verbindungstechnik zwischen zwei Switch-Konsolen in Aktion fasziniert sein dürften. Das waren wir nämlich auch, nur halt nicht allzu lange.
Quelle: PC Games
So sieht die Panzer-Schlacht auf nur einer Switch-Konsole aus. Die andere Hälfte findet auf dem zweiten Gerät statt.
Für jeden etwas
Auch wenn wir uns noch nicht das gesamte Spiel anschauen durften, so konnten wir uns doch schon einen ergiebigen und weitreichenden Eindruck von Super Mario Party verschaffen. Die gute Nachricht: Super Mario Party bietet nicht nur das, was sich die meisten Fans von der Serie wünschen, sondern ist gleichzeitig auch enorm abwechslungsreich und bietet verschiedensten Spielertypen passende Modi an. Fans des klassischen Modus und kompetitive Spieler haben den Mario-Party-Modus, Spieler kooperativer Natur das "Raft-Abenteuer", Minispiel-Fans, die sich nur auf die Minigames konzentrieren wollen, "Toads Freizeitraum" und Online-Spieler haben erstmals die Möglichkeit, Minigames übers Netz zu zocken. Nicht ganz so gut gefiel uns der starke Fokus vieler Minispiele auf Bewegungsteuerung, immerhin funktioniert die aber sehr präzise und beschränkt sich auf kleinere Bewegungen - wildes Herumhüpfen und Herumfuchteln im ganzen Raum ist also nicht notwendig. Schade ist allerdings, dass Super Mario Party deshalb weder mit Pro Controller noch im Handheld-Modus spielbar ist. Das Switch-Game funktioniert nur mit von der Konsole entfernten Joy-Cons und verschließt sich somit Allein-Spielern, die auch unterwegs mit wenig Bewegungsmöglichkeit und ohne Tisch eine gepflegte Partie Mario Party genießen wollen.
Quelle: PC Games
Nur zusammen kommt ihr ans Ziel: Die Minispiele beim „Raft-Abenteuer“ lassen sich allesamt nur mit vereinten Kräften bewältigen.
Nichts auszusetzen gibt es dafür an Grafik, Technik und der musikalischen Untermalung. Super Mario Party entlockt der Switch eine wunderbare Knuddel-Optik mit knackig scharfem Bild und einer stabil hohen Framerate, auch beim für dieses Spiel typischerweise oft großen Chaos auf dem Bildschirm. Die typischen Mario-Sounds schaffen schnell eine gewohnte Atmosphäre und die wie so oft tollen Musikstücke tun ihr Übriges. Auch wenn wir Super Mario Party schon mehrfach spielen durften und viel gesehen haben: Alles haben wir natürlich noch lange nicht ausprobiert, deshalb freuen wir uns auf den vollumfänglichen Test. Super Mario Party dürfte nämlich der beste Serienableger seit langer Zeit werden.
