Super Mario Bros. Deluxe: Retro-Special zum genialen Handheld-Hüpfer
Special
Ein Retro-Remake der ganz besoderen Art: Die Mario-Brüder kehrten auf dem Game Boy Color mit ihrem ersten richtigen Hüpfabenteuer zurück, erstmals in tragbarer Form - und hatten zudem noch einige echt coole Neuerungen in petto. In unserem Retro-Special blicken wir zurück auf die aufwändige Hüpfspiel-Neuauflage Super Mario Bros. Deluxe!
Wir haben aurf unserer Homepage in diversen Retro-Artikeln bestimmt schon unzählige Male das Original-Super Mario Bros. für das NES thematisiert, darum genug davon. Stattdessen geht es diesmal um Super Mario Bros. Deluxe- also das Original-Super Mario Bros., diesmal aber für den Game Boy Color!
Aber in aller Ernsthaftigkeit: Das, was Nintendo hier im Jahre 1999 für den Nicht-ganz-aber-irgendwie-doch-Nachfolger des Ur-Game-Boy ablieferte, kann sich echt sehen lassen, auch 18 Jahre später. Das Hauptspiel ist vollständig enthalten, wurde aber an den richtigen Ecken und Enden verbessert, vor allem in präsentationstechnischer Hinsicht. Vorher starre Objekte und Figuren wie die Lava in Feuerlevels oder die Toads, die nach den Siegen über Bowser auf uns warten, sind nun animiert. Außerdem wurden Farbpaletten angepasst und die langweile Levelaufzählung aus der NES-Vorlage wurde grafisch durch eine hübsche Weltkarte erweitert.
Sprunghafte Änderungen
Quelle: PC Games
Hach ja, da werden wir doch gleich nostalgisch – die ikonischen allerersten Schritte samt Blöcken, Gumba und verstecktem Pilz sind unverändert im Spiel enthalten.
Zusätzliche Soundeffekte bereichern das Abenteuer ebenso. Aber auch spielerisch gibt es Anpassungen, etwa beim Hüpfverhalten von Mario und Luigi (zwischen denen man zwischen den Levels wechseln kann) und beim sichtbaren Bildausschnitt, der durch das Format des Game Boy Color etwas kleiner ausfällt als im Original. Aber prinzipiell gilt wieder: Wir schlagen uns durch 32 Levels und erlösen Prinzessin Toadstool am Ende aus den Klauen des bösen Bowser. Nach dem Abspann ist aber noch lange nicht Schluss! Hat man einen entsprechenden Highscore erspielt, so schaltet man eine riesige Fülle an zusätzlichen Inhalten frei. Der Coolste und Umfangreichste davon: Das vollständige japanische Super Mario Bros. 2, welches bei uns erstmals in der SNES-Sammlung Super Mario All-Stars als Super Mario Bros.: The Lost Levels veröffentlicht wurde! Hier heißt das Spiel Super Mario Bros. for Super Players und weist neben kleinen inhaltlichen Anpassungen denselben Grafikstil und großteils dieselben Veränderungen wie das Hauptspiel auf.
Prall gefülltes Spaßpaket
Quelle: PC Games
In späteren Mario-Hüpfern warteten auf dem Weg zu Bowser meist seine Schergen als Bosse auf uns. Im Original aber macht sich der Chef stets selbst die Hände schmutzig.
Richtig toll gelungen ist weiterhin der Challenge-Modus. Hierin werden wir erneut in die 32 Levels der Kampagne geschickt. Allerdings gilt es nun, zusätzlich zum Bestehen der Welten auch noch spezielle Münzen sowie pro Abschnitt ein gut verstecktes Yoshi-Ei zu entdecken und mitzunehmen. Schlägt man sich hier gut, schaltet man in der sogenannten Toy Box verschiedene Artworks und kleine Spielereien frei, etwa einen Kalender, mit dem wir ... nun, eben unseren Tagesablauf planen können. Noch spannender ist der VS-Modus, in dem wir via Linkkabel in speziell gestalteten Levels gegen einen Freund antreten können, der ebenfalls einen Game Boy Color und eine Kopie des Spiels besitzt. Hier gewinnt, wer als Erster ans Ende der Levels gelangt, wobei uns jedoch Blöcke, welche durch das Betätigen von Schaltern beseitigt werden können, den Weg versperren. Blöcke, die bei uns verschwinden, tauchen bei unserem Rivalen auf, sodass es gilt, neben Schnelligkeit auch eine Portion Taktik walten zu lassen.
Geistreiches Gameplay
Quelle: PC Games
Die langweilige Levelaneinanderreihung aus dem Original ist durch eine hübsche Karte ergänzt. In bereits besuchte Levels zurückzureisen ist aber nicht möglich.
Wer keinen Mitspieler an der Seite hat, kann sich im Modus "You VS. Boo" fast derselben Herausforderung stellen, dort jedoch im Kampf gegen einen KI-gesteuerten Geist. Zusätzlich erwarten uns noch viele weitere kleine Inhalte, die alle aufzuzählen hier aber den Rahmen sprengen würde. Hervorzuheben ist aber noch die Möglichkeit, spezielle Artworks freizuschalten, welche sich dann mittels des legendären Game-Boy-Printers sogar ausdrucken lassen. Die vielleicht größte Sensation: In Super Mario Bros. Deluxe etablierte Nintendo hier Jahre vor den Gamerscore- und Trophäensammeleien auf den Konsolen von Microsoft und Sony eine Art Archievementsystem. Wurden bestimmte Aufgaben erfüllt, etwa ein Gegner erstmals bezwungen, ein Modus absolviert oder Bowser mit einer Feuerblume besiegt, wurden weitere Artworks in einer speziellen Galerie zugänglich. Geradezu revolutionär!
Durch die begrenzte Lebensspanne des Game Boy Color und dessen schon damals etwas veraltete Technik hat Super Mario Bros. Deluxe leider nie die Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient hätte. Es lohnt sich aber auch heute noch, es erstmals zu entdecken!
