Super Mario 3D World + Bowser's Fury: Mit Katzenohren zur Jump&Run-Referenz? Test!
Test
Super Mario 3D World feiert sein Comeback auf der Switch und hat gleich noch ein neues Abenteuer im Gepäck. Wir sind durch die Welten gehüpft und haben uns Bowsers Zorn gestellt! Ob sich Super Mario 3D World + Bowser's Fury auch für diejenigen Spieler lohnt, welche das Original für die Wii U schon kennen, klären wir in unserem Test!
Langsam aber sicher hat Nintendo beinahe jedes Spiel, das auf der Wii U Rang und Namen hatte, auf die um Lichtjahre erfolgreichere Switch portiert - meist mit wenigen Neuerungen und trotzdem zum Vollpreis. Da verwundert es wenig, dass irgendwann auch Super Mario 3D World eine zweite Chance erhalten würde, immerhin konnte sich das hervorragende Jump & Run auf Platz zwei der meistverkauften Wii-U-Titel platzieren. Tipp: Unendlich Extraleben in Super Mario 3D World einheimsen.
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In diesem Artikel
Zum 35. Jubiläum des Firmenmaskottchens dürfen sich Switch-Besitzer, die auch nach der 3D-Allstars-Kollektion nicht genug vom hüpfenden Italiener und seinen Freunden haben, über eine erweiterte Version von 3D World freuen - inklusive des neuen Bonusabenteuers Bowser's Fury. Lohnt sich die Neuanschaffung für Kenner des Originals? Erreicht Bowser's Fury sogar das Qualitätsniveau eines Super Mario Odyssey? Und wie viele Katzen-Wortspiele verstecken sich in diesem Test? Finden wir es heraus!
Wer Marios neues Abenteuer direkt erleben will, kann Bowser's Fury sofort nach Spielstart aus dem Hauptmenü beginnen. Da sich die Story Mario-typisch mit wenigen Sätzen beschreiben lässt und die beiden Jump & Runs eigene, abgeschlossene Handlungen besitzen, sind keine Vorkenntnisse nötig. Dem titelgebenden Wut-Bowser ist eine ordentliche Laus über die Leber gelaufen, weswegen er nun, begleitet von qualmendem schwarzen Schleim, die Inselgruppe des Schmusekatzensees tyrannisiert. Klempner und Anti-Aggressions-Trainer Mario wird (diesmal ohne seine Freunde) von der dunklen Suppe in die Katzen-Dimension gesaugt und soll die Schurken-Ikone wieder mal auf den Teppich zurückholen. Schnell merkt ihr: Der Name dieses Sees kommt nicht von ungefähr!
Katz-Scenes
Quelle: PC Games
In Bowser’s Fury könnt ihr mit Plessie vor Gefahren auch abtauchen. Springt ihr mit passendem Timing aus dem Wasser, bekommt ihr einen Geschwindigkeitsschub.
Absolut alles und jeder in eurer neuen Umgebung hat spitze Fellohren verpasst bekommen. Bäume, Büsche, Regenbögen, Wolken, und auch sämtliche Gegner mussten sich der Katzifizierung unterziehen. Warum das alles? Wir vermuten, Nintendo will dem prominenten Katzenkostüm aus Super Mario 3D World seinen gebührenden Respekt zollen und präsentiert Bowser's Fury deshalb ganz im Zeichen der flauschigen Vierbeiner. Schon nach wenigen Schritten in der niedlichen neuen Welt trefft ihr erstmals auf den neu gestalteten Bowser, der mit pechschwarzem Panzer und orange leuchtenden Augen starke Godzilla-Assoziationen weckt. Genau wie das japanische Kult-Monster steigt die Zorneskröte aus dem Meer, dann kündigen glühende Stacheln einen zerstörerischen Feuerstrahl an. Höchste Zeit, eure erste Katzen-Insignie einzusammeln und damit den nahegelegenen Leuchtturm zu aktivieren, denn Wut-Bowser ist lichtempfindlich. Damit habt ihr dann auch schon das grundlegende Spielprinzip von Bowser's Fury verstanden: ihr bereist verschiedene Inseln, sammelt etliche Exemplare der verkaterten Stern- bzw. Mond-Variante ein und schaltet damit mehr Bereiche des Archipels frei - so weit, so gewohnt.
Quelle: PC Games
Vier Flossen gegen vier Pfoten: Auf dem Rücken von Plessie geht ihr unter anderem auf die Jagd nach riesigen Hasen, um ihnen ihre Katzeninsignien abzuluchsen.
Was aus der Erweiterung ein fast vollwertiges 3D-Mario-Abenteuer macht, das in seiner Bewegungsfreiheit teilweise sogar den großen Switch-Bruder Odyssey übertrumpft, ist der Aufbau der Spielwelt. Ihr hüpft nämlich nicht durch abgegrenzte Levels, sondern könnt eine Weltkarte mit vielen einzigartigen Inseln in relativ beliebiger Reihenfolge erkunden! Verstärkt wird das neue Freiheitsgefühl noch von der Kamera, die im Vergleich zu 3D World nicht nur näher am Geschehen, sondern frei drehbar ist, wodurch ihr seltener ins Ungewisse springen müsst. Thematisch folgen die nach und nach freigeschalteten Insel-Gruppen zwar einer Jump&Run-typischen Struktur aus Strand-, Eis- und Lava-Welt, in Puncto Abwechslungsreichtum geben sich die Zonen jedoch keine Blöße. Im Startgebiet springt ihr mit den Abschussplattformen der Boing-Boing-Inseln meterhoch durch die Luft, auf den Klippklappklippen klappt der Boden unter euch weg und an der Samtpfotenküste klettert ihr an rotierenden Wänden. Zwischen den kompakten Inseln bewegt ihr euch auf dem Rücken von Plessie, eurem schwimmenden Dino-Freund. Später verlangen spaßige Areale wie ein unsichtbarer Turm, ein eisiger Schlitterkorridor oder die rotierende Plattform-Achse über geschmolzenem Gestein etwas mehr Jump&Run-Expertise, wirklich fordernd wird Bowser's Fury jedoch selten. Das liegt vor allem, wie bei 3D World, an den vielen Hilfsmechaniken, mit denen ihr euch das Spiel einfacher machen könnt.
Zwei wie Hund und Katze
Quelle: PC Games
Im Schmusekatzensee ist der Name Programm. Die Ohren erhöhen aber nur den Kuschelfaktor, ansonsten verhalten sich die Gegner, wie man es gewohnt ist.
Euer kleinster Helfer ist Bowser Jr., dem ihr kurz nach dem Start von Bowser's Fury am Strand begegnet. Marios ehemaliger Gegenspieler sieht sich diesmal gezwungen, den Mann in der Latzhose um Hilfe zu bitten, da er sich bei den Wutausbrüchen seines Vaters nicht mehr sicher zu fühlen scheint. Fortan schwebt die Echse im Eierbecher neben euch her und kann per Bewegungscursor im TV-Modus oder per Touchscreen auf dem Handheld herumkommandiert werden. Ihr könnt den Koopa-Prinz zu Feinden, schwebenden Items oder Graffitis schicken, die er dann mehr oder weniger schnell mit seinem riesigen Pinsel bearbeitet. Zwar erkennt die KI gerade bei Höhenunterschieden nicht immer sofort, was ihr angeklickt habt, benutzen müsst ihr die direkte Steuerung für euren Partner jedoch ohnehin selten. Wie oft und wie flott euch ein computergesteuerter Bowser Jr. im Kampf unterstützt, könnt ihr im Optionsmenü festlegen. Wünscht ihr euch viel Hilfe, wehrt er sogar auf euch abgefeuerte Geschosse ab, sonderlich zuverlässig ist er dabei aber nicht. Auf Wunsch könnt ihr die KI auch durch einen menschlichen Mitspieler ersetzen, der dann den unverwundbaren Begleiter steuert. Die Kontrolle über die Kamera verbleibt beim Mario-Spieler, da sich euer schwebender Freund aber jederzeit zu euch teleportieren kann, hält sich der Chaos-Faktor in Bowser's Fury noch in Grenzen. Koop-Partner mit Fingerspitzengefühl machen aus Bowser Jr. einen beweglichen Sprungblock und erreichen so größere Höhen. Hier können ähnliche Taktiken zum Einsatz kommen wie bei Mario und Cappy in Odyssey, auch wenn Bowser Jr. insgesamt weniger auf dem Kasten hat - die Fähigkeit, Gegner zu kontrollieren, machte die zum Leben erwachte Mütze definitiv zum vielseitigeren Begleiter. Die Wandmalereien, an denen sich Bowser Jr. künstlerisch betätigen kann, liefern immerhin nützliche Power-up-Kostüme, die andere große Hilfsmechanik im Spiel.
Quelle: PC Games
Manche Items könnt ihr auch von eurem Begleiter aufsammeln lassen. Per Touchscreen geht die Steuerung des Cursors spürbar besser von der Hand.
Hierbei sind 3D World und die Erweiterung relativ deckungsgleich: In beiden Abenteuern könnt ihr euch in Schale werfen, um eure Angriffs- und Bewegungsmöglichkeiten zu erweitern. Wer die Feuerblume einsammelt, verschießt brennende Kugeln, der blaue Schildkrötenpanzer bestückt euch mit Bumerangs und im Tanooki-Pelz entkommt ihr per Rundumschlag und Gleitsprung haarigen Situationen. Den Löwenanteil eurer Spielzeit werdet ihr jedoch im gelben Katzenanzug herumtigern, da ihr damit nicht nur einen schnellen Prankenhieb verteilen könnt, sondern auch erstaunlich lange an Wänden emporklettert und so manche Jump&Run-Passage mühelos überwindet. Auch in diesem Punkt glänzt Bowser's Fury mit mehr Flexibilität: bis zu fünf Stück jedes Kostüms finden in eurem Inventar Platz, wodurch ihr euch noch vielseitiger an die abwechslungsreichen Situationen auf den Inseln herantatzen könnt. Der Ausgleich zum dadurch nochmals gesenkten Schwierigkeitsgrad ist Bowser, der in seiner Wut-Form nicht nur als Bossgegner, sondern auch als wiederkehrende Bedrohung in der offenen Welt fungiert.
Der hilfreiche Bösewicht
Quelle: PC Games
In Abschnitten mit Druckschaltern gilt es, sich eine möglichst effiziente Route zu planen, um jeden Knopf in einem Lauf zu aktivieren. Schwierig ist das nur selten.
Fängt es auf den sonst so sonnigen Inseln zu regnen an, ist nicht nur die Urlaubsstimmung für die Katz': der Wetterumschwung kündigt an, dass euer riesiger Antagonist gleich aus seinem Panzer hervorbricht und euch die nächsten Minuten mit Flammenstrahl und Meteoritenschauer ordentlich Feuer unterm Hintern macht. Mit dem Erscheinen von Wut-Bowser müsst ihr die gesamte Spielzeit über rechnen, egal, ob ihr gerade nur die Gegend erkundet oder euch in einer kniffligen Sprungpassage befindet. Der zusätzliche Bedrohungsfaktor ist dabei nie groß genug, um euch total an eurer gegenwärtigen Aufgabe zu hindern, trotzdem müsst ihr einer Menge zusätzlicher Hindernisse ausweichen. Sammelt ihr eine der eingangs erwähnten Insignien auf, die meist nur ein paar Katzensprünge voneinander entfernt liegen, verschwindet die Echse in den schleimigen Fluten und lässt euch wieder für ein paar Minuten in Ruhe.
Damit das Stachelmonster nicht zum Nervfaktor verkommt, hat Nintendo auf beinahe jeder Insel spezielle Wut-Blöcke platziert, die nur von Bowsers Feuerstrahl zerstört werden können und hinter denen sich Secrets, Insignien und ganze Levelabschnitte verbergen. Die Bowser-Auftritte sind deshalb nicht nur cool inszenierte Ablenkung, sondern elementares Spielelement zum Sammeln aller Collectables. Habt ihr genug Katzen-Abzeichen eingesackt, erwacht die Riesen-Glocke im Zentrum jeder Inselgruppe zum Leben und ihr dürft im Giga-Katzenkostüm zum Gegenschlag ansetzen. Das Power-up macht euch zum haushohen Vierbeiner und verwandelt die gesamte Weltkarte in eine einzige, große Kampfarena. Eine mutige Designentscheidung, die einerseits eindrucksvoll die gigantischen Ausmaße eures Schlagabtausches visualisiert, andererseits wohl mitverantwortlich für den eher kompakten Umfang der Spielwelt ist.
