Suikoden 1 & 2 HD zeigt im Test, warum das absolut unsterbliche Rollenspielklassiker sind
Test
Mit Suikoden von 1995 und Suikoden 2 von 1998 veröffentlichte Konami zwei der prägendsten Rollenspiele der PlayStation-1-Ära. Nun erscheinen die beiden JRPG-Klassiker endlich als HD-Remaster. Wie gut sind sie gealtert?
Final Fantasy 7 von Square Enix verhalf dem JRPG-Genre ab dem 7. September 1997 auch im Westen bekanntlich zum Durchbruch. Doch schon einige Zeit zuvor brachte Konami mit Suikoden ein Rollenspiel auf den Markt, das die Herzen von Fans und Kritikern weltweit im Sturm eroberte - ab dem 15. Dezember 1995 zunächst in Japan, ab dem 23. Dezember 1996 in Nordamerika und ab dem 11. April 1997 schließlich auch in Europa.
Das Projekt für Sonys erste PlayStation-Konsole nahm fast zwei Jahre Entwicklungszeit in Anspruch, basierte lose auf dem chinesischen Volksbuch "Die Räuber vom Liang-Schan-Moor" und legte den Grundstein für eine Marke, die vier weitere Hauptspiele und ein halbes Dutzend Spin-offs hervorbrachte.
Vor allem die ersten beiden Suikoden-Teile gelten bis heute als Klassiker und wurden von Konami bereits im Februar 2006 als Doppelpack für Sonys Handheld PSP neu aufgelegt. Ab dem 6. März 2025 ist diese Zusammenstellung nun auch als HD-Remaster mit zahlreichen neuen Features erhältlich. An den bewegenden und aufwühlenden Geschichten der Originale hat sich indes nichts geändert.
Noch immer schlüpft ihr im ersten Teil in die Rolle eines jungen Helden, der im offiziellen Serienkanon schlichtweg Tir heißt. Wer möchte, kann sich seinen Namen aber auch selbst aussuchen. Eben jener Junge betritt zu Spielbeginn mit seinem Vater Teo McDohl den Thronsaal von König Barbarossa und erfährt von einem schwelenden Konflikt mit den Stadtstaaten von Jowston an der Nordgrenze des Landes.
Während Teo kurz darauf in die Krisenregion aufbricht, um nach dem Rechten zu sehen, werdet ihr dem Kommandanten Kraze unterstellt und müsst allerlei Aufträge erledigen. Unterstützt werdet ihr dabei von euren treuen Begleitern Ted, Gremio, Theo und Pahn.
Eine Rebellion formiert sich
Doch der Ärger lässt nicht lange auf sich warten, denn außerhalb der prunkvollen Hauptstadt Gregminister herrscht vielerorts große Unzufriedenheit. Die Bürger ächzen unter zu hohen Abgaben, sind frustriert über die Korruption im Staatsapparat und haben mit wachsender Armut zu kämpfen.
Als die ersten Botengänge erledigt sind, nimmt die Handlung plötzlich eine erste dramatische Wendung: Kumpel Ted wird bei einem Zwischenfall schwer verletzt und vertraut euch völlig entkräftet eine verfluchte Rune namens "Seelenfresser" an - ein magisches Relikt, auf das es wiederum die zwielichtige Lady Wendy abgesehen hat.
Als kurz darauf imperiale Wachen auftauchen und Ted entführen wollen, flieht ihr aus der Hauptstadt und schließt euch einer im Untergrund agierenden Rebellenbewegung an.
Quelle: Konami / Medienagentur plassma
Wer das Original kennt, weiß: Ab hier nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und konfrontiert uns in den folgenden 20 bis 25 Stunden nicht nur mit Krieg, Rebellion und politischen Intrigen, sondern auch mit Themen wie Loyalität und Verrat, Heldentum und Opferbereitschaft, Schicksal und Weissagung, Freundschaft und Liebe sowie Erlösung und persönlichem Wachstum.
Das Interessante aus erzählerischer Sicht ist dabei insbesondere die Vielzahl an unterschiedlichen Figuren: Nicht weniger als 107 Charaktere können im Spielverlauf für die eigene Sache rekrutiert und jeweils fünf davon in das aktuelle Team aufgenommen werden.
Bereits angeworbene, aber noch nicht aktive Partymitglieder verweilen derweil in der Alten Burg von Toran und schalten dort im Spielverlauf interessante neue Features und Räumlichkeiten frei.
Rekrutiert ihr zum Beispiel den Erfinder Sergej, baut er einen Aufzug in euren Unterschlupf ein, der den Wechsel zwischen den Stockwerken erheblich beschleunigt. Oder nehmen wir Köchin Marie: Sobald sie zu eurer Truppe gehört, richtet sie in der Festung ein kleines Gasthaus ein. So könnt ihr in der Burg übernachten und Spielstände anlegen.
Bildergalerie
Noch heute ein Story-Juwel
Aber auch abseits der motivierenden, mitreißenden und von vielen Wendungen geprägten Story hat Suikoden in der HD-Neuauflage nichts von seinem 90er-Jahre-Charme verloren. So sind viele Dungeons nicht nur verwinkelte Orte voller Schatztruhen und Monster, sondern oft auch mit kleinen Rätseln gespickt.
