Stronghold 4 gespielt: Nur alter Stein in neuen Burgen oder das, worauf Fans ewig gewartet haben?
Special
Anfang Juni wurde Stronghold 4 erst enthüllt, nun kann man es schon mit einer Demo ausprobieren. Und die wirft die Frage auf: Darauf haben Fans die letzten 15 Jahre gewartet?
Bis auf ein paar wenige Ausnahmen liefern die englischen Entwickler bei den Firefly Studios jetzt schon seit 25 Jahren ein Stronghold-Spiel nach dem anderen ab. Böse Zungen würden sogar behaupten, sie verpacken seit 25 Jahren im Grunde das gleiche Spiel immer wieder nur in ein neues Gewand und ändern hier und da vielleicht ein paar Details. Doch ist es irgendwie auch genau das, was die Fans lieben, denn vor allem das erste Stronghold und Stronghold: Crusader sind immer noch die absoluten Favoriten in der Community.
Wenig überraschend also, dass die beiden Teile zuletzt auch jeweils ein HD-Remaster spendiert bekommen haben. Doch während Firefly an dem Facelifting der Klassiker saß, hat man parallel auch schon an Stronghold 4 gearbeitet - dem ersten neuen Ableger der Hauptreihe seit stolzen 15 Jahren. Der Release von Stronghold 4 ist noch für 2026 geplant, jedenfalls als Early Access. Und seit wenigen Tagen kann man es in Form einer Demo auch selbst ausprobieren. Wir haben uns in die beiden darin enthaltenen Missionen gestürzt und kommen zu dem Schluss: Jep, das ist mal wieder Stronghold. Mit ein paar Detailänderungen.
In diesem Artikel
Eine Frage der Ehre
Die Demo bietet zwei separate Missionen, eine mit Schwerpunkt auf Wirtschaft und eine mit Schwerpunkt auf Militär. In der Wirtschaftsmission sind wir dafür zuständig, das Anwesen von Sir Longarm wiederaufzubauen, nachdem es verruchte Banditen niedergebrannt haben. Hier lernen wir die Grundlagen in einem Tutorial und bauen also Rohstoffproduktionen, die Nahrungsversorgung und neue Häuser auf.
Dabei spielt auch Ehre eine Rolle, die in ähnlicher Form wie in Stronghold 2 zurückkehrt. Denn Wohnhäuser generieren Ehre für uns und je höher ihre Ausbaustufe ist, desto mehr Ehre kriegen wir. Mit genügend Holz stufen wir die Gebäude einfach mit einem Klick auf - allerdings nur, wenn unser Rang hoch genug ist. Denn unsere Bauoptionen hängen davon ab, ob wir bereits ein angesehener Graf sind, oder nur ein niederer Leibeigener. Im Rang aufsteigen können wir ebenfalls mit genug Ehre und auch fortgeschrittene Militäreinheiten kosten in der Ausbildung zusätzlich zur Ausrüstung ein paar Punkte Ehre.
Quelle: PC Games
Wenn wir die Bauern nicht bei Laune halten, verlassen sie die Burg und wir haben keine Arbeitskräfte mehr.
Das Volk huldigt euch - hoffentlich
Und was wären wir für ein Lord, wenn wir nicht auch regelmäßig Bankette veranstalten würden, um unsere Ehre zu steigern? Es geht in Stronghold 4 also nicht nur darum, die Bauern glücklich zu machen, sondern auch die Edelleute zu beeindrucken. Aber natürlich spielt die Zufriedenheit der Bauern wieder eine zentrale Rolle. Nur wenn die Leute genug Essen haben und wir ihnen ein paar Annehmlichkeiten wie Glauben oder Bier bieten, steigt ihre Zufriedenheit. Und zufriedene Bauern arbeiten in unseren Gebäuden und lassen sich auch wunderbar besteuern.
Auch das läuft alles wie gehabt: Im Buch des Schreibers unten rechts im Bildschirmeck sehen wir die aktuelle Zufriedenheit. Ist der Pöbel unglücklich, verlässt er die Burg und wir haben einen Mangel an Arbeitern. Sind unsere Untertanen dafür über alle Maßen zufrieden, können wir den Steuerregler hochschrauben.
Um ein wenig Abwechslung in diesen Aspekt des Spiels zu bringen, haben die Entwickler diesmal auch Zufallsevents eingeführt. Jeden Spieltag gibt es ein Event, zum Beispiel ein Zeichen in den Wolken oder Gerüchte über Unruhen. Das gemeine Volk lässt sich dadurch leicht in der Stimmung beeinflussen. Auf dem Papier klingt das nach einer netten Idee, doch aktuell ist das einfach nur nervig, da ein Spieltag gerade mal 60 Sekunden lang ist. Das heißt: Die Zufriedenheit des Volkes schwankt ständig, weshalb Änderungen an der Steuerschraube viel zu häufig vorgenommen werden müssen.
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Quelle: PC Games
Jeden Tag gibt es ein Zufallsereignis, das die Zufriedenheit beim Volk beeinflusst. Das ist aber eher nervig.
Ansonsten können wir unsere Untertanen noch durch den Bau von Verzierungen beeinflussen, die uns als guter Lord oder als bösen Tyrannen dastehen lassen. Je nachdem, ob wir mit Liebe oder Angst regieren wollen, arbeiten unsere Leute fleißiger und unsere Truppen kämpfen zuverlässiger - oder eben andersherum.
Auch der Bau rudimentärer Verteidigungsanlagen aus Holz und die Ausbildung von simplen Truppen sind in der ersten Demo-Mission relevant, da wir uns in regelmäßigen Abständen gegen kleine Gegnerwellen von Banditen wehren müssen. Das ist aber alles sehr überschaubar und entsprechend ist Mission 1 schnell abgehakt. Auf der nächsten Seite dreht sich alles um die wesentlich spannendere zweite Demo-Mission und dazu passend den Burgenbau, die Armee, die KI und welche Schwächen die Demo offenbart.
