Straßenmeisterei Simulator 2 im Test: Dieses Spiel hat mich gebrochen!
Test
Nach dem Release des Straßenmeisterei Simulators 2 ist Redakteur Michi Grünwald klar, warum Bauarbeiter gerne mal ein Bierchen zischen.
Ins kalte Wasser geworfen
Ihr glaubt mir noch nicht, wie furchtbar das Spiel ist? Okay, ein paar Infos zum Missionsablauf kann ich euch noch geben. Zunächst erhalte ich keinerlei Hinweise, welches Fahrzeug nun das richtige ist, denn meistens fehlen Questmarker auf der Minimap.
Mir wird zwar mitgeteilt, dass ich als nächstes beispielsweise den Asphaltfertiger auf den Tieflader stellen soll, aber nicht, wie genau ein Asphaltfertiger aussieht. Entweder brauche ich also das große Straßenmeisterei-Latinum, oder ich muss für einen kurzen Moment Probesitzen und abwarten, ob sich der Auftrag aktualisiert.
Quelle: Caipirinha Games
Einmal ist es mir passiert, dass ich vor lauter Langeweile den Text falsch gelesen und eine bestimmte Schicht nicht in den Asphaltfertiger, sondern direkt in der Baustelle entleert habe - mein Fehler, ich weiß. Aber dem Spiel war das egal und es hat mir nicht gesagt, wie ich diesen Fehler beheben kann. Zum Glück bin ich den Weg zurück ins Lager schon dutzende Male abgefahren, denn auch der Routenplaner ließ sich nicht mehr einblenden.
Leichte Dinge, schwergemacht
Manche Jobs dauern außerdem in Relation zu anderen viel zu lange und das Markieren der Fahrbahn kommt pingeliger daher als der Anzeigenhauptmeister, wenn er einen Falschparker entdeckt hat.
Und ich darf nur nicht vergessen, die Signalleuchte ab einem bestimmten Zeitpunkt anzumachen. Ohne das Lämpchen auf den Fahrzeugen steht die Arbeit nämlich still und ich bekomme keinen Auftragsfortschritt.
Ein automatisches Beladen des Pritschenwagens wird mir im Vergleich zu Teil eins ebenfalls nicht mehr vorgeschlagen, wobei ich das aufgrund des Simulationsaspekts sogar noch verstehen kann. Wenn das Ganze halt nicht so bummslangweilig wäre ...
Immerhin darf ich dieses Spektakel wahlweise aus Third- und First-Person-Ansicht erleben. Die Arbeit angenehmer macht die Alternative allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Trage ich beispielsweise Absperrungen in der Ego-Perspektive durch die Gegend, baumelt mir das Zeug direkt im Sichtfeld umher. Aufgrund von nicht funktionierenden Rückspiegeln fehlt mir im Führerhaus außerdem komplett der Überblick bei der Arbeit.
Winter is coming
Und wofür nehme ich das alles in Kauf? Eigentlich nur, damit ich mir am Ende das neue, große Feature ansehen kann. Der Winterdienst soll schließlich der Höhepunkt sein und fällt erwartungsgemäß absolut enttäuschend aus.
Im letzten Abschnitt des Spiels bekomme ich nur noch Nebenaufträge wie Straßen räumen und streuen, an der Physik der Autos verändert sich trotz Schneedecke aber nichts. Im Grunde bedeutet das, dass ich mich stundenlang durch Aufträge geackert habe, um im Winter mit meiner Karre ein wenig Schnee zu schippen.
Zumindest hinterlassen meine Fahrzeuge Spuren im Schnee, da haben sich die Fördergeld doch gleich deutlich mehr gelohnt. Bin ich zu Fuß unterwegs, sieht die weiße Pracht dagegen schon wieder fehl am Platz aus. Drehe ich die Kamera in Bodennähe, erkenne ich auch direkt warum: Unter der obersten Schneeschicht gibt's nur Luft zu bestaunen, aber mich wundert in dieser Simulation auch gar nichts mehr.