Straßenmeisterei Simulator 2 im Test: Dieses Spiel hat mich gebrochen!
Test
Nach dem Release des Straßenmeisterei Simulators 2 ist Redakteur Michi Grünwald klar, warum Bauarbeiter gerne mal ein Bierchen zischen.
Und minütlich grüßt das Murmeltier ...
Also bleibt mir nichts anderes übrig, als die Jobs irgendwie hinter mich zu bringen, um am Ende den Winterdienst freizuschalten. Die meisten Missionen sind dabei nicht nur identisch aufgebaut, sie dauern auch eine gefühlte Ewigkeit.
Was nicht unbedingt schlecht sein muss, ist im Straßenmeisterei Simulator 2 aber ziemlich mies. Um das zu verdeutlichen, nenne ich euch einmal alle vier Hauptaufträge im Sommer und ihr werdet merken: Abwechslung sieht anders aus:
- Abtragen der Erdschicht und Boden verdichten
- Frostschicht aufgetragen und verdichten
- Schotterschicht auftragen und verdichten
- Binderschicht auftragen und - natürlich - verdichten
Das sind zwar die Aufgaben eines Straßenmeisters, doch der eigentliche Job ist innerhalb kürzester Zeit erledigt und ich erhalte nicht einmal eine Bewertung. Ich kann meine Arbeit schließlich nur perfektionieren und nicht falsch oder mangelhaft abschließen. Das ist schon sehr schade.
Doch das Schlimmste ist die lästige Fahrerei von A nach B. Bei jeder Mission schippere ich die dicken Kübel auf ein Neues zur Baustelle, anstatt bestimmte Fahrzeuge wie die Asphaltwalze, die ich eh ständig brauche, dort zu parken. Das heißt, jedes Mal cruise ich mehrmals ein und dieselbe Strecke ab.
Das ist die reinste Sisyphosarbeit und einfach nur zum Strecken der Spielzeit da. Nicht einmal Hardcore-Simulations-Fans werden dabei glücklich - außer, sie stehen auf die schwammige Sattelschlepper-Steuerung und leere Spielwelten. Denn davon gibt's mehr als genug.
Die Kirsche auf dem Kipplaster
Aber die Spitze des Eisbergs kommt erst noch: Aufträge dauern mitunter über eine Stunde; davon gehen locker 30 Minuten für Hin- und Herfahren drauf. Falls mir doch einmal die Lust ausgeht oder sich Termine in meine Zocker-Session zwängen, kann ich das Spiel zwar abspeichern, doch der Fortschritt der jeweiligen Mission geht komplett verloren.
Das bedeutet, nach dem erfolgreichen Speichern und erneutem Laden steht mein orangener Charakter - nein, ich spreche nicht von Donald Trump, sondern meiner Straßenmeisterei-Uniform - im Werkhof am Startpunkt des Jobs.
Quelle: Caipirinha Games
Und dort geht die ganze Plagerei wieder von vorn los. Wenn die Stimmung nicht eh schon am Boden der Teergrube wäre, wäre das der endgültige Atmosphäre-Killer. Der vor Kurzem erschienene Highway Police Simulator übertrifft den Straßenmeisterei Simulator 2 zwar deutlich in Sachen Bugs, doch das Polizeispiel bringt zumindest einen besonderen Trash-Faktor mit sich, um zumindest dadurch ein wenig zu unterhalten.
Als Straßenmeister bin ich dagegen dem tristen und monotonen Alltag ausgesetzt. Warum das Ding Fördergelder von 300.000 Euro erhalten hat, weiß niemand außer dem Bundesamt für Wirtschaft und Klimaschutz selbst. Das Anpreisen des Jobs kann es nicht gewesen sein, denn da arbeite ich lieber als Taucher in einem Klärwerk.