Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin im Test: Chaos pur - Seite 2

Test Yannik Cunha Katharina Pache
Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin im Test: Chaos pur - Seite 2
Quelle: Square Enix

Stranger than fiction: Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin ist ein Action-Game und teilweise ein bizarres Vergnügen - aber ist es auch schlecht? Was ihr euch vom neuen Werk der Nioh-Macher Team Ninja erwarten könnt, erfahrt ihr in unserem Test für PS4 und PS5.

Doch wildes Draufhauen allein ist in dem Action-Abenteuer nicht genug! Wer nicht aufpasst, muss zurück zum letzten, meist nicht weit entfernten Speicherpunkt. Gegner verursachen viel Schaden, glücklicherweise gibt es aber eine Mechanik, die zum Blocken animiert: Jeder Feind in Stranger of Paradise verfügt über einzigartige Angriffe. Wenn wir diese abwehren, dürfen wir sie selbst verwenden. Sie sind überaus nützlich, halten Gegner etwa fest oder richten schlichtweg enormen Schaden an. Wir weichen also aus, blocken, kontern und hauen drauf, bis unsere Widersacher das Zeitliche segnen.

Dabei müssen wir stets darauf achten, welche Art von Schaden wir austeilen - Gegner verfügen über zwei Lebensbalken, den normalen Health-Pool und die Fokus-Leiste. Reduzieren wir die HP des Gegners auf null, löst er sich in Loot auf. Prügeln wir stattdessen den Fokus des Gegners kaputt, können wir ihn mit einem Finisher ins Jenseits schicken. Das ist mitunter überaus brutal: Wölfen reißen wir das Maul auf und kleine Goblins zerquetschen wir unter unseren Schuhsohlen.

Das Kamfpsystem bietet viele Möglichkeiten und ist sehr motivierend. Quelle: PC Games Die Bosse stellen unser Können auf die Probe! Wenn wir nicht alle Tricks in unserem Repertoire nutzen, sind wir dem Untergang geweiht. Eventuell um dem USK-18-Rating entgegenzuwirken, verwandeln Gegner sich im letzten Moment in Kristalle und zerspringen in Einzelteile. Ob das sehr viel harmloser ist, wagen wir infrage zu stellen. Fakt ist aber: Die Finisher einzusetzen, fühlt sich unglaublich befriedigend an! Die Kamera, die dann nahe heranzoomt, trägt dazu bei, dass wir uns mächtig wie Jack fühlen, der gerade seine Gegner platzen lässt.

Unterstützt wird das noch durch dessen hämisches Lachen und Stöhnen. Besonders bei Bossen haben die Entwickler tief in die "Wie cool können wir diesen Kill machen?"-Trickkiste gegriffen. Die Finisher sind am Ende eines Bossfights auch mehr als angebracht, denn Obermotze kosten oft einige Nerven.

Ähnlich wie in der Souls-Serie müssen wir jeden ihrer Schritte analysieren und studieren, bis wir einen perfekten Tanz mit dem Bösewicht hinlegen und er von uns per Finisher ausgeschaltet wird. Es gilt: Kein Verzweifeln nach dem ersten Scheitern, das Sterben gehört zum Spielprinzip. Glücklicherweise befindet sich direkt vor jedem Boss ein Speicherpunkt, somit ist das Lernen nicht frustrierend, sondern ermutigend. Wir arbeiten auf den Sieg hin und müssen ihn uns verdienen.

Anpassungsfähig

Die Menüs sind nicht besonders attraktiv, aber viel Zeit verbringt ihr hier ohnehin nicht. Quelle: PC Games Nicht nur unsere Ausrüstung und unsere Jobs lassen sich anpassen, dazu können wir auch noch Fähigkeiten selbst auswählen. Hervorragend: Ähnlich wie bei Nioh sehen wir jedes angelegte Ausrüstungsteil an unseren Charakteren. Bei der schieren Masse an Gegenständen wiederholen sich einige Designs zwar, genug Variation gibt es trotzdem. Variation ist ein gutes Stichwort, denn wir beherrschen nicht nur einen Kampfstil! Über die vielen verschiedenen Jobs ändert sich die komplette Spielweise.

Im Verlauf des Abenteuers schalten wir immer mehr Klassen frei, darunter schnelle Jobs wie der Assassine oder Dieb, behäbige Klassen mit riesigen Waffen wie Krieger oder Berserker und auch Fernkämpfer in Form von Magiern sind mit von der Partie.

Die Story von Stranger of Paradise nimmt nur langsam Fahrt auf. Quelle: PC Games Der König des Reichs Cornelia spielt eine wichtige Rolle in Stranger of Paradise. Die meiste Zeit weist er uns den weiteren Weg zu Chaos. Jeder Job bringt eigene Fähigkeiten mit, die wir in den sperrigen Menüs anpassen. Dort verbringen wir aber nicht allzu viel Zeit, da wir mit einem Knopfdruck ideale Ausrüstung anlegen können.

Was dem Metzelspaß jedoch wirklich im Weg steht, sind die technischen Limitationen der PS4. Dort können wir zwischen Auflösungs- und Performance-Modus wechseln. Dies gleicht der Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Im Performance-Modus ist keine Kante auch nur ansatzweise geglättet, Texturen erscheinen matschig und unser Bildschirm verdient sich den Titel Flimmerkiste mehr denn je. Dazu kommt, dass die Framerate trotzdem nicht konstant bei 30 Bildern bleibt.

Im Auflösungsmodus sieht das Spiel zwar akzeptabel aus, jedoch läuft es so stotternd, dass jeglicher Spaß verloren geht. Da sich Team Ninja dafür entschieden hat, die Spielgeschwindigkeit und die Frame-Anzahl zu koppeln, bewegen wir uns im Auflösungsmodus auch gerne mal in Zeitlupe fort.

Schade, so können wir für das eigentlich spaßige Spiel zumindest für die Last Gen-Konsolen keine definitive Kauf-Empfehlung aussprechen. Wer eine PS5 besitzt und auf Action-Games (sowie Final Fantasy) steht, kann bei Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin zugreifen.

Meinung

Wertung zu Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin (PS4)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin (PS5)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Cool inszenierte KämpfeTreibender SoundtrackDirektes und facettenreiches KampfsystemFordernde BossfightsViele verschiedene Jobs
Performance-Probleme auf Last GenStory startet schwachCharaktere bekommen zu wenig Screen-Time
Fazit

Coole Action mit Performance-Problemen auf PS4

Bildergalerie

Stranger of Paradise: Final Fantasy Origin ist am 18. März 2022 für PC, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series X/S erschienen und kostet circa 65 Euro. Die Texte im Spiel sind auf Deutsch, die Sprachausgabe erklingt wahlweise Japanisch oder Englisch. Was haltet ihr vom Spin-off von Team Ninja?

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