Mit Story of Seasons: Grand Bazaar liefert uns Marvelous ein weiteres Remake, diesmal vom fast gleichnamigen Original aus der Harvest-Moon-Reihe. Im Test kann das Spiel nur teilweise begeistern.
Wenn es eine Sache gibt, die wir sehr schnell festgestellt haben, dann ist es die Tatsache, dass praktisch alles irgendwie verbessert werden kann. Wollen wir eine qualitativ hochwertigere Ernte, sollten wir unser Angebautes düngen, gut gepflegte Tiere sorgen für bessere Erzeugnisse und so weiter.
Die wohl bedeutendsten Upgrades bekommen wir jedoch aus den Mühlen in Brisendorf. Dort können wir nämlich nach und nach unsere Werkzeuge verbessern und uns so das Leben etwas einfacher machen, da wir zum Beispiel nun mehrere Felder gleichzeitig gießen können.
Wo wir gerade beim Thema Mühlen sind: Die werdet ihr ziemlich oft von innen sehen, denn praktisch alles, was zu Endprodukten verarbeitet wird, stopfen wir hier auf der einen Seite rein, um das Ergebnis dann nach Ende der Produktionszeit auf der anderen Seite wieder entgegenzunehmen.
Quelle: PC Games
Neben Kühen und Rüben solltet ihr zwischendurch auch mal andere Menschen zu Gesicht bekommen. Mit der Zeit könnt ihr sogar eure Beziehungen zu ihnen verbessern.
Die ist sehr individuell, je nachdem, was hergestellt wird, und reicht von wenigen Ingame Stunden bis zu mehr als einem Tag. Dafür gibt es drei verschiedene Mühlen im Dorf, die aber erst repariert werden müssen, bevor sie wieder in Betrieb genommen werden können. Und was kann man alles verarbeiten?
Nun ja, eigentlich alles. Egal ob Eier, Erze oder einfach nur Steine und Blumen: Kein sammelbares Objekt in Story of Seasons: Grand Bazaar ist nutzlos.
Naturgeister? Die kleinsten Freunde in Brisendorf
Als letztes kleines Feature wollen wir uns noch den Naturgeistern widmen. Das sind kleine Charaktere, die an einem etwas abgelegenen Ort wohnen und die verschiedensten Dinge sammeln wie beispielsweise Honig, Fische oder Insekten.
Es sind hauptsächlich sie, auf die wir angespielt haben, als wir meinten, dass praktisch alles irgendwie aufgebessert werden kann. Bringen wir den kleinen Geistern nämlich genug der gesuchten Gegenstände, sorgen sie im Gegenzug dafür, dass diese künftig mit besserer Qualität gefunden werden.
Außerdem verlangen sie auf dem Basar eine spezielle Währung für ihre Waren: Glücksenergie. Die ist nicht besonders kompliziert zu kriegen, da wir sie für praktisch alles bekommen, was wir in dem Spiel machen - reden, Landwirtschaft betreiben, Tiere streicheln und so weiter. Es lässt sich drüber streiten, ob die kleinen Gestalten wirklich viel zum Gameplay beitragen, süß sind sie aber allemal.
Die Sache mit der Grafik
Spätestens beim Grafikstil des Spiels merken wir dann, dass es doch nur bedingt das Leben als Bauer simuliert, denn von Realismus sind wir weit entfernt. Generell lässt sich der Stil in der Richtung Zeichentrick und eher kindlich einordnen.
Quelle: PC Games
Ein treuer Begleiter darf natürlich nicht fehlen. In Grand Bazaar bekommt ihr einen Shiba Inu, außerdem dürft ihr euch für eine von drei Farben für das putzige Tierchen entscheiden.
Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass Story of Seasons: Grand Bazaar ein Remake vom fast gleichnamigen Harvest Moon: Grand Bazaar ist, ist das auch verständlich. Für viele ist die Harvest-Moon-Reihe eben gerade das: eine nostalgische Erinnerung an die Kindheit.
Besonders begeistert haben uns die 2D-Charakterportraits neben Dialogboxen und die Synchronisation der Unterhaltungen. Die sind liebevoll gestaltet und sehr expressiv. Beides ermöglicht uns die vielfältigen Emotionen der Bewohner von Brisendorf zu erleben und machen das Spiel so lebendig.
Das ist unseres Erachtens nach trotzdem keine Rechtfertigung für die teilweise halbherzigen oder nicht vorhandenen Animationen und den inkonsistenten Zeichenstil, den man besonders bei den beiden Koch- und Backwettbewerben beobachten kann. Wie man in den zahlreichen Dialogen erkennen kann, ist der Mund - auch im Inneren - animiert. Wieso manche Ess- und Trinkanimationen dann ausschließlich mit den Händen passieren und der Mund geschlossen bleibt, bleibt ein Rätsel.
