Story of Seasons: Friends of Mineral Town im Test: Zurück auf dem Bauernhof

Test Katharina Pache
Story of Seasons: Friends of Mineral Town im Test: Zurück auf dem Bauernhof
Quelle: Marvelous

Es ist immer wieder schön, alte Freunde zu treffen! Oder? Wir haben uns das Remake von Harvest Moon: Friends of Mineral Town für den Game Boy Advance mit dem neuen Namen Story of Seasons: Friends of Mineral Town für PC und Nintendo Switch zu Gemüte geführt, hier kommt der Test des Klassikers im neuen Gewand.

Vor einigen Wochen haben wir uns in der Vorschau lang und breit der Geschichte von Friends of Mineral Town gewidmet, deshalb hier nur ganz kurz zusammengefasst: Das Original aus dem Jahre 2004 für Game Boy Advance ist selbst nur eine Art Neuauflage von noch älteren Serienteilen, hört nun auf den Namen Story of Seasons, weil die Namensrechte von Harvest Moon beim Publisher statt beim Entwickler liegen, aber die frische Umsetzung für PC und Switch stammt vom Originalstudio. Nun ist das aus dem Wege, und wir können uns für den Test dem gemütlichen Farmerleben widmen - das manchmal gar nicht so gemütlich ist!

Frisch vom Euter

Inhaltlich gibt es einige Änderungen im Vergleich zur portablen Fassung vor über 15 Jahren. So stehen zwei neue Heiratskandidaten (ein Mann, eine Frau) zur Wahl, es gibt keine Rivalen mehr, die euch die Angebeteten wegschnappen, dafür dürfen wir nun heiraten, wen wir wollen und sind somit nicht mehr zur Heterosexualität gezwungen.

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Besonders angenehm für junge Spieler oder alle, die viel Wert auf Komfort legen, ist die Möglichkeit, beim Spielstart den leichten Schwierigkeitsgrad festzulegen. Dann beginnt das Landleben gleich mit einem komfortablen Finanzpolster, und das Freundschaftslevel der Dorfnachbarn steigt schneller als im normalen Modus, welcher wiederum das Spielerlebnis des Originals liefert. Dazu kommen neue Tierarten wie Alpakas oder Kaffeekühe (dreimal dürft ihr raten, was ihr erhaltet, wenn ihr sie melkt) sowie zusätzliche Haustieroptionen, mehrere Saveslots, freies Speichern und Laden, zusätzliche Dorfveranstaltungen, angepasste Mini-Games, Quality-of-Life-Features wie stapelbare Items, mehr Aufzüge in der Mine, ein neuer Park in der Stadt, frische Gemüse- und Obstsorten zum Anbauen, die Möglichkeit, den Charakter umzuziehen und so weiter.

Die Wichtel leben in einer Hütte oben rechts neben der Kirche. Sie helfen euch bei euren Farmarbeiten, wenn ihr eure Freundschaft zu ihnen gestärkt habt. Quelle: PC Games Die Wichtel leben in einer Hütte oben rechts neben der Kirche. Sie helfen euch bei euren Farmarbeiten, wenn ihr eure Freundschaft zu ihnen gestärkt habt. Bis auf den Wegfall der Rivalen, die Spannung ins Original brachten, sind all diese Anpassungen sehr willkommen und sorgen dafür, dass Story of Seasons sich im Jahr 2020 zwar klassisch, aber nicht zu angestaubt anfühlt. Technisch gibt es nichts zu meckern, das Spiel läuft flüssig und sauber, allerdings wäre optisch mehr drin gewesen als der schlichte 3D-Look mit wenig Details, sich stapelnden Tieren (die Vierbeiner scheinen keine Kollisionsabfrage zu haben) und ein paar ziemlich leer wirkenden Bereichen in der Umwelt. Der Charme ist aber, trotz der einfachen Grafik, die eher an Tablet- und 3DS-Spiele erinnert als an ein modernes Spiel, einigermaßen intakt geblieben. Eine deutlich hübschere, thematisch vergleichbare Alterative ist Doraemon Story of Seasons, das mit ansprechender Aquarelloptik aufwartet. Eine Umsetzung in Pixeloptik wiederum hätte vermutlich für noch mehr Ähnlichkeit zum Genreprimus Stardew Valley gesorgt, mit dem Story of Seasons ebenfalls konkurriert. Zwar ist der beliebte Indie-Titel jünger als Friends of Mineral Town und ließ sich an sehr vielen Stellen offensichtlich beim Original inspirieren, er setzt die ganze Farmsimulationsthematik aber runder, vielfältiger und besser um - da kann Story of Seasons: Friends of Mineral Town (jetzt kaufen 16,06 € ) nicht mithalten.

Die alte Dorfclique

Auf der Karte seht ihr, wo welcher Laden steht. Wäre praktisch, wenn man hier auch die Öffnungszeiten nachlesen könnte, um besser planen zu können. Quelle: PC Games Auf der Karte seht ihr, wo welcher Laden steht. Wäre praktisch, wenn man hier auch die Öffnungszeiten nachlesen könnte, um besser planen zu können. Das heißt aber nicht, dass die Neuauflage des Klassikers Friends of Mineral Town misslungen ist. Es setzt eben andere Akzente und hat schon einige Jahre auf dem Buckel, geringere Komplexität kommt zudem den jüngeren Spielern entgegen. Der bekannte Gameplay-Kreislauf funktioniert auch heute noch einwandfrei: Tiere versorgen, Felder bestellen (oder dafür die nützlichen Wichtel einspannen) Erledigungen machen, mit den Nachbarn reden, einkaufen, in der Mine Erze schürfen, ins Bett gehen, und wieder von vorne. Solltet ihr schon auf dem Game Boy Advance eure Farm bewirtschaftet haben, wird das Remake bei euch sicherlich angenehm warme Nostalgiegefühle auslösen. In diesem Fall ist auch nicht so wichtig, dass sich das Genre seit 2004 weiterentwickelt hat. Von den Charakteren und der Story sollte man sich dementsprechend nicht zu viel erwarten: Wie üblich kommt ihr in Besitz der Farm, nachdem euer Opa verstorben ist, die Persönlichkeiten der Dorfbewohner sind relativ klischeehaft, aber es fällt leicht, Sympathien für sie zu entwickeln.

Wer sich am wohlsten fühlt, wenn es meditativ zugeht, für den könnte Friends of Mineral Town an mancher Stelle allerdings sogar etwas zu stressig sein - die Zeit vergeht wirklich rasch, die Ausdauerleiste sinkt anfangs schnell, die Öffnungszeiten der Geschäfte im Dorf sind teilweise unpraktisch und das Steineklopfen in der Mine ist ohne Monsterverhauen nicht halb so interessant. Trotzdem, irgendwie fühlt es sich an, als würde man bei Story of Seasons: Friends of Mineral Town nach vielen Jahren wieder heimkommen und erfreut feststellen, dass vieles noch beim Alten ist. Die Freunde sehen inzwischen anders aus (und tragen andere Namen), sind aber nach wie vor sehr liebenswert.

Meinung & Wertung

Meinung

Wertung zu Story of Seasons: Friends of Mineral Town (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Story of Seasons: Friends of Mineral Town (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Schöne Neuerungen (Haustiere, Pflanzen usw.)Sinnvolle VerbesserungenFarming-Simulation nach klassischer MachartSympathische NPCsMotiviert lange Zeit
Verzicht auf Rivalen nimmt Spannung aus dem DatingNiedliche, aber sehr schlichte GrafikSchnell vergehende Ingame-Zeit
Fazit

Schlichte Umsetzung eines niedlichen Klassikers: auch heute noch eine gute Simulation

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