State of Decay 2-Review mit Wertung und Testvideo für PC und Xbox One: Die Zombie-Apokalypse im Koop-Modus erleben
Test
Wir machen die Probe aufs Exempel: hat State of Decay 2 außer dem Koop-Modus für vier Spieler noch andere Neuerungen zu bieten? Der Test mit ausführlichem Video-Review zur Fortsetzung des Überraschungshits von 2013 beantwortet alle offenen Fragen - eine Woche vor dem Release am 22. Mai 2018! Erwartet Survival-Fans auf PC und Xbox One die nächste Sandbox-Sause?
Normale Zombies sind in Videospielen längst nicht mehr genug. 2018 muss schon eine spezielle Sorte Untoter auftauchen, um sich von der Konkurrenz im Survival-Genre abzuheben. State of Decay 2 macht das im Test nicht eben subtil: Im zweiten Action-Adventure von Entwickler Undead Labs und Publisher Microsoft für PC und Xbox One gibt's neuerdings blutüberströmte Zombies mit roten Augen und einer besonders schweren Form der Zombie-Infektion, genannt ... Blutseuche. Ja, wer von State of Decay 2 Cleverness in Sachen Story und Szenario erwartet, wird einmal mehr schwer enttäuscht. Das Sandbox-Spiel mit der großen Open-World-Apokalypse ist dennoch die beste Zombie-Survival-Sause, die es aktuell für Geld zu kaufen gibt. Kein Wunder, denn State of Decay 2 (jetzt kaufen ) macht nicht viel anders als der gelungene Vorgänger, einer der Überraschungshits 2013 - das Testvideo und unser Review mit Wertung erklären, warum sich Kenner des Originals abseits des neuen Koop-Modus kaum umgewöhnen müssen:
State of Decay 2 im Test: Die Apokalypse geht weiter
Quelle: PC Games
State of Decay 2 hat zwar eine Story, aber die ist im Angesicht des großen Sandbox-Spaßes schnell vergessen.
State of Decay 2 ist ein Action-Adventure aus der Third-Person-Perspektive. Die Steuerung funktioniert sowohl per Gamepad als auch mit Maus und Tastatur überwiegend gut. Am PC lassen sich alle Menüs per Mauszeiger bedienen, auch Inventar & Co. Die Tastenbelegung lässt sich anpassen. Deutsche Sprachausgabe gibt es derweil nicht, die Übersetzung erstreckt sich nur auf die Bildschirmtexte.
Einmal mehr übernehmt ihr eine Gemeinschaft von Überlebenden nach dem Ausbruch einer weltweiten Zombie-Plage und sorgt für das Wohlergehen der Pixelmenschen. Dabei wechselt ihr nach Belieben zwischen den Figuren, müsst aber einen Anführer bestimmen. Nur mit diesem dürft ihr anschließend die Hauptquest angehen, welche euch gut 15 Stunden beschäftigt. Andere Figuren bieten euch Nebenaufträge an, die dabei erzählten Geschichten sind aber durch die Bank weg uninteressant. Auch die Haupthandlung ist kaum mehr als eine Ausrede, um Zombie-Köpfe zum Platzen zu bringen. Wer einen spannenden Plot erwartet, wird mal wieder enttäuscht; auch State of Decay 2 ist vorrangig eine Sandbox-Simulation mit vielen Zufallselementen. Das sorgt unter anderem auch dafür, dass die teils per prozeduraler Generierung erstellten Charaktere ausgesprochen blass bleiben und man nie echte Beziehungen zu den Figuren aufbaut abseits von "Das ist mein Nahkampf-Typ" oder "Die Frau hat einen exzellenten Gärtner-Skill".
Umfang und Wiederspielwert überzeugen dafür im Test: State of Decay 2 enthält insgesamt drei Maps. Die besiedelt ihr wahlweise nacheinander in einem einzigen Spieldurchgang. Oder aber ihr wechselt bei einem Neuanfang mit einer anderen Kombination von Startcharakteren auch den Ort des Geschehens. Die Karten sind sehr groß und bieten Dutzende zu erkundende Häuser und Geschäfte. Im Inneren findet ihr wichtige Vorräte wie Munition und Nahrung, allerdings müsst ihr beim Erkunden Acht auf den verursachten Lärm geben. Denn laute Geräusche, etwa beim beschleunigten Durchsuchen von Kisten, lockt Zombies an. Mit maximal zwei Charakteren im Solo- und vier Figuren im Koop-Modus schnappt ihr euch, was ihr könnt, und befördert den überlebensnotwendigen Krempel zu Fuß oder im Auto zurück zur Basis.
Basisbau in State of Decay 2: Motivierend, aber wie im Vorgänger
In State of Decay 2 ist das Lager ist der Mittelpunkt des Geschehens; auf jeder Map stehen mehrere Bauplätze mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen zur Verfügung. Der Basisbau motiviert enorm, durch das Anlegen von Farmen, Kasernen oder Trainingsräumen versucht ihr, die Bedürfnisse der Bewohner auszubalancieren. Neben Hunger und der medizinischen Versorgung müsst ihr unter anderem auch die Moral der Überlebenden im Auge behalten. Die kann absacken, wenn einer der Kumpanen draufgeht oder sich zu viele von Zombies infizierte Häuser in der Umgebung befinden. Achtung: Baulärm und der Krach von heißlaufenden Generatoren erhöhen das Risiko eines Zombie-Angriffs.
Regelmäßig machen sich Untote über eure Basis her; meist können die einigermaßen clever agierenden KI-Kameraden solche Invasionen selbstständig zurückwerfen. Ab und zu müsst ihr jedoch aushelfen und dann geht es zwischen all den wild um sich hackenden Machetenschwingern und irren Axtmännern ganz schön chaotisch zu. Da hilft es wenig, dass die Computerverbündeten gerne mal mitten in eure Schusslinie laufen. State of Decay 2 bietet in Sachen Basis-Verwaltung zwar ein paar neue Bauoptionen, aber wesentliche Veränderungen zum Vorgänger sucht man vergebens. Wer sich etwa tiefergehende Management-Mechaniken wie das Verteilen von Überlebenden auf bestimmte Jobs erhofft hat, wird enttäuscht.
Aber State of Decay 2 bietet durchaus Neuerungen, etwa die eingangs erwähnte Blutseuche. Um deren Verbreitung einzudämmen, müsst ihr ein halbes Dutzend Seuchenherzen auf der Map vernichten. Doch sobald ihr mit dem Angriff beginnt, stürzen sich alle Zombies in der Nähe auf euch. Der Anspruch dieser Kämpfe erhöht sich im Spielverlauf beständig, dadurch und durch das Auftauchen besonders gefährlicher Spezialzombies wie Boomer und Juggernaut ergibt sich eine angenehm ansteigende Schwierigkeitskurve. Unterschiedliche Härtegrade für Einsteiger und Profis existieren dagegen nicht.
Bildergalerie
Neben den Zombies machen euch auch andere Menschen das Leben schwer. Mit den sogenannten Enklaven könnt ihr handeln, für sie erledigt ihr kleine Aufträge oder ihr nehmt ihre Mitglieder in eure Gruppe auf. Aber natürlich könnt ihr die Nachbarn auch einfach nach The Walking Dead-Manier über den Haufen ballern und euch ihr Zeug unter den Nagel reißen. So wie es eben auch in einer echten Zombie-Apokalypse wahrscheinlich ablaufen würde.
Ob es in einem solchen Endzeit-Szenario auch so unbequem zugehen würde wie in State of Decay 2, ist allerdings fraglich. Es gibt so einige Komfort-Features, die wir schon im Vorgänger vermisst haben und von denen auch im Nachfolger jede Spur fehlt. So lassen sich die in schöner Regelmäßigkeit kaputtgehenden Waffen etwa nicht direkt im Inventar reparieren. Stattdessen müsst ihr sie erst ins Lager legen. Auch das Abladen von Ressourcen nach dem Plündern eines entfernten Gebäudes und der dabei nötige Charakterwechsel im Solomodus artet schon mal in Arbeit aus. Immerhin werden Säcke mit Vorräten, die ihr in den Kofferraum eines Fahrzeugs geladen habt, jetzt per Knopfdruck automatisch ins Lager übertragen, sobald ihr vor der Tür geparkt habt.
Quelle: PC Games
Der typische State of Decay-Move, das Überfahren von Zombies mit geöffneter Autotür, ist natürlich auch im Nachfolger enthalten - und wieder enorm befriedigend.
State of Decay 2-Review: Autopanne
Apropos Fahrzeuge: Die müsst ihr anders als im Vorgänger State of Decay oder ähnlichen Survival-Spielen regelmäßig betanken und reparieren. Mit einer Autowerkstatt in der Basis könnt ihr sie aber auch mit Upgrades versehen. Doch selbst die beste Panzerung schützt nicht vor dem ärgsten Feind in State of Decay 2. Das ist ausnahmsweise mal kein Zombie; nein, wir sprechen von der eigenwilligen Fahrphysik in Verbindung mit der Kollisionsabfrage. Dadurch bleibt man immer wieder an kleinen Felsen oder in Gräben hängen - ohne Möglichkeit, das Auto dort jemals wieder wegzubekommen. Am Ende unseres State of Decay 2-Tests fanden sich ein gutes Dutzend zwangsweise verlassener Wagen auf der Map ...
Probleme technischer Natur gab es dagegen kaum; lediglich die Performance könnte auf leistungsstarken PCs besser sein. Die Ultra-Einstellungen fressen eindeutig zu viel Leistung, besonders in Anbetracht der bescheidenden grafischen Güte. Ein Glitch- und Ruckelfest wie der Vorgänger auf der Xbox 360 ist State of Decay 2 aber zum Glück nicht. Im Test fiel uns lediglich der ein oder andere kurzzeitig schwebende Zombie negativ auf. Bösartige Bugs glänzten während der Review-Phase von State of Decay 2 dagegen mit Abwesenheit.
Test: Kooperativ durch State of Decay 2
Quelle: PC Games
Menschliche Enklaven bieten oft die Gelegenheit, neue Rekruten für eure Gemeinschaft anzuheuern.
Auch der neue Multiplayer-Modus läuft reibungslos. Ein Xbox-Live-Account und Windows 10 am PC sind Pflicht, um euch jederzeit als Freiwilliger für eine Koop-Partie zu melden. Wer nicht mit Fremden spielen will, lässt sich gezielt von Freunden einladen. Bis zu vier Spieler dürfen im Koop-Modus zusammen Zombies kloppen. Allerdings gibt es zwei große Einschränkungen: Zum einen dürft ihr euch nicht zu weit vom Host-Spieler entfernen. Und zum anderen sammeln Gäste mit ihrem Charakter zwar Items und Erfahrungspunkte, der Missionsfortschritt wird aber nur für den Host gezählt und nur dieser darf Veränderungen an der Basis vornehmen. Allerdings macht das Zusammenspiel mit guten Freunden dennoch jede Menge Spaß. Übrigens: State of Decay 2 unterstützt auch Crossplay zwischen PC- und Xbox-Spielern.
Egal ob ihr alleine, zu zweit oder zu viert unterwegs seid, die Postapokalypse von State of Decay 2 ist vor allem durch den Permadeath der Charaktere ohnehin enorm spannend. Jeder Fehler kann der letzte sein; in kaum einem anderen Spiel ist es so nervenaufreibend, nachts an einer Horde Zombies vorbeizuschleichen. Da eure Helden mit der Zeit ihre Skills verbessern und ihr bei jedem Levelaufstieg zwischen zwei Upgrades wählen dürft, schmerzt der Verlust eines Überlebenden doppelt. Die Atmosphäre ist trotz der eher mauen Optik unschlagbar und in der Sandbox-Welt erlebt man Dutzende ganz individuelle Geschichten. Hier spielt State of Decay 2 sein ganzes Potenzial aus - aber macht im Grunde auch nichts anders als der Vorgänger.
State of Decay 2 erscheint am 22. Mai 2018 für PC und Xbox One, die Releaseversion kostet knapp 30 Euro. Laut Microsoft sind keine Mikrotransaktionen für das Action-Adventure geplant.
Metacritic bewertet das Spiel mit 69%.
