Starfield Shattered Space im Test: Galaktisch gut oder Geldmacherei?

Test Sönke Siemens Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Starfield Shattered Space im Test: Galaktisch gut oder Geldmacherei?
Quelle: Sönke Siemens / Medienagentur plassma

Mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung von Starfield katapultiert Bethesda das Add-on Shattered Space in den Orbit. Doch kann der knapp 30 Euro teure DLC die hohen Erwartungen der nach neuen Inhalten lechzenden Community erfüllen?

Flankiert wird der rote Story-Strang von insgesamt elf Nebenmissionen, die weitere fünf bis sieben Stunden Spielspaß bieten und von denen uns viele in recht guter Erinnerung bleiben. Etwa wenn es darum geht, ein Duell auf Leben und Tod zwischen zwei Brüdern irgendwie zu verhindern. Oder einem dementen, alten Mann unter die Arme zu greifen.

Inhalte wie diese können durchaus aufwühlen und zählen zu den erzählerischen Highlights in der Erweiterung. Ebenfalls gut gemacht: Wer sich Andreja - sie gehört selbst zum Haus Va'ruun - als Gefährtin an Bord holt, erlebt viele zusätzliche Kommentare, die die Welt noch ein wenig greifbarer machen.

Prozedural generiert war gestern

Einen Daumen hoch verdient sich das Entwicklerteam auch dafür, dass Va'ruun'kai komplett von Hand designt wurde und im Gegensatz zu den Planeten des Hauptspiels zur Abwechslung mal keine prozedural generierten Landschaften zum Einsatz kommen. Die Folge: Va'ruun'kai weckt die Neugier und den Entdeckerdrang.

Szene aus Starfield Quelle: Sönke Siemens / Medienagentur plassma Sei es eine größtenteils von Robotern verwaltete Zriegen-Farm, ein Staudamm im Südosten der Karte, das versteckte Lager eines Ausreißers oder ein defekter Aufzug zum Plateau eines Berggipfels - hier kann man einfach draufloslaufen oder mit dem REV-8 fahren und in schöner Regelmäßigkeit interessante Orte entdecken.

Gut gefallen haben uns auch die Vortex-Anomalien, die an vielen Stellen auftauchen. Diese manifestieren sich hauptsächlich in Form von riesigen, blau schimmernden Blasen, in denen man schwerelos gleiten kann. Das lässt sich nicht nur im Kampf taktisch nutzen, sondern sorgt in den bergigen Abschnitten immer wieder für zeitsparende Abkürzungen. Vor allem, wenn man seine Jetpack-Fähigkeiten nur marginal aufgelevelt hat.

Die Erkundung wird auch durch die äußerst nützlichen Oberflächenkarten erleichtert, die mit dem Update im Mai eingeführt wurden. Man braucht nur den Kartenbildschirm aufzurufen, um endlich die komplette Topografie des Planeten, Straßen, Hindernisse usw. zu sehen. Hinzu kommen Marker, die Händler, Bars, medizinische Einrichtungen und Ähnliches optisch hervorheben und gleichzeitig als Schnellreisepunkte dienen.

Viele erhoffte Features fehlen

Doch wo Licht ist, da ist bekanntlich auch Schatten - im Falle von Shattered Space leider eine ganze Menge. Problempunkt Nummer eins: Bethesda fügt keine wirklich neuen Spielmechaniken hinzu. Weitere Fähigkeiten oder kosmische Kräfte, die uns in Dialog-, Schleich- oder Kampfsituationen zusätzliche Vorteile verschaffen? Fehlanzeige!

Neue charismatische, aufwendig gestaltete Begleiter vom Schlage einer Sarah Morgan oder eines Sam Coe, mit denen wir eine romantische Beziehung eingehen können? Die wird man in Shattered Space leider ebenso wenig finden wie andere neue Planeten. Mit Tane Salavea und Sahima Ka'dic gibt es lediglich zwei neue Sidekicks, die sich euch unter bestimmten Voraussetzungen nach Abschluss bestimmter Missionen als reguläre Crewmitglieder anschließen.

Welt von oben Quelle: Sönke Siemens / Medienagentur plassma Auch die Fans des Weltraum-Gameplays hat Bethesda vernachlässigt. Da ihr den neuen Planeten im Rahmen der Haupt- und Nebenmissionen zu keinem Zeitpunkt verlassen müsst - was durchaus seine Vorteile hat - fehlen im DLC natürlich spektakuläre Weltraumschlachten. Neue, DLC-spezifische Schiffskomponenten konnten wir ebenfalls nicht entdecken, was in der Tat eine große Enttäuschung darstellt.

Immerhin haben die Macher zwei einzigartige neue Waffen (die wir nicht spoilern wollen) und sechs reguläre neue Waffen hinzugefügt. Dazu gehören eine Nahkampfklinge namens Va'ruun Schimaz, eine Laserpistole namens Va'ruun Quickstrike, zwei schwere Waffen namens Va'ruun Starstrom und Va'ruun Penumbra sowie die Lasergewehre Va'ruun Starlash und Va'ruun Longfang. Auch hier das Problem: Die Waffen sehen gut aus, wirken aber in der Aktion wie Abwandlungen bereits bekannter Waffen. Innovation sieht anders aus.

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