Bethesda im Größenwahn: Haben sich die Schöpfer von Skyrim diesmal selbst übertroffen? Oder ist Starfield doch "nur" ein Fallout im Weltall? Wir haben das Sci-Fi-Schwergewicht mehr als 80 Stunden lang getestet.
Wie man's von Bethesda kennt, ist Starfield nur so vollgestopft mit sammelbarem Kram, darunter viel wertvolle Beute, aber auch massenhaft nutzloses Zeug, das einfach nur dazu da ist, um die Locations detailreich und glaubhaft zu gestalten. Klingt banal, entfaltet aber seine Wirkung!
Wenn man da durch eine verlassene Raumstation stiefelt, hat man wirklich das Gefühl, dass dort mal Leute gelebt haben. Das ist also richtig gut gemacht, heißt aber auch, dass ihr die Umgebung genau absuchen müsst, wenn ihr nichts Wichtiges verpassen wollt. Schlüsselkarten, Dietriche, Geld - das alles liegt kleinteilig auf Tischen, in Schränken und Regalen herum. Ein Scanner hebt zwar Objekte in der Nähe hervor, aber untersuchen müsst ihr den Kram schon selbst.
Dabei stoßt ihr auch öfter mal auf verschlossene Behälter, für die ein neues Schlösser-Knacken-Minispiel zum Einsatz kommt. Das läuft etwas anders ab als in Skyrim, hier braucht ihr nämlich keine ruhige Hand, sondern müsst verschiedene Ringe logisch übereinander anordnen. Das Minispiel ist eigentlich gelungen, allerdings nutzt es sich mit der Zeit auch furchtbar ab. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, es komplett zu vermeiden. Selbst wenn ihr euren Security-Skill (braucht man zum Schlösser knacken) auf die höchste Stufe gebracht habt, müsst ihr simple Einsteigerschlösser noch genauso öffnen wie ein blutiger Anfänger. Unnötig!
Quelle: PC Games
Auf Wunsch habt ihr immer einen Begleiter dabei.
Training und Talente
Das Talenteystem ist überraschend simpel gehalten: Es gibt fünf Kategorien an Fähigkeiten, die sich auf Kämpfe, Soziale Skills, Körperliche Verfassung, Raumfahrt und Wissenschaft verteilen. Wo ihr nach jedem Levelaufstieg einen Punkt verteilt, solltet ihr euch gut überlegen, denn in Starfield levelt man relativ langsam. Jedes freigeschaltete Talent lässt sich außerdem noch drei Mal verbessern, dazu müsst ihr aber erst bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel fünf Waffen-Upgrades herstellen, 10 Raumschiffe abschießen oder 20 Gegner mit Energiewaffen besiegen.
Erst wenn das geschafft ist, könnt ihr einen Punkt in den nächsten Talentrang stecken. Das System ist nicht schlecht, doch wer hier nicht aufpasst und oder die Beschreibungen nicht aufmerksam liest, kann sich schon ein wenig verskillen. Tipps, mit welchen Fähigkeiten ihr loslegen solltet, gibt euch das Spiel nämlich keine und eine Respec-Funktion haben wir auch nicht entdeckt. Darum: Augen auf beim Talentekauf!
Volle Taschen, lange Listen
Euer Inventar füllt sich unweigerlich mit Waffen, Anzügen, Rohstoffen und anderem Kram, den ihr vielleicht nicht benutzen, aber zumindest verkaufen wollt. Gerade in den ersten Spielstunden neigt man ja dazu, alles einzusacken, was nicht niet- und nagelfest ist. Und dann dürft ihr euch wieder mal durch unpraktische Listeninventare wühlen, die sich Bethesda leider auch für Starfield nicht verkniffen hat.
Da ihr gerade zu Beginn nicht so viel mit euch rumschleppen könnt, werdet ihr wahrscheinlich öfter mal Beute an Begleiter abgeben oder sie in eurem Schiff verstauen - und das heißt, dass man Items ziemlich oft zwischen zwei Listen hin und herschieben muss. Man gewöhnt sich zwar daran, allerdings wäre die Inventarverwaltung sicherlich auch komfortabler gegangen - gerade am PC. Da müssen wohl mal wieder die Modder ran - typisch Bethesda.
Quelle: PC Games
Typisch Bethesda: Das Inventar gibt's wieder nur in unpraktischer Listenform.
Sobald ihr den passenden Skill freigeschaltet habt, zählt auch ein Jetpack standardmäßig zu eurer Ausrüstung. Damit dürft ihr zwar nicht dauerhaft fliegen, legt aber zumindest Riesensprünge hin. So könnt ihr Gegner im Kampf überraschen, indem ihr einfach hinter ihre Deckung hüpft. Besonders in Umgebungen mit niedriger Schwerkraft sehr zu empfehlen!
Schön: Eure Spielfigur kann sich diesmal auch an Kanten raufziehen, was eure Mobilität noch weiter erhöht. Mit dem passenden Upgrade dürft ihr außerdem über den Boden schlittern und auch Leitern lassen sich benutzen. Klingt vielleicht banal, schließlich sind solche Features in anderen Spielen schon lange Standard - doch es sind Details, die Fallout 4 noch fehlten und die dem Spielfluss von Starfield zugutekommen. Das Jetpack ist übrigens auch zum Erkunden richtig praktisch, schon allein, weil man damit oft Laufwege abkürzen und jeglichen Fallschaden vermeiden kann. Wenn ihr wollt, dürft ihr buchstäblich vom nächstbesten Hochhaus springen und unten einfach elegant abbremsen - so spart ihr euch den Umweg über Treppe und Aufzug.
