Starfield: Das Spiel macht Bock - trotz seiner "Schwächen"

Kolumne Carlo Siebenhüner 44,99 €
Starfield: Das Spiel macht Bock - trotz seiner "Schwächen"
Quelle: PC Games

Starfield hat seit dem Release jede Menge Lob, aber auch einiges an Kritik einstecken müssen. Vieles davon ist übertrieben, findet unser Redakteur Carlo - in seiner Kolumne verrät er euch, warum.

Die Technik mit ihren Ladezonen ... ja, das hat mich am Anfang auch überrascht und es nervt auch von Zeit zu Zeit ... aber, Achtung Trigger: Dafür finde ich das Spiel halt wirklich auch bildhübsch. Ja, die Charaktermodelle und Gesichter. Ich weiß. Die hinken hinterher. Bin ich voll dabei. Wer mir aber erzählen will, dass sich seit Skyrim oder Fallout 4 nichts geändert hat, der sollte nochmal hinschauen. Im Vergleich macht Starfield einen großen Sprung nach vorn.

Aber das Spiel besteht ja nicht nur aus Gesichtern, sondern auch noch aus Landschaften, Städten und Raumschiffen! Und Holy Shit! Wer zum ersten Mal durch New Atlantis läuft kann mir doch nicht erzählen, dass das ja ach so hässlich wäre. Ich staune jedes Mal, wenn ich da durchlaufe. Im meinem Raumschiff und auf Stationen ist es irre, wie viele Details da drin stecken ... Und wenn ich auf einsamen Planeten unterwegs bin, bin ich immer wieder vom Beleuchtungssystem begeistert. Bethesda hat der Engine ein paar sehr schicke neue Tricks beigebracht.

Ein Charakter aus Starfield in Nahaufnahme. Quelle: buffed In Kombination mit dem von vorne bis hinten durchgezogenen Style - ergeben sich geile Locations - die auch noch unterschiedlicher nicht sein können. New Atlantis ist die hochtechnisierte Hauptstadt mit Sci-Fi-Bling. Akila City ist das komplette Gegenteil und plötzlich bist du in 'nem Space-Western mit den Steingebäuden und Freestar Rangern ... Und in Neon bist du dann plötzlich in Cyberpunk gelandet, mit ganz viel Neonschildern und Großkonzernen, die sich gegeneinander ausspielen.

Alles in allem bietet Starfield eine Spielwelt, die vielleicht nicht in allen Elementen top notch ist. Aber wie ich in einer alten Kolumne schon erwähnt habe: Es ist das Zusammenspiel dieser Elemente, das Bethesdas Spiele zu mehr macht als die Summe ihrer Teile. Was uns auch zur Zukunft von Bethesda bringt. Die sieht nach Starfield nämlich sehr gut aus.

Starfield ist richtig gut angelaufen. Am 06. September, dem offiziellen Releasetag vermeldete man über eine Million gleichzeitige Spieler. Sehr ordentlich - wohlgemerkt mitten in der Woche. Drei Tage später hatte man bereits sechs Millionen Spieler zu vermelden und damit den erfolgreichsten Start eines Bethesda-Spiels. Auch unser Testurteil wird auf YouTube mit über 90% positiv bewertet.

Das Ding ist also gut gestartet und stellt damit die Weichen für das nächste Projekt. Ja, das ist endlich: The Elder Scrolls 6. Laut Bethesda ist das Spiel ganz offiziell ab jetzt in Entwicklung. Starfield wird langsam abgewickelt, das Hauptteam wechselt in den nächsten Monaten zu Elder Scrolls. In einem Podcast erklärte Todd Howard auch ein bisschen, wie die Entwicklung bei ihnen funktioniert. Folgeprojekte werden auch schon während der Entwicklung des aktuellen Projekts von einer kleinen Truppe betreut. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass Elder Scrolls 6 vom Konzept schon steht und jetzt eben umgesetzt wird.

Und das werden sie auch weiterhin mit der Creation Engine machen. Auch wenn es eine Menge Stimmen gibt, die meinen, dass Bethesda die Engine wechseln sollte, werden sie das nicht tun. Denn, ja: Unreal Engine 5 und Co. sehen vielleicht echt schick aus ... aber mit Engines von der Stange würde man eines der GRÖßTEN Alleinstellungsmerkmale von allen Bethesdaspielen über Bord werfen: Und das sind die Mods. Unreal etwa ist ein Albtraum für Fan-Modifikationen. Im Vergleich dazu ist die Creation Engine fantastisch. Und egal, wie gut ein Spiel ist: Die Mods sind es, die Bethesda-Spielen so ein extrem langes Leben verschaffen.

Ein düsteres Viertel mit Neonschildern. Quelle: JackTheHero Und, ja: Bethesda wird auch an den grundsätzlichen Designphilosophien festhalten, genau so, wie das beispielsweise ein Rockstar Games mit Red Dead und GTA macht. Denn auch wenn es da draußen einige nicht wahrhaben wollen: Das mögen sehr viele. Mich eingeschlossen. Und dafür verzeiht man den Spielen auch ihre Schwächen.

Und in dieser Hinsicht ist Starfield ein sehr eindeutiges und wichtiges Zeichen. Gerade nach Fallout 76 waren viele verunsichert und verärgert, weil man sich von der Designphilosophie abgewendet hat. Umso schöner ist es aber, das Starfield zeigt, dass Bethesda eben doch noch sehr gute Singleplayer-Spiele kann. So, und jetzt dürft ihr mich in den Kommentaren auseinandernehmen.

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